Fakten zum Staunen

Wale und Delfine sind faszinierende Lebewesen.

Ihre besonderen Fähigkeiten und ihre perfekte Anpassung an den Lebensraum Meer bringen uns immer wieder zum Staunen. Welcher Wal taucht am tiefsten? Was ist eine Finne? Wie sehen Wale unter Wasser? Trinken Wale und Delfine Wasser? Auf diese und weitere Fragen findet ihr hier spannende Antworten!

Pottwale (C) Andrew Sutton
(C) Andrew Sutton
Finnwal
  • Pottwale können bis zu drei Kilometer tief tauchen. Im weitestgehend unerforschten Teil der Meere finden sie auch ihre Hauptnahrungsquelle, den Tiefseekalmar. Für Menschen wäre es unmöglich, in kurzer Zeit so tief zu tauchen oder so schnell an die Oberfläche zurückzukehren. Bei Menschen führt der Stickstoff im Blut zur „Taucherkrankheit“, von der Wale unter normalen Umständen jedoch nicht betroffen sind.
  • Narwale haben einen bis zu drei Meter langen Stoßzahn. Bis heute ist sein Zweck nicht eindeutig geklärt. Es gibt verschiedene Theorien: Zum Beispiel haben Forscher beobachtet, wie Narwale ihren spitzen Zahn benutzten, um Fische vor dem Verzehr mit einem kräftigen Schlag zu betäuben. Der Zahn dient außerdem dazu, Eigenschaften des Meerwassers zu bestimmen, denn Temperatur oder Salzgehalt können offenbar damit ermittelt werden.
  • Finnwale sind nicht nur die zweitgrößten Tiere auf der Erde, sondern wegen ihrer schlanken Gestalt auch besonders schnell: bis zu 47 km/h! Außerdem sind ihre Infraschall-Laute mit bis zu 188 Dezibel lauter als ein Jumbo-Jet. Trotzdem kann der Mensch sie in diesem Frequenzbereich nicht hören. Artgenossen nehmen die Rufe dagegen bis zu einer Distanz von 850 km wahr. Der älteste bisher bekannte Finnwal wurde 111 Jahre alt.

Manche Wal- und Delfinarten sind endemisch, das heißt sie leben nur in einer speziellen Region auf der Welt. Dazu gehören zum Beispiel die Heaviside-Delfine vor der Küste Südafrikas und Namibias, oder der Kalifornische Schweinswal (Vaquita) in Mexiko. Der Māui-Delfin lebt ausschließlich an der Küste Neuseelands. Leider sind diese Arten besonders gefährdet, denn im Gegensatz zu nicht-endemischen Arten bewohnen sie nur einen begrenzten Lebensraum. Da endemische Wale und Delfine in ihren Heimatgewässern oft nicht gut genug geschützt werden, stehen viele kurz vor dem Aussterben.

Wale und Delfine sind Säugetiere

  • Sie atmen mit Lungen. Das bedeutet sie nehmen Sauerstoff aus der Luft auf und müssen zum Atmen daher immer an die Wasseroberfläche kommen.
  • Sie haben eine gleichbleibend hohe Körpertemperatur.
  • Wale und Delfine bringen ihren Nachwuchs lebendig zur Welt und säugen ihn in den ersten Lebensmonaten mit Muttermilch.
Buckelwal unter Wasser (C) Vanessa Mignon

Wie unterscheidet man Wale und Delfine?

Derzeit sind 89 verschiedene Arten bekannt, die man in Bartenwale (14 Arten) und Zahnwale (75 Arten) unterteilt. Würde man allerdings alle Unterarten und eigenständige Populationen mitzählen, stiege die Zahl auf 118.

  • Zu den Bartenwalen gehören die meisten Großwale mit Ausnahme des Pottwals. Sie ernähren sich von Plankton und kleinen Fischen, die sie mit den Barten aus dem Wasser filtern.
  • Zu den Zahnwalen gehören alle Delfinarten, Schweinswale und Schnabelwale.

Als Faustregel gilt: Bartenwale sind größer (mit Ausnahme vom Pottwal) und bewegen sich gemächlicher als Zahnwale. Außerdem haben alle Bartenwale zwei Blaslöcher, Zahnwale nur eines.

Wie schlafen Wale und Delfine?

Wie Wale und Delfine unter Wasser schlafen ist für viele ein Rätsel, denn wie auch andere Säugetiere müssen sie währenddessen regelmäßig atmen. Doch wie funktioniert das eigentlich?

