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Bericht deckt auf: Mehr als 100.000 Kleinwale werden weltweit gejagt und getötet

Toter Delfin in Indien
Toter Flussdelfin in Indien

Ein neuer Bericht von WDC und Pro Wildlife enthüllt erschreckende Zahlen zur Jagd auf Kleinwale weltweit: Einige Populationen wurden bereits an den Rand des Aussterbens getrieben. 

Ein neuer Bericht von WDC und Pro Wildlife enthüllt erschreckende Zahlen zu Kleinwaljagden weltweit. Einige Delfin- und Kleinwal-Populationen sind deshalb bereits vom Aussterben bedroht. Dem Bericht zufolge werden derzeit jedes Jahr mehr als 100.000 Delfine und Kleinwale (zu denen auch Schweinswale gehören) getötet. Davon enden Tausende als Köder für die kommerzielle Fischerei – Tendenz steigend. Andere, wie der bedrohte Amazonas-Flussdelfin (auch "Boto" genannt) werden zu "Heilmitteln" gegen COVID19-Infektionen verarbeitet. Der gemeinsame Bericht "Small Cetaceans - Even Bigger Problems" gibt einen globalen Überblick über die gezielte Jagd auf Delfine, Schweinswale und Kleinwale. Im Vergleich zu den Zahlen eines ersten Berichts aus dem Jahr 2018 hat sich die Situation für Delfine und Kleinwale nochmals verschlechtert.

Delfine als Köder 

Mindestens 30 Delfinarten werden als Köder für die kommerzielle Fischerei verwendet, früher vor allem die Individuen, die unabsichtlich als Beifang in Fischernetzen verendeten. "Doch daraus hat sich in den letzten Jahren zunehmend eine gezielte Bejagung entwickelt", sagt Tamara Narganes Homfeldt, Meeresbiologin bei WDC. In einigen Gebieten korreliert der Marktwert von Delfinen als Köder stark mit dem Wert von Haien und übersteigt ihren Wert als Nahrungsquelle, was die Delfinjagd weiter anheizt. So werden allein in Peru jährlich etwa 15.000 Delfine getötet und in Ghana fast 10.000. 

Boto / Amazonas-Flussdelfin
Boto © Fernando Trujillo

Besonders besorgniserregend sind neue Daten über den Einsatz von Delfinfleisch als Köder in der Fischerei auf hoher See. "Damit bekommt die Delfinjagd eine neue Dimension, wobei die Informationen aus den taiwanesischen und südkoreanischen Langstreckenflotten nur die Spitze eines riesigen Eisbergs sind", sagt Dr. Sandra Altherr, Biologin und wissenschaftliche Leiterin bei Pro Wildlife. 

Getötet, weil sie Fisch fressen 

Fischer:innen auf der ganzen Welt töten Delfine, um die angeblichen "Konkurrenten" um schwindende Fisch-Populationen zu dezimieren. Die Behauptung, Delfine seien für die Überfischung verantwortlich, weil sie zu viele Fische fräßen, ist falsch. Angesichts des überfischten Zustands der Meere befürchten die Herausgeber des neuen Berichts, dass das Töten von Delfinen sogar noch zunehmen wird. 

Getötet, um Corona zu heilen  

Größte Sorgen bereitet die Situation der Flussdelfine, insbesondere im Amazonasgebiet: Während der Dürre im Herbst 2023 sorgte der Tod von Hunderten Botos weltweit Schlagzeilen. Doch jedes Jahr werden Tausende dieser vom Aussterben bedrohten Meeressäuger unbemerkt abgeschlachtet, um als Köder für die illegale Fischerei zu dienen. Ihr Öl wird seit kurzem zur Behandlung von Corona-Infektionen verwendet. Wir laufen Gefahr, den Boto in den nächsten Jahrzehnten ganz zu verlieren. 

Delfine als neue Nahrungsquelle 

Die Jagd und der Verzehr von Delfinen sind in einigen Gebieten wie Indonesien, den Philippinen und den Tristao-Inseln (Guinea) zu einer relativ neuen Praxis geworden. "Da die Fischbestände weltweit zurückgehen, befürchten wir, dass die Jagd auf Delfine als Nahrungsquelle in Zukunft weiter zunehmen wird. Eine weltweite Regulierung ist dringend notwendig", mahnt Narganes Homfeldt. 

"Die Küstenstaaten müssen ihre nationalen Rechtsvorschriften verbessern und besser durchsetzen sowie ihr Engagement bei internationalen Konventionen verstärken, wenn Delfine und Kleinwale nicht das gleiche Schicksal erleiden sollen wie Großwale, deren Populationen zusammenbrachen, bevor das Moratorium der IWC für den kommerziellen Walfang in den 1980er Jahren eine Trendwende einleitete", sagt die WDC-Expertin.  

Internationale Abkommen zwischen Ländern zum Schutz und zur Erhaltung von Delfinen, wie z. B. das Übereinkommen über wandernde Arten ("Convention of Migratory Species", kurz CMS, dessen nächste Sitzung vom 12. bis 17. Februar in Usbekistan stattfindet) und die IWC (deren wissenschaftlicher Ausschuss im April in Slowenien tagen wird), müssen dringend Maßnahmen ergreifen, um die genehmigte Jagd zu regulieren und die illegale Jagd zu beenden. Andernfalls werden in allen Weltregionen mehrere Delfin- und Kleinwal-Populationen lokal ausgelöscht. 

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Über Laura Zahn

Laura Zahn arbeitet bei WDC Deutschland im Bereich Kommunikation. Sie ist zuständig für die Erstellung von News und Blogs sowie unsere Newsletter. Außerdem arbeitet Laura bei der Entwicklung und Koordination von Kampagnen mit.

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