Zum Inhalt springen
Springender Schweinswal © Charlie Phillips / WDC
Alle Blogbeiträge
  • Alle Blogbeiträge
  • Beifang
  • CBD
  • CITES
  • CMS
  • Delfinarien
  • Grüner Wal
  • High Seas Treaty
  • IWC
  • Meeresschutz
  • Plastik
  • Projekte
  • UNFCCC
  • Walbeobachtung
  • Walfang
Gruppe mit Ferngläsern an der Küste

Frostige Mission an Schottlands Küsten: Freiwillige erheben drei Winter lang Daten zum Schutz von Walen und Delfinen

Mehr über die Wale und Delfine zu erfahren, die entlang unserer Küsten leben, ist unerlässlich,...
Teilnehmer:innen des Workshops am Strand

Vom Fischfang zur Walbeobachtung: WDC-Workshop in El Salvador

Wale und Delfine in freier Wildbahn zu sehen, ist ein unvergessliches Erlebnis. Im besten Fall...
Statue eines Buckelwals mit Kalb in Taiji

WDC in Japan – Teil 6: Eine lehrreiche Reise

Auf meiner dreiwöchigen Reise durch Japan konnte ich mit vielen Menschen sprechen, mir die Walfleisch-Automaten...
Schweinswal, der als Beifang gestorben ist.

Stoppen wir jetzt die Grundschleppnetzfischerei!

Gemeinsam mit Patagonia fordern wir einen sofortigen Stopp der Grundschleppnetzfischerei in Meeresschutzgebieten und küstennahen Zonen....

Erfolg! UN-Übereinkommen schützt Schweinswale

Gestrandeter Schweinswal
Gestrandeter Schweinswal © Jan Haelters

In der zentralen Ostsee gibt es nur noch wenige Hundert Schweinswale – die Population ist vom Aussterben bedroht. Aber hier kommt die gute Nachricht: Unsere Bemühungen haben zu einem großen Erfolg für die kleinen Wale geführt, der uns ihrer Rettung einen Schritt näherbringt. 

 Ich hätte nie gedacht, dass ich Usbekistan einmal besuchen würde, aber die Arbeit zum Schutz von Walen und Delfinen kann einen an interessante Orte bringen. In einem ungewöhnlich warmen Februar fand ich mich in der Stadt Samarkand an der alten Seidenstraße wieder, um mit meiner WDC-Kollegin Katie Hunter an der Konferenz (COP) zum Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (Convention of Migratory Species, kurz CMS) teilzunehmen. 

Ed und Katie bei der Tagung des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wilder Tierarten (CMS COP14).
Ed und Katie bei der Tagung des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wilder Tierarten (CMS COP14).

Diese Konferenz findet alle drei Jahre statt und ist dem Schutz von Arten gewidmet, die regelmäßig von einem Gebiet der Welt in ein anderes ziehen und dabei Ländergrenzen überschreiten wir nennen sie wandernde Arten. Das Thema der diesjährigen Konferenz (CMS COP14): "Die Natur kennt keine Grenzen". Es macht deutlich, dass die Rettung wandernder Arten von entscheidender Bedeutung ist, wenn wir die Krise der biologischen Vielfalt bewältigen wollen, und dass die Länder zusammenarbeiten müssen. Wenn die Länder auf dieser Konferenz ihre Kräfte bündeln, haben sie die Möglichkeit, Maßnahmen zu ergreifen, um die Bedrohungen zu verringern und die Lebensräume wiederherzustellen, die diese Arten auf ihrer gesamten Reise vorfinden. 

Was hat das mit uns zu tun? 

Bei der Konferenz kommen Länder und NGOs aus der ganzen Welt zusammen, um Pläne zum Schutz verschiedener wandernder Tierarten – von Adlern und Aalen bis hin zu Fledermäusen und Großkatzen – auszuarbeiten. Wir waren dabei, um den wandernden Wal-, Delfin-Arten, die über die Landesgrenzen hinweg reisen, eine Stimme zu geben. In diesem Jahr setzten wir uns für die kleinste Art ein – den vom Aussterben bedrohten Schweinswal in der zentralen Ostsee. 

Diese genetisch-einzigartige Population ist durch den unbeabsichtigten Fang in Fischereigeräten (auch als Beifang bezeichnet), Umweltverschmutzung sowie Unterwasserlärm durch Schiffsverkehr und den Bau von Offshore-Windparks bedroht. Schätzungen zufolge gibt es nur noch rund 450 Individuen.

Schweinswal, der als Beifang gestorben ist.

Stoppen Sie jetzt die Grundschleppnetzfischerei!

