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WDC bei der 14. Tagung der CMS.

Meeresschutz Konferenzen & Konventionen

WDC bei Konferenzen und Konventionen

Whale and Dolphin Conservation (WDC) ist die weltweit führende gemein­nützige Organi­sation, die sich ausschließlich dem Schutz von Walen und Delfinen widmet. Durch Kampagnen, politische Überzeugungsarbeit und Beratung verteidigt WDC Wale und Delfine gegen die zahlreichen Gefahren, denen sie heute ausgesetzt sind. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf unserer Arbeit im Rahmen von Konferenzen und Konventionen: WDC-Expert:innen arbeiten in nationalen, europäischen und internationalen Arbeitsgruppen, sind in allen relevanten internationalen Foren vertreten und haben direkten Einfluss auf maßgebliche Entscheidungen zur Zukunft von Walen und Delfinen.

IWC

IWC steht für "International Whaling Commission", auf Deutsch "Internationale Walfangkommission".

Worum geht es bei der IWC?

Die IWC ist eine globale, zwischenstaatliche Organisation, die 1946 gegründet wurde. Ursprünglich wurde die IWC ins Leben gerufen, um die Wal-Population vor der Ausrottung zu schützen und den kommerziellen Walfang international zu koordinieren.

Heute hat sich die Rolle der IWC weiterentwickelt. Der Schwerpunkt liegt nun zunehmend auf dem Schutz von Walen und der Erhaltung ihrer Lebensräume. Neben der Regulierung des Walfangs befasst sich die IWC auch mit anderen Bedrohungen für Wale, wie beispielsweise Schiffskollisionen, Lärmbelastung, Umweltverschmutzung und den Auswirkungen des Klimawandels. Die IWC fördert zudem wissenschaftliche Forschung und internationale Zusammenarbeit, um das Wissen über Wale und deren Schutz zu verbessern.

Warum ist die IWC wichtig für Wale und Delfine?

Die IWC ist von großer Bedeutung für den Schutz von Walen und Delfinen. Das Moratorium für den kommerziellen Walfang hat wesentlich dazu beigetragen, dass viele Wal-Arten vor dem Aussterben bewahrt wurden. Es hat den kommerziellen Walfang weltweit stark eingeschränkt und so den Druck auf die Wal-Populationen erheblich reduziert. Für den Walfang durch indigene Gemeinschaften und den Wissenschafts-Walfang (der derzeit nicht stattfindet) setzt die IWC strenge Regeln und Quoten fest. Die IWC fördert außerdem umfangreiche Forschung zur Biologie, Ökologie und Bedrohungen von Walen, Delfinen und marinen Ökosystemen. Diese Forschung bildet die Grundlage für Schutzmaßnahmen, die über den Walfang hinausgehen, etwa den Schutz vor Schiffskollisionen, Lärmbelastung und Umweltverschmutzung.

Wie ist WDC an der Arbeit der IWC beteiligt?

WDC hat erstmals 1991 an der IWC teilgenommen und wurde seither fester Bestandteil des internationalen NGO-Teams, das an den Tagungen und dem IWC-Wissenschaftsausschuss teilnimmt. WDC arbeitet eng mit NGOs und Regierungen zusammen, um den Schutz der Wale in der IWC zu stärken und das Moratorium für den kommerziellen Walfang aufrechtzuerhalten. Zudem engagiert sich WDC in vielen erfolgreichen Arbeitsgruppen, die sich z.B. mit dem Schutz von Kleinwalen und Delfinen befassen.

Was erhofft sich WDC von der IWC?

Wir wollen, dass das Verbot für den kommerziellen Walfang erhalten bleibt und weltweit umgesetzt wird. Durch Vorbehalte gegen das Moratorium erlauben die Regierungen von Island und Norwegen noch immer die Jagd auf Wale, um durch ihr Fleisch und Wal-Produkte Geld zu verdienen. Japan, das ebenfalls noch kommerziellen Walfang betreibt, ist 2019 aus der IWC ausgetreten, hat aber immer noch einen großen Einfluss auf die Verhandlungen.

Außerdem erhoffen wir uns, dass die IWC eine noch größere Rolle beim Artenschutz übernimmt und dabei z.B. auf Bedrohungen wie Schiffskollisionen, Überfischung oder die Auswirkungen des Klimawandels reagiert.

Unsere Arbeit zur IWC

Informieren Sie sich über aktuelle Nachrichten und Blogs zu unserer Arbeit im Rahmen der IWC.

Wichtigste Meilensteine der IWC:

1946: Die "Konvention zur Regelung des Walfangs" wird gegründet – und mit ihr die IWC. Ziel ist die Erhaltung der weltweit stark dezimierten Wal-Populationen. Das Schlachten geht jedoch weiter und Schutzmaßnahmen haben kaum Erfolg. Über drei Millionen Wale sind allein im 20. Jahrhundert durch den kommerziellen Walfang getötet worden.

1982: Ein Durchbruch für den internationalen Artenschutz wird erzielt: Das Moratorium für den kommerziellen Walfang soll die Jagd auf Wale verbieten.

1986: Das Moratorium tritt endlich in Kraft. Norwegen hat Widerspruch eingelegt und jagt weiter. Japan betreibt Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft.

1989: Island tritt aus der IWC aus – betreibt jedoch keinen kommerziellen Walfang mehr.

1991: WDC nimmt erstmals an der IWC teil und wird fester Bestandteil der Tagungen und des IWC-Wissenschaftsausschusses.

2002: Island tritt der IWC nach umstrittener Abstimmung wieder bei. Jedoch erhebt das Land Vorbehalt gegen das Moratorium und erlaubt seit 2006 die kommerzielle Jagd auf Finnwale und Zwergwale.

2003: Bei der 55. IWC-Jahrestagung in Berlin wird ein Artenschutz-Ausschuss innerhalb der IWC gegründet – ein Meilenstein für den Walschutz!

