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Über Wale

Willkommen in der Welt der Wale!

Es gibt zwei Arten von Walen: Zahnwale und Bartenwale. Zu den Zahnwalen gehören unter anderem alle Delfine, Pottwale, Belugas und Narwale. Sie fressen hauptsächlich Fisch und Kalmare, aber auch Krebstiere. Die meisten Großwale wie der Blauwal oder der Finnwal werden hingegen den Bartenwalen zugeordnet. Sie haben keine Zähne, sondern sogenannte Barten: Keratinplatten, die aus dem Oberkiefer wachsen. Damit filtern sie ihre Beute, zum Beispiel Kleinfische oder Krill, aus dem Wasser.

Bartenwale

Bartenwale sind riesig, zu ihnen gehört das größte Lebewesen, das jemals auf der Erde gelebt hat der Blauwal. Trotz ihrer Größe ernähren sich Bartenwale von den kleinsten (und am häufigsten vorkommenden) Tieren im Meer: von kleinen Fischen, Zooplankton und Krill. Die Bartenplatten im Maul der Bartenwale bestehen aus Keratin, einem Material, das den menschlichen Fingernägeln und den Hörnern von Tieren ähnelt; sie sind stark und gleichzeitig flexibel, ähnlich wie die Borsten einer Bürste. Um sich zu ernähren, nehmen die Wale riesige Mengen an Meerwasser auf und drücken dieses anschließend mit halbgeschlossenem Maul durch die Barten wieder heraus, sodass nur die kleinen Meerestiere ausgesiebt und geschluckt werden können.

Der Blauwal gehört zur Familie der Bartenwale © Andrew Sutton
Der Blauwal gehört zur Familie der Bartenwale © Andrew Sutton

Glattwale und Grönlandwale fressen, indem sie langsam und mit offenem Maul durch dichte Ansammlungen an Nahrung schwimmen. Buckelwale, Blauwale und Finnwale nehmen durch ihre dehnbaren Kehlen riesige Schlucke Meerwasser auf und sieben daraus ihre Beute heraus; Grauwale sind hauptsächlich Bodenfresser und sieben ihre Nahrung aus Schlammmassen auf dem Meeresboden.

Die meisten Bartenwale sind für ihre langen, saisonalen Wanderungen bekannt, mit Ausnahme von Grönlandwalen, Omurawalen, sowie einzelnen Populationen, z.B. von Brydewalen. Dabei folgen sie in der Regel demselben grundlegenden Muster: Die Sommermonate verbringen sie fressend in den kalten Polarmeeren, wo es viel Nahrung für sie gibt. Die Wintermonate verbringen sie in den warmen Gewässern Nahe des Äquators (z.B. der Karibik), wo sie sich paaren und ihren Nachwuchs gebären, jedoch kaum Nahrung finden. Für die säugenden Neugeborenen ist dies kein Problem, da sie sich von der reichhaltigen Muttermilch ernähren die ausgewachsenen Wale müssen sich im Sommer jedoch eine dicke Speckschicht aneignen, um die Wintermonate in den warmen Gewässern, sowie die Rückkehr in ihre Nahrungsgründe zu überstehen.

Buckelwale können komplexe Lieder voneinander lernen © Christopher Swann
Buckelwale können komplexe Lieder voneinander lernen © Christopher Swann

Bartenwale nutzen zwar keine Echolokation (das können nur Zahnwale), geben aber trotzdem Laute von sich. Sie dienen der Kommunikation und der Partnersuche, helfen Rivalen zu vertreiben und Reviere abzugrenzen. Bartenwale verwenden eine Vielzahl von Lauten: Am bekanntesten sind die Gesänge der Buckelwale. Bartenwale bilden in der Regel kleine Gruppen oder sind alleine unterwegs, stehen dabei aber über große Strecken hinweg in akustischem Kontakt miteinander.  

Die Gruppe der Bartenwale wird in vier Familien eingeteilt: Furchenwale, Glattwale, Grauwale und Zwergglattwale. Die genaue Anzahl der Arten (derzeit 15) und ihre Beziehungen zueinander werden jedoch noch immer kontrovers diskutiert, da die Wissenschaft immer wieder neue Arten innerhalb der bekannten Arten entdeckt. 

Die Gruppe der Bartenwale wird in vier Familien eingeteilt:

Zahnwale

Zahnwale sind Raubtiere und nutzen Echolokation (das Aussenden von Schallwellen und die Verarbeitung von deren Reflektion), um ihre Beute zu jagen und ihre Unterwasserwelt zu "sehen" – ähnlich wie man es von Fledermäusen kennt. Diese Fähigkeit ermöglicht es den Zahnwalen auch in den dunklen Tiefen der Meere, wo kein Licht mehr ist, zu navigieren und Beute zu finden.

Zahnwale sind sehr gesellig und so gut wie immer in Begleitung von Artgenossen. Sie leben in Gruppen, sogenannten Schulen (auf Englisch “Pods”). Sie gehören zu den intelligentesten Lebewesen der Erde, haben große Gehirne, zeigen komplexe Verhaltensweisen, tiefe emotionale Bindungen und sind in der Lage voneinander zu lernen.

Pottwale
Pottwale können bis zu drei Kilometer tief tauchen © Andrew Sutton

Fast 90 Prozent aller Walarten sind Zahnwale. Die meisten von ihnen sind kleine Delfine und Schweinswale. Eine Ausnahme ist der größte aller Zahnwale, der Pottwal. 

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es 77 bekannte und lebende Zahnwalarten, die in zehn Familien eingeteilt werden: Pottwale, Zwergpottwale, Belugas und Narwale, Schnabelwale, ozeanische Delfine, vier Flussdelfin-Familien und die Familie der Schweinswale.

Die Gruppe der Zahnwale wird in verschiedene Familien eingeteilt: