Meilenstein für den Meeresschutz: UN-Hochseeabkommen in Kraft
Nach mehr als 20 Jahren Verhandlungen wird der Schutz der Hochsee endlich verbindlich: Am 17. Januar trat das UN-Hochseeabkommen in Kraft. Ein historischer Schritt – besonders für Wale und Delfine, deren Lebensräume in der Hochsee bislang kaum geschützt waren.
Mit dem Inkrafttreten des UN-Hochseeabkommens gibt es erstmals ein internationales, rechtlich verbindliches Regelwerk zum Schutz der Hochsee – jener Meeresgebiete, die außerhalb nationaler Hoheits- und Wirtschaftszonen liegen und bislang kaum reguliert waren.
Möglich wird dieser Schritt, weil inzwischen 83 Staaten sowie die Europäische Union das Abkommen ratifiziert haben (Stand: 19. Januar 2026). Die notwendige Mindestzahl von 60 ratifizierenden Staaten wurde damit deutlich überschritten. Auch Deutschland hat Ende 2025 mit einem Kabinettsbeschluss die Voraussetzungen geschaffen, um dem Abkommen beizutreten. Eine Ratifizierung steht jedoch noch aus. Deutschland und andere Partnerländer arbeiten aber bereits an ersten Vorschlägen für Meeresschutzgebiete, unter anderem in der Region um Mikronesien. Für die erste Vertragsstaaten-Konferenz, der so genannten Ozean-COP (Conference of Parties) ist August 2026 und Januar 2027 im Gespräch.
Schutz für einen bislang rechtsfreien Raum
Die Hochsee macht rund zwei Drittel der Ozeane aus – und war lange ein weitgehend ungeschützter Raum. Genau dort sind jedoch viele Wale und Delfine unterwegs: auf ihren Wanderungen zwischen Nahrungs- und Fortpflanzungsgebieten, quer durch ganze Ozeanbecken. Nationale Schutzmaßnahmen greifen hier bislang kaum.
Für WDC ist das Inkrafttreten des Hochseeabkommens deshalb ein entscheidender Fortschritt. Erstmals können auf hoher See Meeresschutzgebiete ausgewiesen, Umweltverträglichkeitsprüfungen verpflichtend durchgeführt und menschliche Eingriffe besser reguliert werden.
"Wale kennen, genau wie die Meere und Ozeane, keine Grenzen. Auch jenseits der nationalen Hoheitsgebieteist es unerlässlich, den Schutz der Lebensräume und Meerestiere auf hoher See zu gewährleisten. Dafür ist die Ausweisung von Meeresschutzgebieten entscheidend. Die Wirksamkeit des Abkommens hängt jedoch letztlich von deren Management und der Kontrolle der Einhaltung der in diesen Gebieten geltenden Verpflichtungen und Verbote ab."
Marine Perrin, WDC-Expertin für Meeresschutz
Auf die Umsetzung kommt es an
So bedeutend das Inkrafttreten des Abkommens ist: Für WDC ist klar, dass dies erst der Anfang ist. Entscheidend wird sein, wie ambitioniert die Schutzgebiete ausgewiesen werden, wie wirksam sie gemanagt sind und ob Verstöße tatsächlich kontrolliert und geahndet werden.
WDC wird sich daher weiterhin international dafür einsetzen, dass das Hochseeabkommen konsequent und im Sinne von Walen, Delfinen und ihren Lebensräumen umgesetzt wird. Denn nur wenn Schutz auch auf hoher See Realität wird, kann die Vision von WDC Wirklichkeit werden: eine Welt zu schaffen, in der alle Wale und Delfine frei und sicher leben können.
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