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Whales in hot water: Neuer Bericht zeigt verheerende Auswirkungen des Klimawandels auf Wale und Delfine

WDC-Report, COP28

Zur UN-Klimakonferenz (COP28) veröffentlicht WDC (Whale and Dolphin Conservation) einen neuen Bericht, der die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels auf Wale und Delfine belegt – die Erwärmung des Ozeans, Nahrungsknappheit und verheerende Massensterben.

Diese Bedrohungen schmälern nicht nur die Rolle, die Wale und Delfine im Ökosystem Meer bei der Bekämpfung des Klimawandels und der Artenvielfalt spielen können – mehrere Arten sind sogar unmittelbar vom Aussterben bedroht.  

Der Bericht "Whales in Hot Water" legt dar, wie verheerend die steigenden Temperaturen der Meere für die Wal- und Delfin-Populationen sind: Ihre natürlichen Habitate verändern sich so schnell, dass Arten miteinander konkurrieren müssen. Algenblüten setzen Toxine frei, die nun regelmäßig in toten Walen und Delfinen gefunden werden. Die Meeressäuger zeigen veränderte Verhaltensweisen, die sie in stark genutzte Gewässer treiben und dort das Risiko von fatalen Schiffskollisionen erhöhen. Ihr geschwächtes Immunsystem und ein erhöhter Energiebedarf macht sie anfälliger für Krankheiten. 

Delfine greifen Schweinswale an 

El-Niño-Wetterereignisse, die im Zuge des Klimawandels immer häufiger auftreten, führten dazu, dass sich Populationen Großer Tümmler nach Norden in Richtung Kalifornien bewegten und in Gebiete mit ansässigen kalifornischen Schweinswalen vordrangen. In den letzten 20 Jahren haben Große Tümmler vermehrt ihre kleineren Verwandten angegriffen – oft mit tödlichem Ausgang.  

Schrumpfende Nahrungsquellen 

Krill ist eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Bartenwale. Im Südpolarmeer, wohin zahlreiche Populationen im Polarsommer zur Nahrungsaufnahme wandern, ist das Krill-Vorkommen seit den 1980er Jahren jedoch um 30 Prozent zurückgegangen. Für den Pazifik und den Atlantik wird bis zum Jahr 2100 ein Rückgang um 16-19 Prozent prognostiziert. Die Nahrungsknappheit führt dazu, dass die Meeressäuger weniger Fett speichern können und dadurch nicht mehr ausreichend Energie für ihre langen, saisonalen Wanderungen zur Verfügung haben. Es wurde beobachtet, dass viele Individuen die Wanderungen in die wärmeren Gewässer auslassen, die sie normalerweise zur Paarung aufsuchen. Dadurch werden immer weniger Jungtiere geboren, was die Erholung der Populationen beeinträchtigt.  

Toxische Bedrohungen 

Schädliche Algenblüten treten auf, wenn es zu einem lokalen, schnellen Algenwachstum kommt. Dies geschieht immer häufiger, da sich die Ozeane aufgrund des Klimawandels erwärmen. Das hat dramatische Auswirkungen auf die Ökosysteme, denn die Algen blockieren nicht nur den Lichteinfall in den Ozean, sondern setzen auch gefährliche Neurotoxine frei, wenn sie in so großer Zahl wachsen. Wenn diese Neurotoxine von Walen und Delfinen aufgenommen werden, können die Toxine die Reaktionsfähigkeit der Meeressäuger verlangsamen, wodurch sie anfälliger für Schiffskollisionen werden. Im Jahr 2015 starben in Chile mindestens 343 Bartenwale, wobei bei 69 Prozent von ihnen extrem hohe Konzentrationen der lähmenden Toxine nachgewiesen wurden. Das plötzliche Massensterben ist mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Algenblüte geschuldet.   

Krankheitsausbrüche 

Wenn Wale und Delfine aufgrund der steigenden Meerestemperaturen in neue Gebiete ziehen, besteht ein größeres Risiko für den Ausbruch von Krankheiten, da der erhöhte Stress zu einer geringeren Immunität führt. 61 Prozent der Krankheitsausbrüche bei Walen und Delfinen wurden in Zeiten erhöhter Meeresoberflächentemperaturen verzeichnet, die mit der Verschärfung des Klimawandels voraussichtlich länger und häufiger auftreten werden.  

