Zoo Beauval verwirft Pläne für ein neues Delfinarium in Frankreich
Der französische Zoo Beauval wird kein neues Delfinarium bauen. Ursprünglich hätten dort elf Delfine aus dem Themenpark "Planète Sauvage" untergebracht werden sollen, die nun weiterhin in ihrer bisherigen Einrichtung verbleiben. Ob die acht Großen Tümmler aus dem "Marineland Antibes", die ebenfalls in das neue Delfinarium hätten ziehen sollen, in ihrer derzeitigen Anlage in Spanien bleiben werden, ist ungewiss.
Diese Woche gab der Direktor des Zoos Beauval, Rodolphe Delord, bekannt, dass der Zoo den Bau des neuen Delfinariums abbrechen wird. Als Begründung nannte er steigende Kosten sowie die gegen den Bau eingelegten Rechtsmittel. Denn laut französischem Gesetz, das auch stark von der französischen Bevölkerung getragen wurde, muss die Gefangenschaftshaltung von Walen und Delfinen in Frankreich bis Ende 2026 auslaufen.
Delfinarien-Betreiber nutzen Gesetzeslücke
Allerdings dürfen Wale und Delfine auf Grund einer Gesetzeslücke für Forschungszwecke weiterhin in Delfinarien gehalten werden. Unter dieser Ausnahme setzt Planète Sauvage seine Delfinhaltung fort. Auch der Zoo Beauval wollte sich dieses Schlupfloch für den Neubau zunutze machen. Da jedoch die Pläne des Zoos explizit auch die Züchtung der Meeressäuger vorsahen, wäre die Gefangenschaftshaltung in Frankreich de facto nicht beendet worden.
Der Plan für den Neubau eines Delfinariums in Frankreich wurde der Regierung erstmals Ende letzten Jahres als "Lösung" für Meeressäuger aus geschlossenen Einrichtungen vorgestellt und während der vergangenen Monate konkretisiert: Vorgesehen war, dass dort acht der zwölf Großen Tümmler aus dem geschlossenen Marineland Antibes, sowie die elf Großen Tümmler aus Planète Sauvage untergebracht werden sollen – derzeit plant die Einrichtung allerdings nicht zu schließen.
Große Tümmler aus dem Marienland bleiben in Spanien
Die Großen Tümmler aus dem Marineland Antibes sind seit ihrem Transport im Juli nun auf unbestimmte Zeit in Spanien untergebracht und werden nicht – wie ursprünglich vorgesehen – nach Fertigstellung der neuen Anlage nach Frankreich zurückkehren. Das Selwo Marina in Malaga sollte lediglich als temporäre Zwischenlösung dienen, da die Becken dort seit letztem Jahr leer stehen. Die Einrichtung hatte ihre letzten Großen Tümmler nach China verkauft, wo sie nun unter deutlich schlechteren Haltungsbedingungen leben müssen.
WDC wird sich zusammen mit seinen französischen und spanischen Partner:innen dafür einsetzen, dass die acht Individuen nicht wie ihre Vorgänger nach China abgeschoben werden, um dort weiterhin durch die Unterhaltungsindustrie ausgebeutet und gezüchtet zu werden.
Einrichtungen müssen Verantwortung übernehmen
WDC befürwortet, dass Beauval kein neues Delfinarium baut, in dem auch die Zucht fortgeführt worden wäre. Denn das französische Gesetz steht klar für ein Auslaufen von Delfinarien. Auch wir setzen uns dafür ein, dass dies die letzte Generation von Walen und Delfinen in Gefangenschaft sein soll. Der Bau eines neuen Delfinariums würde außerdem der seit Jahren zu beobachtenden Trendwende in Europa und Nordamerika entgegenstehen. Wir appellieren an alle Einrichtungen, die schließen, sich ihrer Verantwortung für die in ihrer Obhut lebenden Individuen nicht zu entziehen.
Warum nicht einfach auswildern?
Warum es nicht so einfach ist, in Gefangenschaft lebende Delfine auszuwildern, erklärt Tamara von WDC in ihrem Blog zum Thema.
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