Indigener Subsistenzwalfang

Trotz des internationalen Walfangverbots erkennt die Internationale Walfangkommission (IWC) die Rechte bestimmter indigener Völker an, eine begrenzte Anzahl von Walen zu jagen. Die Gründe dafür sind die Sicherstellung ihrer Ernährung (=Subsistenz) und die Ausübung kultureller Praktiken. WDC respektiert die unterschiedlichen kulturellen Einstellungen dieser Völker gegenüber Walen. Unser langfristiges Ziel ist jedoch, dass alle Wal- und Delfinjagden reduziert und letztlich beendet werden.

Derzeit erhalten Russland, die USA, Grönland sowie St. Vincent und die Grenadinen noch Subsistenz-Quoten. Kanada ist kein Mitglied der IWC, erlässt jedoch ebenfalls Fang-Quoten für Subsistenz-Jagden.

Die IWC-Quoten für 2019-2025

Bering-Chukchi-Beaufort-Meer, Grönlandwale (Ureinwohner Alaskas und Chukotkas) Insgesamt können im Zeitraum 2019-2025 bis zu 392 Grönlandwale angelandet werden

Östliche Nordpazifische Grauwale (Ureinwohner des russischen Chukotka) - Ein Gesamtfang von 980 Walen ist für die Jahre 2019-2025 erlaubt

Buckelwale von St. Vincent und den Grenadinen – Insgesamt dürfen 28 Buckelwale im Zeitraum von 2019-2025 angelandet werden.

Die IWC-Quoten für 2019-2025 für Grönland
Die Zahl der Finnwale aus dem Westgrönland-Bestand, darf in den Jahren 2019-2025 jeweils nicht mehr als 19 betragen.

Die Anzahl der Zwergwale aus dem zentralen Bestand darf in jedem der Jahre von 2019-2025 20 nicht überschreiten.

Die Anzahl der aus Westgrönland stammenden Zwergwale darf in den Jahren von 2019-2025 nicht mehr als 164 betragen.

Die Anzahl der Grönlandwale aus Westgrönland darf in den Jahren von 2019-2025 nicht mehr als 2 betragen.

Die Zahl der Buckelwale, die vor Westgrönland gejagt werden, darf in den Jahren 2019-2025 nicht mehr als 10 betragen.

 

Groenland
Grönland
Groenland-Walfleisch-Supermarkt
Grafik-Indigener-Subsistenzwalfang-Quoten-IWC
Grönland
(C) Oliver Dirr

Tierschutz

Die Tötungsmethoden sind bei ASW-Jagden häufig nicht „sicher“. Viele Wale werden angeschossen, entkommen den Jäger*innen jedoch und sterben einen langsamen, grausamen Tod. Auch bei einer erfolgreichen Jagd ist die Sterbedauer oft sehr lang. Die IWC hat mehrere Resolutionen verabschiedet, die Verbesserungen der Tötungsmethoden anstreben.

Es bestehen große Bedenken zur Effektivität einiger Methoden, insbesondere der Verwendung von kleinkalibrigen Gewehren als primäre Tötungsmethode für Zwergwale und als Hilfsmethode für die viel größeren Finnwale. Die IWC überlässt jedoch die Entscheidung über die Jagdwaffen den Jäger*innen. Die USA unterstützen ihre einheimischen Jäger*innen, indem sie den Kauf von Explosivharpunen subventionieren. Die dänische bzw. grönländische Regierung erlaubt jedoch den kommerziellen Import und Verkauf von teuren Explosivharpunen aus Norwegen. Dies bedeutet für die Jäger*innen eine wirtschaftliche Last, die dazu führt, die kommerzielle Vermarktung des Fleisches am Leben zu halten und anzukurbeln.

(C) Henning Werth
(C) Henning Werth

Bedenken gegen den Subsistenzwalfang:

In den letzten Jahren haben bestimmte Regierungen und Subsistenz-Walfanggemeinschaften die Definition missbraucht, indem Walfleisch kommerziell genutzt wurde und an Touristen verkauft wurde. Dies hat zu einer Aufweichung der Definition von Subsistenzwalfang geführt und wird von Walfangnationen wie Japan genutzt, um ihre Argumente für die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs voranzutreiben.

Wissenschaftliche Daten fehlen

Der Wissenschaftliche Ausschuss der IWC ist darauf angewiesen, dass Walfangländer Erhebungen über die von ihnen gejagten Wale durchführen. Dabei sollen Daten wie DNA-Proben gesammelt werden. Wenn es keine Datengrundlage für die Berechnung von Fangquoten gibt, kann das ernste Auswirkungen auf einzelne Populationen haben.

Wer hat Anspruch auf eine Quote?

Die IWC bietet keine abschließende Definition des Begriffs "Ureinwohner". Deshalb kam es häufig zu Diskussionen, welchen Gemeinden Subsistenzwalfang-Quoten zustehen. In der Praxis ist man übereingekommen, dass Gemeinden, die einen lange bestehenden und anhaltenden Bedarf an Walfleisch und –produkten haben, eine solche Quote zusteht. Der „Bedarf“ muss zwei Kriterien erfüllen: sowohl die Sicherstellung der Ernährung als auch kulturelle Gründe.

Subsistenz

In vielen ASW-Gemeinden ernähren sich die Menschen nicht nur von Großwalen, sondern auch von anderen, lokal erzeugten Lebensmitteln (einschließlich Kleinwalen und andere Meeressäugern). Importe von nicht-lokaler Nahrung spielen inzwischen ebenfalls eine Rolle. Die IWC sollte diese Faktoren bei der Bewertung des Subsistenzbedarfs miteinbeziehen.

Kommerzialisierung

Es liegt auf der Hand, dass eine Subsistenzquote nicht kommerziell genutzt werden sollte. Trotzdem ist das zum Beispiel in Grönland der Fall. Restaurants zielen bewusst darauf ab, Tourist*innen mit Walfleischangeboten zu locken. Auch in Supermärkten und lokalen Märkten ist Walfleisch für alle Kund*innen frei verfügbar. Die Vermischung von Subsistenz-Bedarf und kommerziellen Interessen erschwert die Bewertung des tatsächlichen Bedarfes.

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