Lösungen  

Der Bericht fordert dringende Maßnahmen zur Renaturierung der Meere, bevor es zu spät ist. Gemeint sind Schutzmaßnahmen, die dazu führen, dass sich Wal- und Delfin-Populationen erholen und so mit ihrer Hilfe die Klima- und Biodiversitätsziele erreicht werden können. Der Bericht enthält eine Reihe von Empfehlungen für Regierungen und Industrie: 

  • Bekämpfung der Ursachen der Klimakrise: Wir müssen für eine Erholung der weltweiten Wal- und Delfinpopulationen sorgen – das darf jedoch kein Ersatz für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und Treibhausgasemissionen sein. Das Erreichen der Ziele des Pariser Abkommens und die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5°C werden massiv dazu beitragen, die Auswirkungen der beschriebenen Bedrohungen für Wale und Delfine zu verringern.
  • Beifang reduzieren: Die größte Bedrohung für Wale und Delfine ist der Tod in Fischereigeräten. Regierungen und die Industrie müssen sich von destruktiven Fischereipraktiken verabschieden, gezielte Fangbeschränkungen für Fischpopulationen festlegen, alternative Fanggeräte einsetzen, die den Beifang reduzieren, und in die Sammlung, Verarbeitung und Wiederverwertung von verlorenen oder weggeworfenen Fanggeräten investieren.
  • Effektive Meeresschutzgebiete einrichten: Regierungen müssen sicherstellen, dass Walen und Delfinen ein sicherer Lebensraum zur Verfügung steht, auch mit Hinblick auf die Veränderungen ihrer Verbreitungsgebiete und ihrer Nahrungspräferenzen. Dabei müssen auch aktuelle Forschungsergebnisse über Meeresgebiete, die von besonderer Bedeutung für die Meeressäuger (Important Marine Mammal Areas – IMMAs) sind, in alle nationalen und internationalen meerespolitischen Planungen einbezogen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass Arten in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet und insbesondere in den Gebieten, die der Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung und Wanderung dienen, geschützt werden.

Diese Maßnahmen sind nur die Spitze des Eisbergs, wenn es darum geht, Walen und Delfinen zu ermöglichen, ihre volle Funktion im Ökosystem zu entfalten. Wale und Delfine sind unsere Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise: Durch ihr natürliches Verhalten tragen sie dazu bei, dass der Ozean zur Kohlenstoffsenke wird. 

Ed Goodall, Leiter für internationale Zusammenarbeit bei WDC und einer der Autoren des Berichts, sagt: "Eine Kombination aus Ökosystem-Veränderungen und menschlichen Bedrohungen bedeutet, dass der Klimawandel einzelne Wale und Delfine sowie ganze Populationen gefährdet. Dies wird auch in Zukunft ihre Überlebensfähigkeit, ihre Gesundheit und ihren Fortpflanzungserfolg untergraben. Regierungen müssen auf der COP28 und darüber hinaus schnell handeln, um die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen, damit wild lebende Tiere, darunter Wale und Delfine, in ihre natürlichen Lebensräume zurückkehren und gedeihen können. Nur so können sie ihre Rolle als unsere Verbündeten bei der größten Herausforderung unserer Zeit erfüllen."  

Dr. Sylvia Earle, Meeresbiologin, Ozeanographin und Autorin, erklärt in dem Bericht: "Wale und Delfine sind unsere Rettungsleine im Kampf gegen den Klimawandel. Wir müssen Veränderungen fördern, indem wir unsere Aktivitäten im Meer so anpassen, dass die Meeressäuger gedeihen können. Die Welt muss sehen, was verloren geht, wenn wir ihre Lebensräume, ihre Nahrungsquellen und ihre Gesundheit weiter dezimieren. Ich appelliere an alle, die das Glück haben, Einfluss zu nehmen – sei es in den Regierungen oder in den Vorstandsetagen der Industrie – die guten Ratschläge in diesem Bericht zu beherzigen und dringend die Bedingungen zu schaffen, die ein Wiederbeleben des Ozeans und eine gesunde Erde ermöglichen." 

Bianca und Ed von WDC bei der COP28
Bianca und Ed präsentieren den neuen WDC-Bericht bei der COP28. © WDC

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Über Laura Zahn

Laura Zahn arbeitet bei WDC Deutschland im Bereich Kommunikation. Sie ist zuständig für die Erstellung von News und Blogs sowie unsere Newsletter. Außerdem arbeitet Laura bei der Entwicklung und Koordination von Kampagnen mit.

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