2016: Die IWC verabschiedet eine Resolution, die den entscheidenden Beitrag der Wale zum Ökosystem anerkennt und damit auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse reagiert, die belegen, wie essenziell Wale für die Gesundheit der Meere sind. Die IWC diskutiert nun auch Themen wie: Klimawandel, Unterwasserlärm, Plastikverschmutzung und Schiffskollisionen.

2019: Nachdem Japan jahrzehntelang erfolglos versuchte, das Moratorium zu kippen, tritt es aus der IWC aus. Seither jagt Japan verschiedene Wal-Arten kommerziell in seinen Hoheitsgewässern.

2024: Auf der IWC-Konferenz in Lima wird eine Resolution verabschiedet, die den kommerziellen Walfang von Japan, Norwegen und Island verurteilt. Es ist die erste derartige Resolution seit über 20 Jahren.
Ein Vorschlag von Argentinien, Brasilien und Uruguay zur Einrichtung eines Walschutzgebiets scheitert knapp an der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit – nur eine Stimme fehlt.
Grundsätzliches Problem: Die IWC ist weiterhin gespalten zwischen Schutz- und Nutzungsinteressen.

CITES

CITES steht für "Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora", auf Deutsch: "Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen".

Worum geht es bei CITES?

CITES ist ein internationales Abkommen zwischen Regierungen, das den Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen zwischen Ländern reguliert und darauf abzielt, das Überleben der Arten zu sichern. CITES ist rechtlich bindend. Das bedeutet, dass Länder, die CITES beigetreten sind, sogenannte Vertragsparteien, das Abkommen umsetzen und in ihre nationale Gesetzgebung überführen müssen. Delegierte der 184 Vertragsparteien treffen sich regelmäßig, um die Umsetzung des Abkommens zu besprechen und Fortschritte in den Bereichen zu erzielen, die mit Tieren, Pflanzen und allen Umsetzungsfragen verbunden sind.

Warum ist CITES wichtig für Wale und Delfine?

CITES ist für Wale und Delfine von großer Bedeutung, da es den Handel mit gefährdeten Arten verhindert – beispielsweise in Form von Exportquoten und Handelsverboten, die von den Vertragsparteien eingehalten werden müssen. So wurde z.B. der kommerzielle Handel mit Mexiko, aufgrund der unzureichenden Reaktion auf die Vaquita-Krise, bis 2023 verboten. Großwale genießen im Rahmen von CITES den höchsten Schutz, da die IWC ein Moratorium für den kommerziellen Walfang erlassen hat und der Handel zu kommerziellen Zwecken im Rahmen von CITES verboten ist. CITES verhindert auch, dass Arten in einem solchen Ausmaß gehandelt werden, dass sie in Zukunft durch den Handel bedroht werden. Es überwacht die Ausfuhren und Einfuhren der einzelnen Vertragsparteien genau und führt regelmäßige Analysen durch, um die Arten zu ermitteln, die möglicherweise gefährdet sind.

Wie ist WDC an der Arbeit von CITES beteiligt?

WDC arbeitet direkt mit den Regierungen und über das "Species Survival Network" zusammen, um Walen und Delfinen im Rahmen von CITES Priorität einzuräumen. Bei so vielen Pflanzen- und Tier-Arten, die um eine begrenzte Menge an Zeit und Aufmerksamkeit konkurrieren, stellen wir sicher, dass Wale und Delfine die Aufmerksamkeit erhalten, die sie brauchen, um besser geschützt zu werden. Wir setzen uns gegen den Handel mit lebenden Delfinen, den Export von Wal- und Delfin-Produkten wie Fleisch, Stoßzähne und Zähne sowie gegen die Zucht von Delfinen in Delfinarien ein. WDC setzt sich auch dafür ein, die Bedeutung von Walen und Delfinen für gesunde Ozeane hervorzuheben und die Vertragsparteien zu ermutigen, dies bei ihren Entscheidungen zu berücksichtigen.

Was erhofft sich WDC von CITES?

Wir wollen, dass der kommerzielle internationale Handel mit Walen und Delfinen beendet wird. Das bedeutet mehr Schutz, mehr Zusammenarbeit und mehr Wertschätzung für die Meeressäuger. Wir wollen, dass Wale und Delfine im Rahmen des Übereinkommens das höchste Schutzniveau erhalten, das ihre Empfindungsfähigkeit, ihre Intelligenz, die Anforderungen an ihr Wohlergehen und ihre Rolle im Kampf gegen die Klimakrise berücksichtigt wird. Letztlich wollen wir durch CITES den internationalen Handel beenden, der ihr Überleben bedroht.

Unsere Arbeit zu CITES

Informieren Sie sich über aktuelle Nachrichten und Blogs zu unserer Arbeit im Rahmen von CITES.

Wichtigste Meilensteine von CITES:

1963: Bei einer Tagung der IUCN (Weltnaturschutzunion) wird der Beschluss für das CITES-Übereinkommen beschlossen und der Text verfasst.

1973: Der Text des Übereinkommens wird von 80 Ländern angenommen.

1975: CITES tritt in Kraft.

1976: Die erste Tagung der Konferenz der Vertragsparteien ("Conference of the Parties", CoP) findet in der Schweiz statt.

1979: Auf der zweiten Konferenz der Vertragsparteien ("CITES CoP2") in Costa Rica wird eine Reihe von Entschließungen zur Internationalen Walfangkommission und zur Einstellung des kommerziellen Handels mit bestimmten Wal-Arten angenommen.

1981: Auf der dritten Konferenz der Vertragsparteien ("CITES CoP3") in Indien wird eine Entschließung angenommen, in der unter anderem die Vertragsparteien aufgefordert werden, der IWC beizutreten.

1994: Auf der "CITES CoP9" in den Vereinigten Staaten wird eine Entschließung zum illegalen Handel mit Wal-Fleisch angenommen.

2000: Alle früheren Entschließungen über die Erhaltung der Wale, den Handel mit Wal-Produkten und die Beziehungen zur Internationalen Walfangkommission werden auf der "CITES CoP11" in Kenia konsolidiert.