Erfolg!

Gemeinsam mit unseren NGO-Partnern haben wir uns seit Jahren dafür eingesetzt, den Rückgang dieser Schweinswal-Population aufzuzeigen und umzukehren. Bei der CMS COP14 wurde ihr endlich der zusätzliche Schutz gewährt. Whale and Dolphin Conservation, Humane Society International, Coalition Clean Baltic und ORCA leisteten einen entscheidenden Beitrag zu dem Beschluss. Im letzten Jahr reichten wir einen gemeinsamen Bericht bei der CMS ein, der konzertierte Notfallmaßnahmen zum Schutz der bedrohten Schweinswal-Population in der zentralen Ostsee sowie zur Renaturierung ihrer Lebensräume forderte. Daraufhin beantragten die CMS-Mitgliedsstaaten der EU, den Ostsee-Schweinswal in den Anhang I des Übereinkommens aufzunehmen und ihm damit den höchsten Schutzstatus zuzusprechen und die konzertierten Maßnahmen zu ermöglichen. CMS hat der Listung in Anhang I jetzt zugestimmt. Dabei sollen Hindernisse für ihre saisonale Wanderung vermieden, beseitigt oder entschärft und andere Faktoren, die ihr Überleben gefährden könnten, kontrolliert werden. Zu den Hauptbedrohungen des Ostsee-Schweinswals gehören insbesondere Beifang, Unterwasserlärm und Umweltverschmutzung. 

Springender Schweinswal
Ein großer Erfolg für Schweinswale in der zentralen Ostsee. © Chrys Mellor

Beharrlichkeit zahlt sich aus 

Der Erfolg für die Ostsee-Schweinswale kam jedoch nicht über Nacht. Er war der Höhepunkt jahrelanger harter Arbeit unseres NGO-Zusammenschlusses. Außerdem führte WDC eine Kampagne für den Ostsee-Schweinswal durch, mit dem Ziel ein ganzjähriges Stellnetzverbot in Meeresschutzgebieten zu erwirken. Eine Petition mit mehr als 100.000 Unterschriften wurde im September 2021 an die deutsche Regierung übergeben. WDC initiierte auch einen offenen Brief an die deutsche Regierung, der von mehr als 100 Wal-Expert:innen aus aller Welt unterzeichnet wurde und in dem effektive Maßnahmen zum Schutz des Ostsee-Schweinswals gefordert werden. Die Aufklärungsarbeit von WDC wird bis heute fortgesetzt.  

Auch unsere NGO-Partner haben mit Kampagnen und Aktionen in den vergangenen Jahren einen wichtigen Beitrag geleistet, dass wir unserem Ziel Schritt für Schritt näher kommen konnten.  

Jenseits der Ostsee

Auch für Franciscana-Delfine gab es bei der CMS COP14 einige Erfolge. Nach einem starken Rückgang ihrer Population, der größtenteils auf den Beifang in Stellnetzen zurückzuführen ist, haben unsere Freunde in Argentinien, Brasilien und Uruguay mehr Maßnahmen zum Schutz der Delfine gefordert. Diesem Antrag wurde stattgegeben. In den nächsten drei Jahren soll deshalb ein Managementplan für elf Schlüsselgebiete im gesamten Verbreitungsgebiet der Franciscana-Delfine aufgestellt werden, um die Bedrohung durch Stellnetze zu reduzieren. Das ist aber noch nicht alles. Dieselben Länder schlugen eine Erhöhung des Schutzes für den Großen Tümmler von Lahille vor, um seine Population von weniger als 600 Individuen vor dem Aussterben zu bewahren. Auch diesem Antrag wurde stattgegeben und die Population wurde ebenfalls in den Anhang I aufgenommen. Wir hoffen, dass diese Entwicklungen zu effektiven und positiven Veränderungen für die bedrohten Populationen führen werden und sie sich bald erholen können.

Nach einer arbeitsreichen Woche, in der wir mit zahlreichen Partnern zusammengearbeitet haben, hat sich das politische Ruder zugunsten der Wale und Delfine herumgerissen, und das ist ein Grund zum Feiern! Ohne die Hilfe unserer engagierten Unterstützer:innen hätten wir diesen Sieg für die Schweinswale nicht erringen können. Wir danken Ihnen! 

Folgen Sie WDC auf Social Media!

Mehr Nachrichten

Lesen Sie weitere News und Blogs aus der Welt der Wale und Delfine.

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Wir setzen uns weltweit in verschiedenen Projekten für Wale und Delfine ein.

Hinterlassen Sie einen Kommentar