Wie schlafen Wale - Schlafender Pilotwal
Schlafender Pilotwal (C) WDC / Lucy Molleson

Fluke, Flipper und Finne

Die Brustflossen dienen zur Steuerung und die Rückenflosse (bei den Arten, die eine besitzen) sorgt für Stabilität beim Schwimmen. Die Schwanzflosse (oder Fluke) wird zum Antrieb genutzt. Nicht selten heben Großwale sie beim Abtauchen aus dem Wasser. Das ist nicht nur ein wunderschöner Anblick, durch das einzigartige Muster auf den Schwanzflossen kann man auch Individuen voneinander unterscheiden – und damit wiedererkennen (mehr zum Thema Flukenidentifikation).

Es gibt viele dokumentierte Fälle von Walen und Delfinen, denen eine Flosse ganz oder teilweise fehlt. Wahrscheinlich haben sie sich in Fischereigerät verfangen, wurden von einer Schiffschraube verletzt oder sind nur knapp einem Feind entkommen. In einigen Fällen ist es durchaus möglich, dass solche Individuen trotzdem ein normales Leben führen können.

Orcas

Wie wird ein Wal- oder Delfinbaby unter Wasser gestillt?

Die Mütter haben in Hautfalten verborgene Zitzen, an denen das Baby nicht saugen kann. Die Muttermilch wird daher mit Druck in das Maul des Babys gespritzt. So geht von der extrem fett- und nährreichen Milch nichts daneben.

Ein Blauwal-Baby trinkt übrigens Hunderte Liter Milch am Tag!

Einige Wale und Delfine leben nicht im Meer, sondern im Süßwasser! Beispiele dafür sind der Amazonas-Flussdelfin in Südamerika und der Ganges-Delfin in Indien.

Boto / Amazonas-Flussdelfin

Haben Wale und Delfine Haare?

Alle Säugetiere haben Haare - Wale und Delfine sind da keine Ausnahme. Bei Walen und Delfinen hat sich evolutionär jedoch eine extrem glatte Haut entwickelt, wobei die Haare fast vollständig verloren gingen. Bei den meisten Arten sind ein paar winzige Härchen an der Spitze der Schnauze übrig geblieben, die sie zudem schon vor oder kurz nach der Geburt verlieren. Die Ausnahmen sind der Amazonas-Flussdelfin (Boto) und der Grauwal. Sie verlieren diese Härchen nicht, sondern behalten sie ihr Leben lang.

Haare und Fingernägel des Menschen bestehen aus Keratin, genau wie die Barten von Großwalen. Ein Bartenwal hat ca. 600 Barten in seinem Oberkiefer, die bei der Nahrungsaufnahme wie ein riesiger Filter fungieren. Fische oder Plankton bleiben in den Barten hängen, während das salzige Wasser mit der Zunge durch die Barten aus dem Maul gedrückt wird. Einige Walarten fressen auf diese Weise bis zu 1 Tonne Fisch am Tag!

Gibt es weiße Wale und Delfine?

Genau wie beim Menschen gibt es auch weiße Wale und Delfine (bei Arten, die normalerweise nicht weiß sind. Hierbei unterscheidet man zwischen Leuzismus und Albinismus. Bei ersterem werden kaum Pigmente (Farbstoffe in der Haut, etc.) gebildet, bei letzterem fehlen die farbstoffbildenden Zellen komplett. Albino-Wale und Delfine sind oft leicht rosafarben statt weiß. Leuzistische können einige pigmentierte Partien aufweisen.

Weiße Wale und Delfine stechen optisch unter ihren Artgenossen heraus. Manche Individuen sind sogar berühmt, wie der russische Orca Iceberg oder der Buckelwal Migaloo. Migaloo wurde 1991 das erste Mal vor Australien gesichtet – zu diesem Zeitpunkt war er der einzige bekannte weiße Wal der Welt. Später wurden weitere weiße Wale gesichtet: beispielsweise die 2013 und 2015 in der Ostsee entdeckten weißen Schweinswale. Sie sind äußerst selten, weltweit sind in den letzten 100 Jahren nur etwa 15 weiße Individuen dieser Art dokumentiert worden.

Die weiße Haut ist bei Meeressäugern wie auch beim Menschen besonders anfällig für Sonnenbrand, da die Pigmente fehlen, die normalerweise auch einen Schutz vor Sonneneinstrahlung bieten. Man würde vermuten, dass weiße Wale schwieriger überleben, da sie z. B. auch von Feinden leichter entdeckt werden können. Zumindest in einigen Fällen ist das offenbar aber nicht so!