2007: Auf der "CITES CoP14" kamen die Delegierten überein, dass keine Wal-Art für einen verringerten Schutz im Rahmen von CITES in Betracht gezogen werden sollte, solange das Moratorium der IWC in Kraft ist.

2013: Mehrere Hai-, Seekuh-, Sägefisch- und Schildkröten-Arten werden auf der "CITES CoP16" in Thailand stärker geschützt.

2018: CITES stellt fest, dass Japans Verwendung von Tausenden Tonnen Fleisch von gefährdeten Seiwalen im Rahmen des Abkommens illegal ist.

2022: Über 50 Arten von Requiemhaien, Hammerhaien, Süßwasserstechrochen, Seegurken und 37 Arten von Gitarrenfischen werden auf der "CITES CoP19" in Panama stärker geschützt. Der Fokus verschiebt sich deutlich auf marine Biodiversität – ein Trend, der sich seit dieser CoP verstärkt hat.

2023: Mexiko wird aufgrund seines Umgangs mit der Vaquita-Krise mit einem vorübergehenden Handelsverbot belegt.

UN Framework Convention on Climate Change

Die United Nations Framework Convention on Climate Change, kurz UNFCCC, wird auf Deutsch auch "Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen" bezeichnet.

Worum geht es bei der UNFCCC?

Die UNFCCC ist das zentrale Gremium, das mit der Aufgabe betraut ist, die Bedrohung der Menschheit und allen Lebens auf der Erde durch den Klimawandel zu bekämpfen. Jedes Jahr im November oder Dezember treffen sich die Mitgliedsländer, die sogenannten "Vertragsparteien", um den Fortschritt bei der Umsetzung der Ziele des Pariser Abkommens zu überprüfen und die Maßnahmen zu verstärken. Das Pariser Abkommen selbst war ein bedeutender Erfolg im Jahr 2015, als die Vertragsparteien sich darauf verständigten, Maßnahmen zu ergreifen, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Warum ist die UNFCCC wichtig für Wale und Delfine?

Der Klimawandel beeinflusst Wale und Delfine auf vielfältige Weise. Durch die Erwärmung des Ozeans und den Rückgang des Meereises verändert sich die Zirkulation der Meere, und dadurch die Verfügbarkeit und Verteilung von Nahrung. Doch Wale und Delfine spielen auch eine wichtige Rolle, um dieses Problem zu lösen: Durch ihr Verhalten im Meer tragen sie zu einer ausgeglichenen Nährstoffverteilung bei, was die Artenvielfalt im Ozean fördert. Außerdem binden sie zeitlebens Kohlenstoff in ihren Körpern, wodurch in der Atmosphäre weniger CO2 entsteht. Die Meeressäuger müssen im Rahmen der UNFCCC also dringend besser geschützt werden.

Wie ist WDC an der Arbeit der UNFCCC beteiligt?

WDC arbeitet eng mit dem Climate Action Network sowie mit Regierungen zusammen, um den Schutz des Ozeans im Rahmen der Klimakonvention zu stärken – ein Bereich, der bisher wenig Beachtung fand, obwohl die Meere eine zentrale Rolle in der Klimaregulierung spielen. Wir setzen uns für die Reduzierung von Aktivitäten ein, die den Klimawandel verschärfen und die Lebensräume im Ozean gefährden, wie etwa fossile Brennstoffemissionen und die Exploration von Öl und Gas. Zudem zeigen wir auf, dass die Wiederansiedlung von Wildtier-Populationen, einschließlich Walen und Delfinen, selbst eine Lösung für die Klimakrise darstellt. Dies ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit als Mitglied der World Federation for Animals.

Was erhofft sich WDC von der UNFCCC?

Wir wollen einen raschen Übergang von fossilen Brennstoffen zu sauberen Energietechnologien sehen, die Walen und Delfinen zugutekommen. Dazu gehört eine verantwortungsvolle Nutzung von Offshore-Windenergie und ein Verzicht auf Tiefseebergbau. Wir fordern, dass Meeresschutzgebiete und die Wiederherstellung von Wal-Populationen als entscheidende Beiträge zum Klimaschutz anerkannt werden und die notwendigen Investitionen in Maßnahmen fließen, die diese Ziele in dem erforderlichen Umfang verwirklichen. Der Ozean verdient dieselbe Aufmerksamkeit, dieselben Investitionen und denselben Schutz wie die Regenwälder und zunehmend auch die Küstenlebensräume.

Unsere Arbeit zur UNFCCC

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Wichtigste Meilensteine der UNFCCC:

1992: Die UNFCCC wird von den Vereinten Nationen auf dem Rio-Gipfel angenommen.

1995: Die erste UNFCCC-Vertragsstaatenkonferenz (COP) findet in Berlin statt. Es beginnen Verhandlungen über die Umsetzung des UNFCCC.

1997: Das Kyoto-Protokoll wird vereinbart, mit dem sich die Industrieländer zu verbindlichen Zielen für die Reduzierung der Emissionen fossiler Brennstoffe verpflichten.

2009: Als die Welt beginnt, den Klimawandel ernst zu nehmen, nimmt eine Rekordzahl von Staatsoberhäuptern und Nichtregierungsorganisationen an der Klimakonferenz in Kopenhagen teil, um ein stärkeres Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zu vereinbaren, das jedoch letztendlich scheitert.

2015: Nach jahrelangen Verhandlungen wird das Pariser Abkommen auf der COP21 von 169 Parteien angenommen. Damit erhält die Welt ein globales und ehrgeiziges Abkommen, das die Welt verpflichtet, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen.

2021: Auf der COP26 wird im Rahmen des Klimapakts von Glasgow vereinbart, dass auf den jährlichen SBSTA-Treffen ein jährlicher Klimadialog über die Ozeane stattfinden soll, um die Klimapolitik in den Ozeanen voranzutreiben.

