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WDC im Kampf gegen den kommerziellen Walfang

Ereignisreiche Tage liegen hinter uns – was für eine Erfahrung! Die Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) war definitiv ein Highlight meiner noch jungen Karriere als Walschützerin.

Bereits in die Vorbereitung sind viel Arbeit und Mühe geflossen, denn es gilt jede Möglichkeit der Stellungnahme für den Schutz der Wale und Delfine auch gut zu nutzen!

So arbeitete unser Team eine schriftliche Eröffnungserklärung aus, in welcher WDC u.a. seine Haltung zu den vorliegenden Resolutionen zum Ausdruck brachte. Außerdem bereiteten wir Informationsschreiben vor (auch "Briefings" genannt), die ebenso wie die Eröffnungserklärung auf der Website der IWC veröffentlicht wurden. Diese Informationsschreiben thematisieren die Grausamkeiten des isländischen Walfangs, die wichtige Rolle von Walen und Delfinen innerhalb ihrer Ökosysteme sowie ihren unverzichtbaren Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel.

Vor Ort waren wir damit beschäftigt, mit anderen NGOs die Themen unserer Briefings zu vertiefen und für die Dringlichkeit des weltweiten Walschutzes zu sensibilisieren. Außerdem nutzten wir die Zusammenkunft, um im Gespräch mit Regierungsvertreter:innen auf den Antrag mit Bezug zum Thema Ernährungssicherheit einzugehen und deutlich zu machen, warum der Konsum von Wal- oder Delfinfleisch keinesfalls die Antwort auf den Welthunger sein kann. Aufmerksam folgten wir den Diskussionen der Kommission, um wichtige Informationen und das Stimmungsbild einzufangen, sodass wir an den richtigen Stellen unsere Stimme für den Schutz von Walen und Delfinen erheben konnten. Als NGO ist das gar nicht so einfach, da man kein Mitglied der Kommission ist und als "Beobachter" begrenzte Möglichkeiten hat, sich zu äußern.

Doch wir von WDC bekamen noch Gelegenheit, laut und deutlich im Namen der Wale zu sprechen …

Im Rahmen der IWC-Tagung lernten wir viele Kolleg:innen anderer NGOs aus der ganzen Welt kennen. Auch wenn die Organisationen teilweise unterschiedliche Schwerpunkte haben, so hatten wir dennoch eine gemeinsame Mission: Der Angriff auf das kommerzielle Walfangverbot durch die Anträge der Pro-Walfangnationen musste um jeden Preis abgewehrt werden! So gab es reichlich Austausch, der uns allen zu einem guten Überblick verhalf, an welcher Stelle unsere Argumente zum Schutz der Wale und Delfine den potenziell größten Effekt erzielen würden. Gemeinsam feilten wir an verschiedenen Interventionen, die an den entsprechenden Agenda-Punkten vor dem Plenum vorgetragen werden sollten.

Und so kam er dann − völlig unerwartet − mein großer Moment im Plenum. Im Namen von WDC und 17 weiterer NGOs durfte ich unsere Intervention in Anlehnung an unser Briefing zum isländischen Walfang vortragen. Dabei ging es darum, den Kommissionsmitgliedern die extrem hohe Anzahl der getöteten Wale durch Island aber auch Norwegen vor Augen zu führen und die zahlreichen Verstöße gegen das Tierwohl zu betonen. Wir forderten die beiden Länder schließlich auf, den Walfang ein für alle Mal aufzugeben. Auch mein Kollege Ed Goodall von WDC UK trug eine Intervention im Namen zahlreicher NGOs vor, in der er die Wichtigkeit der Wale für gesunde Ökosysteme und als unsere Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel betonte. Bestimmt war er genauso aufgeregt wie ich.

Als ich Anfang des Jahres noch als Praktikantin bei WDC arbeitete, war eine Situation wie diese ein unwirklicher Traum in ferner Zukunft. Sozusagen vor der ganzen Welt sprechen zu können, fest entschlossen gehört zu werden und alles zu geben, damit das unnötige Leid Tausender Wale und Delfine endlich ein Ende findet – Adrenalin pur! Ich war furchtbar aufgeregt, das Herz schlug mir bis zum Hals. Aber ich war auch ebenso stolz. Stolz darauf, WDC auf dieser wichtigen Konferenz repräsentieren zu können und stolz darauf, den Sprung ins kalte Wasser gewagt zu haben.

Die Tage waren lang und meistens folgte den Sitzungen im Plenum noch ein Meeting, ein Empfang oder ein anderes Event. Doch alle Anstrengungen haben sich gelohnt, denn es gab auf diesen Veranstaltungen nicht zuletzt reichlich Gelegenheit für Networking und Austausch. Wertvolle Kontakte wurden geknüpft, darunter auch mit Mitgliedern anderer NGOs, um den gemeinsamen Kampf im Einsatz für Wale und Delfine an den entscheidenden Stellen mit gebündelter Kraft zu bestreiten.

Die Konferenz war definitiv voller Höhen und Tiefen. Dass das geplante Walschutzgebiet im Südatlantik zum Greifen nah, dann doch noch von der Gegenseite verhindert werden konnte, war eine bittere Enttäuschung. Dennoch konnten die Anträge, die auf eine Rückkehr zum kommerziellen Walfang abzielen, fürs Erste abgewehrt werden. Wir sind fest entschlossen, den Pro-Walfangnationen auch auf der nächsten IWC im Jahr 2024 die Stirn zu bieten.

[shariff]

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Wir setzen uns weltweit in verschiedenen Projekten für Wale und Delfine ein.

Über Katrin Matthes

Katrin koordiniert für uns die internationale Arbeit zu Japan. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Beendigung des kommerziellen Walfangs und der Delfinjagden in Taiji. Katrin kümmert sich außerdem um die Bildungs- und Kinderinhalte auf unserer deutschen Website.

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