WDC fordert TUI auf, Tierschutz über Profit zu stellen
WDC forderte, gemeinsam mit den weltweit größten Tierschutzorganisationen, den Reiseveranstalter TUI Anfang August auf, den Verkauf von Eintrittskarten und die Werbung für Einrichtungen mit Delfinen in Gefangenschaft einzustellen.
WDC und Partner-Organisationen protestierten am 1. August 2024 vor der "World of TUI", dem Flagship-Store der TUI Group in Berlin sowie am Brandenburger Tor, um auf das Leid von Delfinen in Gefangenschaft aufmerksam zu machen. Der Reisekonzern wurde aufgefordert, die Werbung für Einrichtungen mit in Gefangenschaft lebenden Walen und Delfinen sowie den Verkauf von Eintrittskarten zu beenden.
Im Vorfeld hatten WDC und die NGO-Partner 350.000 Unterschriften gesammelt, um ihren Forderungen an die TUI Group noch mehr Gewicht zu verleihen. Mit einem großen Banner und Plakaten machten die Organisationen erstmals gemeinsam darauf aufmerksam. Mobile LED-Screens zeigten zudem Animationen von Delfinen in Betonbecken.
WDC setzt sich seit Jahren dafür ein, dass sich die TUI Group der wachsenden Anzahl an Reiseunternehmen, Regierungen und Tourist:innen anschließt, die sich gegen die grausame Haltung von Delfinen in Gefangenschaft aussprechen – aber der Reiseriese stellt weiterhin Profit über den Tierschutz.
In Kampagnen konnte WDC bereits Reiseunternehmen wie Virgin Holidays, Thomas Cook, Expedia und Booking.com davon überzeugen, ihren Kund:innen Delfinarien und Delfinshows nicht mehr zu empfehlen. Auch Airbnb hat sich schon seit Längerem verpflichtet, keine Eintrittskarten für diese grausamen Attraktionen zu verkaufen. Erst im März 2024 kündigte easyJet an, keine Tickets für Attraktionen mit in Gefangenschaft lebenden Tieren, einschließlich Walen und Delfinen, mehr zu verkaufen. Wenige Tage später folgte die Ankündigung von Jet2holidays, den Verkauf von Tickets für Delfinarien einstellen zu wollen.
Unter anderem Kanada, Frankreich, Brüssel und New South Wales haben die Haltung von Walen und Delfinen in Gefangenschaft per Gesetzgebung verboten. In Großbritannien werden aufgrund der strengen gesetzlichen Vorgaben seit 30 Jahren keine Delfine mehr in Gefangenschaft gehalten. In Deutschland gibt es hingegen immer noch zwei Delfinarien, in Nürnberg und Duisburg.
TUI könnte eine zentrale Rolle beim Beenden der Delfin-Haltung spielen
Der niederländische Reiseverband ANVR und der südafrikanische Tourismus-Verband SATSA erklären in ihren Richtlinien für ihre Mitgliedsorganisationen, dass die Haltung von Walen und Delfinen in Gefangenschaft zur Unterhaltung inakzeptabel ist. Der britische Reiseverband ABTA, sowie der Deutsche Reiseverband DRV (der in Sachen Tierschutz an ABTA verweist), schließen die Gefangenschaftshaltung der Meeressäuger hingegen noch nicht aus, da TUI der stärkste Vertreter in diesen Bündnissen ist und dies weiter unterstützt.
Der Reisekonzern berief sich erneut darauf, dass er strenge Kriterien für die Haltung von Tieren habe und deren Einhaltung auch überprüfe.
"Wale und Delfine sind intelligente, emotionale und soziale Lebewesen, die in freier Wildbahn große Strecken zurücklegen. Wenn sie tagein, tagaus in ein und demselben kleinen Betonbecken eingesperrt sind und nicht mehr selbst entscheiden können, wie sie ihren Tag verbringen, wirkt sich das stark auf ihre körperliche und geistige Gesundheit aus. Die TUI Group ist das größte Reiseunternehmen der Welt und kann als solches eine wichtige Rolle dabei spielen, der Gefangenschaft von Walen und Delfinen ein Ende zu setzen. Dafür muss sie lediglich aufhören, Eintrittskarten für Delfinarien und deren grausame Shows zu bewerben und zu verkaufen", sagt Tamara Narganes Homfeldt, Meeresbiologin bei WDC.
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