2022: Erstmals wird Wasser als zentrales Thema in die Abschlusserklärung aufgenommen. Im Zuge der Strategien zur Klimaanpassung wird der Fokus auf Küstenresilienz und marine Ökosysteme gelegt.

2023: Der Ozean als Kohlenstoffsenke wird stärker betont. Außerdem finden zahlreiche Side-Events zu Meeresbiodiversität, Schutzgebieten und naturbasierten Lösungen für die Klimakrise statt, an denen auch WDC beteiligt ist. Gleichzeitig wächst der politische Druck, konkrete Maßnahmen zum Schutz mariner Arten in die Klimapolitik zu integrieren.

Convention on the Conservation of Migratory Species

Die Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, kurz CMS, wird auf Deutsch auch als "Übereinkommen über die Erhaltung der wandernden wildlebenden Tier-Arten" bezeichnet.

Worum geht es bei der CMS?

Die CMS hat das Ziel, den Schutz von wandernden Tier-Arten und ihren Lebensräumen zu fördern, einschließlich Meeressäugetiere, Vögel, Fische und Insekten. Da die Natur keine Ländergrenzen kennt, schafft CMS die rechtliche Grundlage für international koordinierte Erhaltungsmaßnahmen im gesamten Verbreitungsgebiet wandernder Tier-Arten, um sicherzustellen, dass die Arten überall dort geschützt werden, wo sie sich auf ihren jährlichen Wanderungen befinden. Die Konvention fördert internationale Zusammenarbeit und Maßnahmen zur Erhaltung dieser Arten, indem sie Mitgliedsländer dazu anregt, gemeinsam an Schutzstrategien zu arbeiten.

Warum ist die CMS wichtig für Wale und Delfine?

Viele Wale und Delfine gehören zu den wandernden Tier-Arten. Buckelwale ziehen z.B. im Sommer in die Polarregionen, um zu jagen und zu fressen. Im Winter wandern sie in die wärmeren Regionen der Tropen, um sich zu paaren und ihre Jungen zu gebären. Im Rahmen der CMS können bestimmte Wal- und Delfin-Arten in die "Anhänge" des Abkommens aufgenommen wenden, was zu einem stärkeren Schutz und spezifischen Arbeitsprogrammen zur Verringerung der Bedrohungen für diese Arten und ihre weltweiten Populationen führen kann.

Wie ist WDC an der Arbeit der CMS beteiligt?

WDC ist aktiv an der CMS beteiligt, indem wir als offizieller Beobachter an den Treffen und Verhandlungen der CMS teilnehmen. WDC arbeitet eng mit den Vertragsstaaten zusammen, um den Schutz von Walen und Delfinen zu fördern und sicherzustellen, dass deren Bedürfnisse bei den internationalen Schutzmaßnahmen berücksichtigt werden.

Ein wichtiger Bestandteil der Beteiligung von WDC an der CMS ist die Unterstützung und Förderung von Maßnahmen, die auf den Schutz wandernder Meeressäuger abzielen, wie etwa die Reduzierung von Bedrohungen durch Beifang, Lärmbelastung und Habitatzerstörung. WDC setzt sich dafür ein, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die besten verfügbaren Schutzmaßnahmen in die politischen Entscheidungen und Programme der CMS aufgenommen werden. Auch in spezifischen Arbeitsgruppen und Initiativen, wie der ASCOBANS-Vereinbarung (die unter der CMS läuft und sich auf den Schutz von Kleinwalen konzentriert), ist WDC aktiv, um die Umsetzung effektiver Schutzmaßnahmen für Wale und Delfine voranzutreiben.

Was erhofft sich WDC von der CMS?

Wir möchten sehen, dass die CMS den Schutz von wandernden Wal- und Delfin-Arten und ihren Lebensräumen weiter verstärkt. Dazu gehört die Schaffung und konsequente Umsetzung von mehr Schutzgebieten sowie die Sicherstellung, dass bestehende Schutzmaßnahmen wirksam durchgesetzt werden. WDC setzt sich für einen vorsorgenden Ansatz ein, der potenzielle Bedrohungen frühzeitig erkennt und Maßnahmen ergreift, bevor diese zu ernsten Schäden führen. Besonders wichtig ist es uns, dass Bedrohungen wie Beifang, Lärmbelastung und Habitatzerstörung deutlich reduziert werden. Wir fordern außerdem, dass Entscheidungen innerhalb der CMS auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren und die neuesten Forschungsergebnisse in die politischen Strategien integriert werden. Schließlich möchten wir eine verstärkte internationale Zusammenarbeit und die Entwicklung konkreter Lösungen sehen, die in den Vertragsstaaten der CMS umgesetzt werden, um den Schutz von wandernden Meeressäuger-Arten langfristig zu sichern.

Unsere Arbeit zur CMS

Informieren Sie sich über aktuelle Nachrichten und Blogs zu unserer Arbeit im Rahmen der CMS.

Wichtigste Meilensteine der CMS:

1979: Das CMS-Abkommen wurde am 23. Juni 1979 in Bonn, Deutschland, unterzeichnet.

1983: Das Abkommen trat am 1. November 1983 in Kraft.

1985: Die erste Vertragsstaatenkonferenz ("Conference of the Parties", "CoP") fand in Nairobi, Kenia, statt. Hier wurden die ersten Beschlüsse zur Umsetzung und Weiterentwicklung des Abkommens gefasst.

1991: Die zweite Vertragsstaatenkonferenz („CMS CoP2“) in Neu-Delhi, Indien, führte zur Einführung des "Anhangs I", in dem besonders gefährdete und schutzbedürftige Arten aufgeführt sind.

2000: Die "CMS CoP5" in Brisbane, Australien, führte zur Einführung des "Bonn Convention Award", mit dem herausragende Leistungen im Artenschutz gewürdigt werden.

2002: Die "CMS CoP6" in den Niederlanden beschließt die Einführung von "Anhang II", in dem Tierarten aufgeführt sind, die die Grundlage für internationale Schutzmaßnahmen bilden, auch wenn sie nicht unmittelbar gefährdet sind.

