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Shorewatch-Freiwillige © David Haines
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Frostige Mission an Schottlands Küsten: Freiwillige erheben drei Winter lang Daten zum Schutz von Walen und Delfinen

Mehr über die Wale und Delfine zu erfahren, die entlang unserer Küsten leben, ist unerlässlich, wenn wir sie schützen wollen. Aber um ihre Geheimnisse wirklich zu lüften, müssen wir sie das ganze Jahr über im Auge behalten. Und das schaffen wir von WDC nicht allein: Selbst im unberechenbaren schottischen Winter trotzen unsere "Shorewatch"-Freiwilligen dem Regen, dem Frost und dem Schnee, um die Daten zu sammeln, die wir brauchen. 

Ein Blog von Emma Steel, Koordinatorin des Shorewatch-Projekts bei WDC.

In den Gewässern rund um Schottland leben etwa 28 Wal- und Delfinarten. Doch viele Fragen rund um ihre Wanderrouten, ihre Fortpflanzungs-Gebiete und ihr Nahrungsverhalten sind noch immer unbeantwortet. Indem wir sie in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten, begeben wir uns auf die Suche nach Antworten auf diese Fragen. Deshalb haben wir 2005 das Projekt "Shorewatch" ins Leben gerufen – ein Netz von Freiwilligen, die von uns geschult und unterstützt werden, um regelmäßig zehn Minuten lang einen Küstenabschnitt an mehr als 50 Orten in ganz Schottland zu beobachten. In den letzten 15 Jahren haben wir uns darauf verlassen können, dass diese Freiwilligen jede Beobachtung aufzeichnen, auch wenn keine Wale oder Delfine gesichtet werden. So steht uns eine Fülle von Daten zur Verfügung, die für unsere Bemühungen zum Schutz der Meeressäuger von entscheidender Bedeutung sind.

Delfine Chanonry Point, Schottland
Delfine beim Jagen am Chanonry Point © Charlie Phillips

Wie hilft "Shorewatch" Walen und Delfinen? 

Die Sichtung von Walen und Delfinen ist nicht nur ein aufregendes und unvergessliches Erlebnis, sondern gibt uns auch wertvolle Einblicke in ihr Verhalten und in die für sie wichtigen Meeresgebiete. Die Gewässer um Schottland werden durch Verkehr, Lärm und Bebauung immer stärker beansprucht, so dass wir die Erhebungsdaten nutzen, um sicherzustellen, dass die besten Entscheidungen zu ihrem Schutz getroffen werden können. Durch die Identifizierung wichtiger Lebensräume tragen wir zur Ausweisung von Meeresschutzgebieten bei und liefern Regierungen die Daten, die sie benötigen, um fundierte Entscheidungen über Schutzmaßnahmen zu treffen. Und indem wir die Bewegungen der Wale und Delfine verstehen, können wir im Rahmen von marinen Bauprojekten beratend zur Seite stehen, um mögliche Gefahren für Wale und Delfine zu minimieren. 

Wann beobachten unsere Freiwilligen? 

Während die traditionelle Forschung in der Regel im Sommer stattfindet, leben die meisten Shorewatch-Freiwilligen in Meeresnähe und können das ganze Jahr über diese wichtigen wissenschaftlichen Daten sammeln.  

Dies ist wichtig für unser Verständnis der jahreszeitlichen Schwankungen in der Aktivität und der Nutzung von Lebensräumen. Wenn wir beispielsweise das ganze Jahr über jeden Monat Shorewatches durchführen, aber nur während der Beobachtungszeit von Mai bis September Zwergwale sehen, können wir ziemlich sicher sein, dass es sich um einen Sommerbesucher handelt. Wenn wir aber im Winter keine Beobachtungen durchführen, ist es möglich, dass die Wale da waren, wir sie aber nicht gesehen haben. 

Zwergwal
Zwergwal © Nicola Hodgins

Beobachtung im Winter 

Unsere Shorewatch-Freiwilligen sind die Augen und Ohren der schottischen Küstengewässer. Sie führen seit Beginn des Projekts schon immer in den Wintermonaten Erhebungen durch, aber in den letzten drei Jahren haben wir eine spezielle "Winter-Shorewatch-Challenge" durchgeführt, um mehr Daten zwischen Dezember und März zu sammeln. Es war wunderbar zu sehen, wie viele Shorewatch-Freiwillige sich der Herausforderung stellten, wichtige Daten sammelten und die Natur in den kälteren, dunkleren Monaten genossen.   

Haben sich die kalten Tage gelohnt? 

Unsere Freiwilligen haben fast 100.000 Beobachtungsstunden geleistet – das sind fast eine Million Stunden – und viele davon im Winter. 

In den letzten drei Wintern konnten sie Schweinswale, Große Tümmler, Gemeine Delfine, Rundkopfdelfine, Weißschnauzendelfine, Finnwale, Seiwale und sogar einen Beluga beobachten. Neil Macpherson, ein freiwilliger Helfer auf den Orkney-Inseln, hatte das Glück, am Neujahrstag nur 100 Meter vor der Küste eine Orca-Gruppe zu sehen. Die Rückenflossen der männlichen Orcas können bis zu einem Meter hoch werden, so dass sie selbst in den unruhigen Gewässern des Januars kaum zu übersehen sind! 

Orca im Norden Schottlands
Orca im Norden Schottlands © WDC/Cath Bain

Einmalige Erlebnisse 

Fiona Johnston, eine Freiwillige mit Beobachtungsposten am Chanonry Point in der Nähe von Inverness, hat fantastische Tage bei der Beobachtung verbracht: "Es war kalt, aber aufregend, vor allem an dem Tag, als ein Buckelwal in der Nähe des Ufers auftauchte und etwa vier Stunden lang in der Gegend fraß. Es ist immer wieder ein Privileg, so etwas zu erleben." 

Die "Winter Shorewatch Challenge" trägt nicht nur dazu bei, wichtige Daten zu sammeln, sondern sie ermutigt auch jeden, nach draußen zu gehen und Zeit in der Natur zu verbringen. Jo Booth, ein Shorewatch-Freiwilliger in Spey Bay am Moray Firth, wo sich das Scottish Dolphin Centre befindet, sagt: "Ich liebe die Kontraste bei der Beobachtung im Winter –  es ist oft kalt und windig, aber die ruhigen Tage sind ein Geschenk. Shorewatching ist eine tolle Ausrede, um einfach nur das Meer und die Vögel zu beobachten und auf Robben und Flossen zu hoffen. Ich liebe diese Aufgabe, weil sie mich gelassen macht. Und wegen des Wissens, dass mein kleiner Beitrag wichtig ist für das große Ganze." 

"Mein persönlicher Lieblingstag bei der Winterbeobachtung war ein unglaublich ruhiger und sonniger Tag im November letzten Jahres, als ich mit vielen netten anderen Freiwilligen auf den Shetland-Inseln unterwegs war. Wir hatten das Glück, am selben Tag große Gruppen von Schweinswalen, zwei Buckelwale und eine muntere Delfingruppe zu sehen. 

Durch ihre akribischen Beobachtungen und ihr Engagement haben die Freiwilligen dazu beigetragen, wichtige Lebensräume zu identifizieren und Informationen für Politiker:innen zu liefern.  Wir sagen DANKE!

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