Beluga Shanghai

Alle Belugas haben eine weiße Haut! Bei der Geburt ist ein Beluga-Baby noch dunkelgrau, doch mit zunehmendem Alter wird die Haut heller. Zwischen dem fünften und dem zwölften Lebensjahr wechseln sie ihre Farbe und werden rein weiß. So sind sie in ihrem natürlichen Lebensraum, umgeben von Eis, besser getarnt.

Leben unter Wasser

Wie kommunizieren Wale und Delfine?

Wale und Delfine kommunizieren auf verschiedene Arten miteinander: über Laute, Körperkontakt und Körpersprache. Großwale können mit tiefen Frequenzen über sehr große Distanzen miteinander kommunizieren. Zahnwale nutzen höhere Frequenzen (Ultraschall), was die Reichweite ihrer Kommunikation einschränkt.

Delfine kommunizieren über zweierlei Laute: Pfiffe und Klicks. Die Klicks dienen der Echolokation und werden dazu verwendet, die Umgebung zu erfassen, sich zu orientieren und zu jagen, während die Pfiffe mehr der Kommunikation mit Artgenossen (und eventuell auch anderen Arten) dienen. Bei einigen Arten weiß man, dass jeder Delfin einen einzigartigen Signaturpfiff („signature whistle“) besitzt, der ihn als Individuum identifiziert. Da diese Delfine die Pfiffe der anderen kopieren, rufen sie sich offenbar gegenseitig beim Namen. Das ist einmalig im Tierreich!

Wie sehen und hören Wale und Delfine unter Wasser?

Delfine haben ein sehr gutes Sehvermögen (abgesehen von Flussdelfinen), sowohl unter als auch über Wasser. Zahnwale nutzen zusätzlich Echolokation, um sich unter Wasser zurechtzufinden und zu jagen. So wie Fledermäuse senden sie Schallwellen aus, die von Objekten reflektiert werden. So entsteht ein genaues Bild ihrer Umgebung, übrigens genauer als bei jedem technischen Sonargerät, dass der Mensch je entwickelt hat.

Meeressäuger haben keine äußeren Ohren (Ohrmuscheln). Stattdessen empfangen sie Schallwellen mit ihren Kieferknochen, von wo der Schall zum Innenohr geleitet wird. Außerdem haben sie weder Nase noch Riechnerven, daher wird angenommen, dass sie keinen Geruchssinn haben. Jedoch haben sie einen ausgezeichneten Geschmackssinn, sie können mit der Zunge das Meerwasser geschmacklich erkunden und bevorzugen bestimmte Fischarten oder Meerestiere.

Blue whale underwater

Blauwale

Die größten Tiere auf unserem Planeten! Zahlen, Fakten und spannende Informationen rund um Blauwale:

Sperm whale

Intelligenz

Wale und Delfine sind intelligent und sozial. Sie benutzen Werkzeuge und können ihr Wissen weitergeben:

Großer Tümmler in der Ostsee

Solitärdelfine

Überall auf der Welt gibt es allein lebende Wale und Delfine. Sie werden auch Solitärdelfine genannt:

Rekordhalter

Die längsten Barten
m
hat der Grönlandwal
Am lautesten
db
ruft der Pottwal
Der Finnwal
km/h
ist der schnellste
Tiefster Tauchgang
m
eines Cuvier-Schnabelwals
Der Narwal
m
hat den längsten Zahn
Längste Strecke
km
von einem Grauwal zurück gelegt

Spannende Videos

Eine Auswahl der schönsten Wal- und Delfinvideos. Auf unserem YouTube Kanal findet ihr mehr!

Kleiner Schwertwal

Amazonas-Flussdelfine

Rundkopfdelfine

Buckelwale

Zügeldelfine

Orcas

Bildungsmaterialien

Wale und Delfine sind ein Thema, das fasziniert. Tauchen Sie gemeinsam mit Ihrer Schulklasse in die Unterwasserwelt ein. Hier finden Sie wissenswerte Fakten, Aktionsideen und Hintergrundinformationen für Ihren Unterricht:

orca-breach-ferop-300

Unterrichtsmaterialien

Wale und Delfine zu Besuch im Klassenzimmer

orca-surface-megan-hockin-bennett-300

WDC Kids

Die Kinderseite von WDC

Klassenpatenschaft

Übernehmen Sie mit Ihrer Klasse eine Patenschaft und lassen Sie sich von einem Wal oder Delfin durchs Jahr begleiten.