2010: Die "CMS CoP10" in Cancún, Mexiko, verabschiedet das Afrikanisch-Eurasische Wasservogelabkommen (AEWA), das speziell für Wasservögel und ihre Lebensräume entwickelt wurde.

2014: Die "CMS CoP11" in Quito, Ecuador, führt die "Konzertierten Aktionen" ein, die spezielle Erhaltungsmaßnahmen und Strategien für besonders gefährdete Arten fördern.

2020: Die "CMS CoP12" in Gandhinagar, Indien, konzentrierte sich auf den Globalen Aktionsplan für wandernde Arten (GAP), um umfassende globale Schutzstrategien für wandernde Arten zu entwickeln.

2022: Die CMS weitet ihre Zusammenarbeit durch neue Partnerschaften und Initiativen aus, um den Schutz von Meeressäugern und Zugvögeln zu stärken und innovative Ansätze zum Artenschutz zu fördern.

2024: Die genetisch einzigartige Schweinswal-Population in der zentralen Ostsee wurde in Anhang I des Übereinkommens aufgenommen. Damit hat die vom Aussterben bedrohte Population den höchsten Schutzstatus auf UN-Ebene erhalten.
CMS betont zunehmend die Bedeutung von marinen Wanderkorridoren und grenzüberschreitenden Schutzgebieten, mit Fokus auf Bedrohungen wie: Schiffsverkehr und Kollisionen, Unterwasserlärm durch Sonar und seismische Untersuchungen, Plastikverschmutzung, Klimawandel und Versauerung der Meere.

ASCOBANS

ASCOBANS steht für "Agreement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic, North East Atlantic, Irish and North Seas", auf Deutsch "Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale der Ostsee, Nordost-Atlantiks und Nordsee". ASCOBANS ist ein Tochter-Abkommen der "Convention on Migratory Species" (CMS).

Worum geht es bei ASCOBANS?

ASCOBANS ist ein internationales Abkommen, das 1991 im Rahmen des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wildlebender Tier-Arten (CMS, auch Bonner Konvention genannt) ins Leben gerufen wurde. Das Hauptziel von ASCOBANS ist der Schutz von Kleinwalen, insbesondere von Delfinen und Schweinswalen, die in diesen Meeren vorkommen. Zu den Maßnahmen gehören u.a. Reduktionen von Beifang in der Fischerei, Lärmbelastung, Meeresverschmutzung und Lebensraumzerstörung. Mitgliedsstaaten des Abkommens sind mehrere Länder, die an diese Meeresgebiete angrenzen, darunter auch Deutschland.

ASCOBANS führt regelmäßig Treffen durch, bei denen der Fortschritt von Projekten bewertet und neue Maßnahmen besprochen werden. Die jährlichen Treffen der Vertragsparteien stellen einen wichtigen Meilenstein in der internationalen Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung dar.

Warum ist ASCOBANS wichtig für Wale und Delfine?

ASCOBANS zielt darauf ab, die zahlreichen Bedrohungen zu minimieren, denen Kleinwale speziell in der Ostsee, Nordsee, im Nordost-Atlantik und der Irischen See ausgesetzt sind – und den Erhalt der betroffenen Arten zu sichern. Durch ASCOBANS verpflichten sich die Mitgliedsländer z.B. dazu, Maßnahmen zur Vermeidung von Beifang zu entwickeln, etwa alternative Fischereimethoden. ASCOBANS bringt die Anrainerstaaten zusammen, um grenzüberschreitend an Lösungen zu arbeiten und Schutzmaßnahmen zu koordinieren.

ASCOBANS fördert außerdem wissenschaftliche Forschung und Überwachungsprogramme, um den Zustand der Populationen zu bewerten und die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen zu überprüfen. Diese Daten helfen, die Bedrohungen besser zu verstehen und den Schutz entsprechend anzupassen.

Durch diese Schutzmaßnahmen trägt ASCOBANS entscheidend zur Erhaltung der biologischen Vielfalt der Meere und zum Überleben von Kleinwalen in Europa bei.

Wie ist WDC an der Arbeit von ASCOBANS beteiligt?

Delfine und Schweinswale im Wirkungsgebiet des ASCOBANS-Abkommens sind zunehmend durch eine Vielzahl von menschengemachten Bedrohungen gefährdet: dazu zählen Beifang, Lärmbelastung und Störungen durch Offshore-Entwicklungen. WDC nimmt als NGO eine "Beobachter-Rolle" bei den ASCOBANS-Treffen ein, beteiligt sich in Arbeitsgruppen und berät Regierungen, um den Schutz von Kleinwalen zu erhöhen. Wir setzen uns für einen vorsorgenden Ansatz bei Schutzfragen ein, fördern die Umsetzung wissenschaftlich fundierter Lösungen und ermutigen die Vertragsparteien, das Wohl der Meeressäuger bei ihren Entscheidungen an erste Stelle zu setzen.

Was erhofft sich WDC von ASCOBANS?

ASCOBANS ist einzigartig, da das Abkommen die einzige zwischenstaatliche Vereinbarung ist, die sich ausschließlich dem Schutz von Kleinwalen widmet. Es hat den Meeressäugern eine Stimme gegeben, die oft übersehen werden und in anderen Vereinbarungen keine Beachtung finden. Deshalb möchten wir, dass ASCOBANS effektive Schutzmaßnahmen im Wirkungsgebiet des Abkommens umsetzt. Als eines der kleineren, regionalen internationalen Abkommen hat ASCOBANS eine wertvolle Position, um zukunftsorientierte Maßnahmen zu ergreifen, die sicherstellen, dass das Abkommen relevant bleibt und mit den aktuellen Bedrohungen Schritt hält.

Unsere Arbeit zu ASCOBANS

Informieren Sie sich über aktuelle Nachrichten und Blogs zu unserer Arbeit im Rahmen von ASCOBANS.

