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Blauwal Azoren © Oliver Dirr / Whaletrips

Über Wale & Delfine

Willkommen in der Welt der Wale und Delfine!

Es gibt etwa 90 verschiedene Arten von Walen und Delfinen, die über den gesamten Planeten verbreitet sind. Sie sind meist sehr sozial und leben teilweise in höchst komplexen Gemeinschaften. 

Vielfalt der Wale und Delfine

„Cetacea" ist die Sammelbezeichnung für alle Wale, Delfine und Schweinswale, die zusammen eine Gruppe, die so genannte Ordnung, bilden. Sie umfasst derzeit etwa 90 Wal- und Delfinarten. Zum aktuellen Zeitpunkt gehören zu den bekannten Arten 15 Bartenwale, 7 Schweinswale, 3 Pott- und Zwergpottwale, 24 Schnabelwale, 37 ozeanischen Delfine, 4 Flussdelfine (sowie der ausgestorbene Baiji), der Beluga und der Narwal.

Boto / Amazonas-Flussdelfin
Boto © Fernando Trujillo

Die Wale können in zwei Kategorien unterteilt werden: Bartenwale und Zahnwale. Zu den Bartenwalen gehören zum Beispiel Blauwale, Finnwale, Seiwale, Zwergwale, Buckelwale, Grauwale und Glattwale. Die überwiegende Mehrheit der Wale gehört zur Kategorie der Zahnwale − dazu gehören die Schnabelwal-Arten, alle Delfine und die Schweinswale. Auch der Pottwal (der einzige Großwal in dieser Kategorie) sowie der Beluga und der Narwal gehören zu den Zahnwahlen.

Rückkehr zum Wasser

Es gibt viele Säugetiere, die Zeit im Wasser verbringen: Robben, Seelöwen, Walrosse, Wühlmäuse, Schnabeltiere und viele andere sind in der Lage, sich längere Zeit über oder unter der Wasseroberfläche aufzuhalten, aber sie alle kommen früher oder später an Land. Wale, Delfine und Schweinswale unterscheiden sich von all diesen Tieren dadurch, dass sie ausschließlich im Wasser leben.

Es überrascht daher nicht, dass die Wissenschaft jahrhundertelang vor einem Rätsel stand. Warum um alles in der Welt sollte sich ein Säugetier, das Luft atmen muss und dessen Knochenbau, einschließlich rudimentärer Gliedmaßen, auf eine Fortbewegung an Land schließen lässt, in einer rein aquatischen Umgebung entwickelt haben? 

Spyhop Orca
Spyhop Orca © Rob Lott

Die Fossilien zeigen, dass sich Wale aus einem vierbeinigen, paarhufigen Säugetiervorfahren entwickelt haben, der vor 50 Millionen Jahren an Land lebte. Die prähistorischen Wale, die vor 40 bis 35 Millionen Jahren lebten, werden "Basilosaurus" genannt. Man glaubte zunächst, dass es sich bei den Fossilien um Meeressaurier handelte. Heute weiß man, dass es keine Reptilien, sondern riesige Säugetiere waren. 

In jüngerer Zeit wurden Fossilien entdeckt, die die evolutionären Schritte zwischen den Hufsäugetieren und den Urwalen erklären. Dazu gehört ein bemerkenswertes wolfsgroßes Säugetier namens "Pakicetus", das ähnlich positionierte und geformte Ohrknochen wie moderne Wale sowie ähnlich angeordnete Zähne hatte. Pakicetus bewegte sich zwischen den Welten von Land und Meer und ernährte sich sowohl von Fleisch als auch von Fisch. Man geht heute davon aus, dass er ein Vorläufer des Basilosaurus und damit der Wale und Delfine selbst war. Die Tatsache, dass moderne Wale und Delfine Raubtiere sind, deutet darauf hin, dass ihre fleisch- und fischfressenden Vorfahren eine unangefochtene Nische im Wasser fanden und dortblieben, bis sie ihre Fähigkeiten an Land nicht mehr benötigten. 

Anpassung an das Leben im Wasser

Die Vorfahren der Wale haben sich im Lauf der Evolution durch verschiedene innere und äußere Veränderungen ihres Körpers an ein Leben im Wasser angepasst, um dort optimal jagen, Jungtiere gebären, tauchen, kommunizieren und navigieren zu können. Trotzdem sind ihnen bestimmte Merkmale von Millionen von Jahren an Land geblieben: als Säugetiere atmen sie weiterhin mit Lungen, der Nachwuchs ernährt sich von Muttermilch − außerdem haben sie Fingerskelette in den Flossen, die vor der Geburt verschwinden.

Buckelwal (C) Vanessa Mignon
Buckelwal © Vanessa Mignon

Äußerlich ist der Körperbau aller Wale, Delfine und Schweinswale ähnlich. Sie haben stromlinienförmige Körper mit Brustflossen und waagerechten Schwanzflossen, menschenähnliche Augen, definierte Münder und Blaslöcher (Nasenlöcher) auf der Oberseite des Kopfes. Wenn man sich die Arten genauer ansieht, gibt es allerdings zahlreiche Unterschiede. Am auffälligsten sind die enormen Größenunterschiede: Man müsste etwa 20 Hector-Delfine aneinanderreihen, um die Länge eines einzigen Blauwals zu erreichen. Außerdem haben einige Arten Rückenflossen, andere nicht. Einige haben Schnäbel, andere nicht. Alle Wale haben Flossen, die sich jedoch in Größe und Form stark unterscheiden: einige sind paddelförmig, andere dünn, einige sind lang und knubbelig, andere wiederum stumpf und glatt. Manche Wale haben eine glatte Haut, andere sind mit höckerigen Wucherungen bedeckt. Sie kommen in den verschiedensten Schwarz-, Grau-, Blau- und Weißtönen und Kombinationen vor, manche Arten sind sogar rosa.

