Europas Orcas in Gefangenschaft leiden – Loro Parque profitiert
Der Vergnügungspark Loro Parque auf der Kanareninsel Teneriffa hat die Schwangerschaft von Orca Morgan bekannt gegeben. Gleichzeitig plant das mittlerweile geschlossene französische Delfinarium Marineland Antibes die zwei verbliebenen Orcas, Wikie und Keijo, in den Loro Parque zu überführen. Der Reiseanbieter TUI kündigte zudem auf seiner Hauptversammlung an, den Loro Parque weiterhin unterstützen zu wollen – entgegen der Konzern-eigenen Tierschutzrichtlinien. Während der spanische Vergnügungspark als klarer Gewinner dieser Entwicklungen hervorgeht, sind die Orcas die Verlierer.
Morgan ist schwanger
Die monatelangen Gerüchte bestätigten sich am 15. Februar durch die offizielle Mitteilung des Loro Parque: Orca Morgan ist wieder schwanger. Erst vor drei Jahren starb ihre Tochter Ula mit nicht einmal drei Jahren und nun erwartet Morgan erneut ein Baby, dem ein Leben im Betonbecken bevorsteht. Wie lange dieses Baby überleben wird, ist ungewiss. In den letzten 15 Jahren kamen drei Orcas im Loro Parque auf die Welt und nur einer überlebte bis heute: Adan. Morgan teilt sich mit ihm sowie einem weiteren männlichen Orca, Tekoa, das Betonbecken. Der Vater des ungeborenen Babys könnte aber auch der vor Kurzem verstorbene Keto sein.
Orca-Transport von Frankreich nach Spanien?
Währenddessen beantragt der Anfang des Jahres geschlossene Park Marineland Antibes diese Woche eine Genehmigung für die Umsiedlung der zwei verbliebenen Orcas Wikie und Keijo in den Loro Parque. Spanische Medien berichten bereits davon, die zwei Orcas bald begrüßen zu dürfen, obwohl die französische Regierung dies noch nicht offiziell bestätigt hat. Außerdem gilt derzeit weiterhin der rechtliche Beschluss, dass kein Transport der Orcas stattfinden darf, bis die unabhängigen Gutachten zur Gesundheit von Wikie und Keijo abgeschlossen sind und der zugehörige Bericht vorliegt.
Sollte der Transport der Orcas in den Loro Parque genehmigt werden, würde dies der Grundidee des französischen Gesetzes widersprechen. Das 2021 verabschiedete Gesetz verfolgt das Ziel, die Haltung von Walen und Delfinen in Gefangenschaft zu beenden. Es legt fest, dass ab Ende 2026 keine Wale und Delfine mehr in Frankreich in Gefangenschaft leben dürfen – mit Ausnahme authentischer Meeresrefugien oder für wissenschaftliche Zwecke – und dass die Zucht mit ihnen eingestellt werden muss. Der Loro Parque erfüllt diese Vorgaben nicht und wäre zudem aus folgenden Gründen eine unverantwortliche Unterbringung für die Orcas:
- Die Betonbecken sind kleiner als die im Marineland. Somit stünde Wikie und Keijo weniger Platz zur Verfügung – zumal sie sich den begrenzten Raum mit drei weiteren Orcas teilen müssten (vier, wenn man Morgans ungeborenes Baby mitzählt).
- Allein seit 2021 sind im Loro Parque vier Orcas gestorben.
- Morgans erneute Schwangerschaft zeigt, was auch Wikie nach einem Transport wohl früher oder später bevorstehen könnte. Eine Zucht mit Wikie würde das französische Gesetz also im Grundsatz untergraben.
- Bereits der Fall des geretteten Orca-Weibchens Morgan zeigt, dass der Loro Parque Gesetze gezielt "umgeht": Auch sie hätte weder zur Zucht eingesetzt werden noch in Shows auftreten dürfen.
Reiseanbieter TUI unterstützt den Loro Parque weiterhin
Auf der letzten Hauptversammlung des Reisekonzerns TUI konfrontierten wir den Vorstand mit der für uns zentralen Frage zur Einhaltung der im letzten Jahr aktualisierten unternehmenseigenen Tierschutzrichtlinien. Diese Richtlinien schließen die kommerzielle Zucht von Walen und Delfinen ausdrücklich aus. Dennoch führt TUI noch einige Einrichtungen wie den Loro Parque im Programm, die in den letzten Jahren Wale und Delfine gezüchtet haben. Unsere Frage lautete daher: Wird TUI die Unterstützung und den Ticketverkauf für Einrichtungen wie den Loro Parque einstellen, falls dort weiterhin gezüchtet wird? (Zu diesem Zeitpunkt war Morgans Schwangerschaft noch nicht bekanntgegeben.)
Die offizielle Antwort des Unternehmens lautete:
"Unsere Kriterien schließen die Zucht zu kommerziellen Zwecken aus, dazu stehen wir auch! Die Fortpflanzung kann jedoch zulässig sein, wenn sie die natürliche Zusammensetzung sozialer Gruppen unterstützt…“
TUI auf der Hauptversammlung im Februar 2025
Diese Formulierung lässt erhebliche Interpretationsspielräume zu und untergräbt die eigenen Tierschutzrichtlinien des Konzerns. In Gefangenschaft können Wale und Delfine nicht unter natürlichen Bedingungen leben, da sie in künstlich zusammengesetzten Gruppen gehalten werden. Die Behauptung, dass Zucht unter diesen Umständen die natürliche Gruppenzusammensetzung unterstütze, entbehrt daher einer fundierten Grundlage.
Tierschutz bedeutet, keine weitere Generation von Walen und Delfinen der Gefangenschaft auszusetzen. Deshalb werden wir weiterhin das Gespräch mit TUI suchen, um den Konzern dazu zu bewegen, Einrichtungen wie den Loro Parque nicht weiter zu unterstützen. Als einer der größten Reiseanbieter trägt TUI eine besondere Verantwortung und könnte maßgeblich dazu beitragen, die Gefangenschaftshaltung von Walen und Delfinen auslaufen zu lassen.
Wussten Sie ...?
... dass derzeit (Stand November 2024) mindestens 54 Orcas weltweit in Gefangenschaft gehalten werden?
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wie ungeheuerlich was wir Menschen uns anmassen!!! So eine Grausamkeit sollte ab sofort verboten verden!!! Keinen Tag lánger!!!
Ein Ding der Unmöglichkeit! Wieviel Leid mpssen diese Tiere ertragen nur um Menschen zu bespassen. Ganz furchtbar! Soetwas gehört verboten und die Tiere in Freiheit. Der Mensch ist das schlimmste Raubtier der Welt! Ich hoffe wir werden vernünftig ubd unterstützen solche Einrichtung nicht länger. Tiere gehören nicht in Gefangenschaft.
orca morgan muss freigelassen werden in norwegen oder ist sie etwa verwandt mit john coe und aquarius
Wenn die Tiere in Frankreich nun sterben ist auch keinem geholfen. Und die Regierung will sie (beide) einschläfern. (Weil Park zu)
Ein Tier aus France lebt lange im Park glücklich.