Wichtigste Meilensteine von ASCOBANS:

1991: ASCOBANS wurde unterzeichnet und trat 1994 offiziell in Kraft. Der ursprüngliche Fokus lag auf dem Schutz von Kleinwalen in der Ostsee und der Nordsee. Das Abkommen legte den Grundstein für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zum Schutz dieser Meeressäuger.

ASCOBANS hat mehrere regionale Aktionspläne und Strategien verabschiedet, die auf den Schutz spezifischer Kleinwal-Arten abzielen. Diese Pläne enthalten konkrete Maßnahmen zur Reduzierung von Bedrohungen und zur Überwachung der Populationen. 2002 wurde der regionale „Jastarnia-Plan“ verabschiedet. Ein Aktionsplan, der speziell auf den Schutz der bedrohten Schweinswal-Population in der zentralen Ostsee abzielt. 2009 wurde der regionale Aktionsplan für den Nordsee-Schweinswal verabschiedet.

2008: Der geografische Geltungsbereich von ASCOBANS wurde um den Nordost-Atlantik und die Irische See erweitert. Dies ermöglichte eine umfassendere Abdeckung der Meeresgebiete, in denen Kleinwale leben, und stärkte die Schutzmaßnahmen.

ASCOBANS hat sich stark für die Einführung von Maßnahmen zur Beifang-Reduktion eingesetzt. Verschiedene Projekte und Empfehlungen wurden über die Jahre umgesetzt, z.B. der Einsatz von akustischen Warnvorrichtungen an Fischernetzen (sogenannte „Pinger“).

ASCOBANS hat mehrere internationale Forschungsprojekte unterstützt, um das Wissen über Kleinwal-Populationen, deren Wanderverhalten und Bedrohungen zu verbessern, u.a.:

  • Regelmäßige Überwachungsprogramme zur Zählung von Kleinwal-Populationen, wie das SCANS-Projekt (Small Cetaceans in the European Atlantic and North Sea), das umfassende Bestandsaufnahmen durchführt.
  • Förderung von Forschung zur Lärmbelastung und ihren Auswirkungen auf Wale und Delfine.

ASCOBANS war maßgeblich an der Entwicklung von Richtlinien zur Reduzierung von Unterwasserlärm beteiligt, der durch Schiffsverkehr, seismische Untersuchungen und militärische Aktivitäten verursacht wird. Diese Richtlinien tragen dazu bei, die schädlichen Auswirkungen von Lärm auf die Orientierung und Kommunikation von Kleinwalen zu minimieren.

ASCOBANS hat verschiedene Kampagnen gestartet, um die Öffentlichkeit über die Bedrohungen für Wale und Delfine aufzuklären. Diese Initiativen haben das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Schutzes dieser Arten erhöht und Menschen in den Mitgliedsländern dazu ermutigt, aktiv zum Schutz der Meeresumwelt beizutragen.

Seit seiner Gründung ist die Zahl der Vertragsparteien stetig gestiegen. Mehrere Länder aus Europa, die angrenzende Meeresgebiete haben, sind ASCOBANS beigetreten, was die internationale Zusammenarbeit gestärkt hat.

ASCOBANS hat sich mit anderen Abkommen und Organisationen vernetzt, wie z. B. der Internationalen Walfangkommission (IWC), um die Schutzmaßnahmen global zu koordinieren und zu verstärken.

 

2023: In einem ASCOBANS-Bericht wird erklärt, dass die vom Aussterben bedrohte Schweinswal-Population in der zentralen Ostsee Beifänge von mehr als 0,7 Individuen pro Jahr nicht verkraften kann. Es werden der Einsatz von Pingern an Stellnetzen sowie zeitliche und räumliche Fischereibeschränkungen vorgeschlagen. Außerdem soll die kleine Küstenfischerei durch Subventionen entlastet werden.

2024: Bei der 10. Vertragsstaatenkonferenz (MoP10) werden Fortschritte bei der Umsetzung von Schutzplänen für Schweinswale in der Ostsee und Nordsee gelobt: Dazu zählt eine verstärkte Zusammenarbeit mit ACCOBAMS (für das Mittelmeer) sowie die Einrichtung einer Datenbank für Totfunde zur besseren Ursachenforschung. Auch werden ungewöhnliche Massenstrandungen und Möglichkeiten für deren Monitoring diskutiert.

Convention on Biological Diversity

Die Convention on Biological Diversity, kurz CBD, wird auf Deutsch auch als "Übereinkommen über die biologische Vielfalt" bezeichnet.

Worum geht es bei der CBD?

Die CBD ist eines der zentralen Abkommen im Bereich des internationalen Umweltschutzes. Sie betont die Bedeutung der biologischen Vielfalt für das Überleben der Menschheit, sowohl für die ökologische Stabilität als auch für die wirtschaftliche Entwicklung und das menschliche Wohlbefinden. Angesichts der zunehmenden Bedrohungen durch Umweltzerstörung, Klimawandel und Verlust von Lebensräumen ist die CBD von entscheidender Bedeutung, um globale Anstrengungen zum Schutz der Natur zu koordinieren und voranzutreiben.

Warum ist die CBD wichtig für Wale und Delfine?

Die CBD hat das Ziel, die biologische Vielfalt auf allen Ebenen zu erhalten, einschließlich der Vielfalt der Arten, die in den Ozeanen leben. Wale und Delfine sind auf gesunde und vielfältige Meeresökosysteme angewiesen, um Nahrung zu finden, sich fortzupflanzen und sich sicher aufzuhalten. Die CBD fördert den Schutz und die nachhaltige Nutzung der marinen Lebensräume, was entscheidend für das Überleben der Meeressäugetiere ist. Durch die Verwirklichung ihrer Ziele trägt die CBD dazu bei, die ökologischen Bedingungen zu schaffen, die notwendig sind, um die Gesundheit und das Überleben von Walen und Delfinen langfristig zu sichern.

Wie ist WDC an der Arbeit der CBD beteiligt?