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Familienleben

Wenn Wale und Delfine geboren werden, können sie bereits schwimmen, sehen und hören. Trotzdem sind die Babys natürlich klein und verletzlich. Bei neugeborenen Großen Tümmlern sieht man noch so genannte Fetalfalten: weiße oder heller gefärbte Linien auf der Haut. Das ist ein Zeichen dafür, dass der kleine Delfin erst wenige Tage alt ist. 

Bei der Geburt helfen die Mutter oder andere Gruppenmitglieder dem Neugeborenen zur Oberfläche, damit es seinen ersten Atemzug nimmt. Das Baby braucht einige Tage, bis es das Auftauchen zum Atmen an der Seite seiner Mutter richtig beherrscht. Doch nicht nur zum Atmen schwimmen Jungtiere neben der Mutter: Sie suchen an ihrer Seite auch Schutz vor Angriffen und trinken Muttermilch.

Delfin Neugeborenes Baby
Neugeborenes Delfinbaby (C) Charlie Phillips

Junge Wale und Delfine lernen viel von anderen Mitgliedern ihrer Schule und natürlich von ihren Müttern. Dazu gehören Jagdtechniken und andere Verhaltensweisen, ebenso wie die besondere Kultur einer Population oder Art. In freier Wildbahn kann man Delfine z.B. beim gemeinschaftlichen Gebrauch von Werkzeugen beobachten. Wissen und Traditionen werden über Generationen hinweg weitergegeben. Deshalb leben viele Wale und Delfine über einen langen Zeitraum (oder sogar ihr Leben lang) in derselben Gruppe, in die sie hineingeboren wurden. Familienverbände unterscheiden sich je nach Art, sowohl was die Dauer des Zusammenlebens angeht als auch in Bezug auf die Nähe zwischen Gruppenmitgliedern. 

Jedes Individuum spielt eine wichtige Rolle innerhalb der Gemeinschaft. Ältere Tiere spielen Ersatzeltern oder kümmern sich um Jungtier-Gruppen. Die Verantwortung wird also innerhalb der Familie geteilt. Die Jagd, Wanderrouten, das gemeinsame Spielen und viele weitere Aktivitäten basieren auf starken sozialen Bindungen.

Common dolphin © Martyn Sidwell

Kommunikation spielt dabei eine wichtige Rolle für das soziale Miteinander und die Kooperation. Wale und Delfine haben ihre eigenen, komplexen Kommunikationsweisen entwickelt: Klicks, Pfiffe, Rufe oder sogar ganze Lieder versorgen sie mit einem umfangreichen Vokabular. Zusätzlich zur verbalen Sprache verwenden sie auch Körpersprache. Dazu gehören bestimmte Posen, Schwimmstile oder auch Berührungen. Die Wissenschaft versucht seit Jahrzehnten die komplexen Interaktionen zu entschlüsseln, doch es wird lange dauern, bis wir sie auch nur annähernd verstehen.  

Verhalten

Wer Wale oder Delfine im Meer sieht, spürt die Lebensfreude dieser beeindruckenden und intelligenten Lebewesen. Oft reichen schon eine Dokumentation im Fernsehen oder schöne Fotos, um die Faszination zu wecken. Schnell wird dabei klar, dass es mehr zu sehen gibt als nur ein paar Flossen. Delfine absolvieren akrobatische Sprünge in der Luft, Buckelwale lassen ihre riesigen Körper auf die Wasseroberfläche klatschen und Orcas schauen neugierig aus dem Wasser. All diese Verhaltensweisen haben eine bestimmte Funktion oder Bedeutung, doch oft wissen das nur die Wale selbst.

Manche Delfine schwimmen in der Bugwelle von Booten und scheinen dabei großen Spaß zu haben. Manchmal sieht man Delfine oder Pilotwale wie sie sich an der Wasseroberfläche treiben lassen – so sparen sie Energie, zum Beispiel nach einer anstrengenden Jagd.

Viele Walarten schlagen mit der Fluke auf die Wasseroberfläche. Es gibt verschiedene Theorien, warum sie das tun. Eine davon lautet, dass sie mit dem dabei erzeugten Geräusch ihre Beute verwirren, die sich dann einfacher jagen lässt. Manchmal sieht man auch, wie Orcas oder andere Arten ihren Kopf aus dem Wasser stecken und sich umsehen. Für Walbeobachter:innen ist das toll, denn so kann man Kopf und Augen der Wale gut erkennen.  

Besonders beeindruckend ist es, wenn Wale aus dem Wasser springen und sich mit ihrem gesamten Gewicht auf die Wasseroberfläche fallen lassen. Bekannt für dieses Verhalten sind vor allem Buckelwale aber auch Glattwale und Pottwale. Dafür benötigen sie zwar viel Energie, trotzdem kann man beobachten, wie sie dieses Verhalten oft mehrmals hintereinander ausüben. Warum sie es tun, wissen wir nicht genau, doch Forscher:innen vermuten, dass sie damit womöglich Parasiten abschütteln. Eine Theorie besagt auch, dass sie durch den erzeugten Aufprall mit ihren Artgenossen kommunizieren − oder vielleicht auch einfach nur weil es ihnen Spaß macht.

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