WDC hat die Arbeit an der CBD im Jahr 2022 aufgenommen. Auf der 15. Vertragsstaatenkonferenz der CBD, unter Ausrichtung von Kunming/Montreal, wurde ein neues Abkommen verabschiedet: Das sogenannte "Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework" (GBF). Dabei handelt es sich um eine äußerst ehrgeizige Vereinbarung, auf die sich fast alle Länder der Welt geeinigt haben. U.a. haben sie sich verpflichtet, 30 Prozent der Land- und Meeresflächen bis 2030 unter Schutz zu stellen (auch "30x30-Ziel" genannt), um den Verlust der biologischen Vielfalt einzudämmen. WDC setzt sich im Rahmen unserer Lobbyarbeit dafür ein, dass die Ziele und Vorgaben des Abkommens in vollem Umfang auf die Schutzmaßnahmen für Wale und Delfine angewandt werden.

Was erhofft sich WDC von der CBD?

Das in Kunming-Montral beschlossene "Global Biodiversity Framework" ist eine großartige Möglichkeit, die Wale vor vielen Bedrohungen zu schützen, und es ist wichtig, dass die Länder ihre nationalen Strategien und Aktionspläne zur Erhaltung der biologischen Vielfalt entsprechend ehrgeizig aktualisieren. Es gibt viel zu tun, doch wichtig ist insbesondere, dass sich die Länder voll und ganz verpflichten, das "30x30-Ziel" zu erreichen, d.h. 30 Prozent der Ozeane bis 2030 unter Schutz zu stellen.

Wir wollen, dass im Rahmen weiterer Zielvorgaben des Abkommens Arten vor dem Aussterben bewahrt werden, was bedeutet, dass Arten wie Seiwale und Finnwale vor Walfangaktivitäten geschützt werden müssen.

Außerdem möchten wir sehen, dass die Umweltverschmutzung verringert wird, damit Wale und Delfine nicht mehr unter den negativen Auswirkungen von Kunststoffen und Chemikalien in den Meeren leiden.

 

Unsere Arbeit zur CBD

Informieren Sie sich über aktuelle Nachrichten und Blogs zu unserer Arbeit im Rahmen der CBD.

Wichtigste Meilensteine der CBD:

1991: Die Gründung des Global Environmental Facility (GEF) markiert einen wichtigen Schritt zur finanziellen Unterstützung von Umweltprojekten. Der GEF wurde schnell als wesentlicher Finanzierungsmechanismus für die CBD und andere Umweltübereinkommen anerkannt.

1992: Auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro im Juni 1992 wird die "Convention on Biological Diversity" (CBD) verabschiedet. Dies stellt den Auftakt zu einem umfassenden globalen Ansatz zum Schutz der biologischen Vielfalt dar.

1994: Die erste Vertragsstaatenkonferenz ("Conference of the Parties", kurz CoP) findet in Nairobi, Kenia, statt und legt den Grundstein für die Arbeitsweise der CBD. Hier wird der Nairobi-Plan verabschiedet, der die Rahmenbedingungen für zukünftige Maßnahmen und Strategien festlegt.

2010: Auf der 10. Vertragsstaatenkonferenz ("CBD COP10") in Nagoya, Japan, wird der "Strategische Plan" für die biologische Vielfalt 2011–2020 beschlossen, der die Aichi-Ziele umfasst. Diese 20 globalen Ziele sollen die biologische Vielfalt bis 2020 erheblich verbessern. Zudem wird das Nagoya-Protokoll angenommen, um gerechte und transparente Bedingungen für die Nutzung genetischer Ressourcen sicherzustellen und die Vorteile aus deren Nutzung gerecht zu verteilen.

2012: Das Rio+20-Abkommen wird verabschiedet und betont die Notwendigkeit eines "globalen Rahmens für den Schutz der biologischen Vielfalt", wobei die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen im Mittelpunkt steht.

2019: Auf der "CBD COP14" in Sharm El-Sheikh, Ägypten, wird der Sharm El-Sheikh-Hochlaufplan fokussiert, um die Umsetzung des globalen Rahmens zu beschleunigen und Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität zu verstärken.

2020: Die COVID-19-Pandemie beeinflusst die globale Biodiversitätsagenda und verstärkt die Dringlichkeit, ökologische Resilienz und Nachhaltigkeit zu fördern. Die CBD setzt sich intensiv mit den Auswirkungen der Pandemie auf die biologische Vielfalt auseinander.

2022: Auf der "CBD COP15" in Kunming, China, wird der Post-2020-Global Biodiversity Framework verabschiedet. Dieses Abkommen setzt neue Ziele und Strategien für den Schutz der biologischen Vielfalt bis 2030, einschließlich spezifischer Ziele zum Schutz von 30 Prozent der Land- und Meeresflächen und zur Mobilisierung von Finanzmitteln. Wale und Delfine profitieren indirekt durch die Ausweitung von Meeresschutzgebieten, Reduktion von anthropogenen Belastungen sowie der Integration in nationale Biodiversitätsstrategien.

High Seas Treaty

Das "High Seas Treaty" ist auf Deutsch als "Hochsee-Abkommen", "Abkommen zur Sicherstellung der nachhaltigen Nutzung der Hochsee-Biodiversität" oder "UN-Übereinkommen über die biologischen Ressourcen der Hochsee" bekannt.

Vereinbart wurde das Hochsee-Abkommen im Rahmen der "United Nations Convention on the Law of the Sea" (UNCLOS) und es ist am 17. Januar 2026 in Kraft getreten, nachdem es von mindestens 60 Ländern ratifiziert wurde.

Worum geht es beim Hochsee-Abkommen?

Das Hochsee-Abkommen hat zum Ziel, die biologischen Ressourcen der offenen Ozeane international zu schützen und nachhaltig zu nutzen.

Die Hochsee umfasst die Weiten der Ozeane, die außerhalb der nationalen Hoheitsgewässer liegen, also Meeresgebiete ab 370 Kilometer außerhalb der marinen Wirtschaftszonen eines Landes. Die Hochsee macht etwa zwei Drittel der Ozeane aus und spielt eine zentrale Rolle für die biologische Vielfalt und das ökologische Gleichgewicht der Meere. Angesichts der zunehmenden Bedrohungen durch Überfischung, Meeresverschmutzung und Klimawandel ist die Hochsee besonders gefährdet.

Das Abkommen fördert die Schaffung von Meeresschutzgebieten in der Hochsee, um empfindliche Ökosysteme zu bewahren und die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten zu minimieren. Es betont die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Staaten und internationalen Organisationen, um die Ziele des Abkommens zu verwirklichen und eine koordinierte Verwaltung der Hochsee-Ressourcen sicherzustellen.

Warum ist das Hochsee-Abkommen wichtig für Wale und Delfine?

Wale und Delfine verbringen einen Großteil ihres Lebens in der Hochsee, weit entfernt von den Küsten und nationalen Hoheitsgewässern. Diese offenen Ozeanbereiche sind entscheidend für ihre Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung und Wanderungen. Das Abkommen zielt darauf ab, Meeresschutzgebiete in der Hochsee einzurichten und so Wale und Delfine vor Bedrohungen wie Überfischung, Beifang, Unterwasserlärm, Meeresverschmutzung, Schiffskollisionen oder den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen.

Da Wale und Delfine internationale Wanderungen unternehmen und durch verschiedene Ländergrenzen hinweg ziehen, ist eine koordinierte internationale Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung. Das Abkommen stärkt die Kooperation zwischen Staaten und internationalen Organisationen, um eine ganzheitliche und wirksame Schutzstrategie für Wale und Delfine zu gewährleisten.

Wie ist WDC an der Arbeit des Hochsee-Abkommens beteiligt?

Das Hochseeabkommen wurde zwar beschlossen, jedoch ist es noch nicht international in Kraft getreten. Sobald das erfolgt ist, wird WDC eng mit den Regierungen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass Meeresschutzgebiete auf hoher See geschaffen werden, die Wale und Delfine in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet schützen – in ihren Nahrungsgründen, Paarungsgebieten und auf Wanderrouten.

Was erhofft sich WDC vom Hochsee-Abkommen?

Wir wollen geschützte Meeresgebiete, die sich voll und ganz für Wale und Delfine einsetzen. Es gibt Kartierungen von sogenannten "Important Marine Mammal Areas", kurz "IMMAs" – das sind Gebiete, die für Meeressäugetiere von besonderer Bedeutung sind. IMMAs sind die Vorstufe zur Ernennung von Meeresschutzgebieten. Auch in der Hochsee gibt es viele kartierte IMMAs. WDC erhofft sich, dass durch das Hochseeabkommen, dass die IMMAs zu Meeresschutzgebieten ernannt werden und so ein umfassender Schutz für Wale und Delfine in ihren Nahrungsgründen, Paarungsgebieten und auf wichtigen Wanderrouten besteht.

Doch damit das Hochseeabkommen in Kraft treten und seine Wirkung entfalten kann, muss es zunächst von 60 Ländern unterzeichnet und jeweils in den nationalen Gesetzgebungen umgesetzt werden.

Unsere Arbeit zum High Seas Treaty

Informieren Sie sich über aktuelle Nachrichten und Blogs zu unserer Arbeit im Rahmen des Hochsee-Abkommens.

Wichtigste Meilensteine des Hochsee-Abkommens:

2004: Die Vereinten Nationen (UN) initiieren die Diskussionen über den Schutz der biologischen Vielfalt in Gebieten außerhalb nationaler Hoheitsgewässer, bekannt als Hochsee. Diese Gespräche legen den Grundstein für die späteren Verhandlungen.

2015: Die UN-Generalversammlung verabschiedet eine Resolution, die den Start formeller Verhandlungen über ein neues internationales Abkommen zur Regelung des Schutzes und der Nutzung der biologischen Vielfalt in der Hochsee beauftragt. Dies stellt einen wesentlichen Fortschritt in Richtung eines verbindlichen Vertrags dar.

2018: Die formellen Verhandlungen über das Hochsee-Abkommen im Rahmen der Vereinten Nationen beginnen. Diese Verhandlungsrunden konzentrieren sich auf die wichtigsten Elemente des Abkommens, einschließlich der Errichtung von Meeresschutzgebieten, der Regelung des Zugangs zu genetischen Ressourcen und der Festlegung von Maßnahmen zur nachhaltigen Nutzung.

2019-2020: In den folgenden Jahren finden mehrere Verhandlungsrunden statt, die zu einer weiteren Konkretisierung der Inhalte des Abkommens führen. Es gibt Fortschritte bei der Einigung über die grundlegenden Prinzipien und Ziele des Abkommens.

2023: Das Hochsee-Abkommen wird nach jahrelangen Verhandlungen schließlich verabschiedet. Es legt einen rechtlichen Rahmen fest, der den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt in der Hochsee gewährleisten soll. Zu den zentralen Elementen gehören die Einrichtung von Meeresschutzgebieten, die Regulierung von menschlichen Aktivitäten wie Fischerei und Tiefseebergbau, sowie der gerechte Vorteilsausgleich bei der Nutzung genetischer Ressourcen.

Ab 2023: Nach der Verabschiedung beginnt die Phase der Unterzeichnung und Ratifizierung durch die UN-Mitgliedsstaaten. Damit das Abkommen in Kraft treten kann, muss es von einer ausreichenden Anzahl von Staaten ratifiziert werden. Dieser Prozess ist entscheidend für die Umsetzung der im Abkommen festgelegten Maßnahmen.

Zukünftig: In den kommenden Jahren wird die Umsetzung des Abkommens eine zentrale Rolle spielen. Dazu gehören die Schaffung von Meeresschutzgebieten, die Überwachung der Einhaltung der Vorschriften und die Förderung internationaler Zusammenarbeit zur Sicherstellung der Ziele des Abkommens.

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