Orca Keto im Loro Parque verstorben
Orca Keto ist im Loro Parque gestorben − nur zwei Tage, nachdem der Park auf Facebook eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes bekannt gegeben hatte. Zur Todesursache gibt es bisher noch keine Informationen.
Keto war 29 Jahre alt und befand sich seit 2006 im Loro Parque auf der Kanareninsel Teneriffa. Er wurde damals von den USA, zusammen mit drei anderen jungen Orcas, knapp 8.000 Kilometer auf die zu Spanien gehörende Insel im Atlantik transportiert. Sie waren die ersten Orcas, die im Loro Parque gehalten wurden. Keto ist bereits der vierte Orca, der seit 2021 im Loro Parque verstarb.
Am 24. Dezember 2009 ereignete sich dort ein tragischer Zwischenfall: Der junge Orca-Trainer Alexis Martinez kam bei einer Trainingseinheit mit Keto für eine Weihnachts-Show ums Leben. Später veröffentlichten Berichten zufolge hatte der Orca vor dem Unfall einen Trick für die Show nicht korrekt ausgeführt, und der Trainer hatte ihm die übliche Belohnung verweigert. Daraufhin zog Keto Martinez unter Wasser und rammte ihn dann in die Brust. Alexis Martinez starb an massiven inneren Blutungen. Während es in freier Wildbahn keinen dokumentierten Fall von einem Angriff von Orcas auf Menschen gibt, wurden in Gefangenschaft zahlreiche Vorfälle dokumentiert. Die beengten Verhältnisse in den Betonbecken sowie die unnatürlichen Gruppenzusammensetzungen führen zu Stress bei den Meeressäugern. Es entstehen Konflikte und Aggressionen zwischen den Orcas sowie gegenüber den Trainer:innen.
Der Tod von Alexis Martinez blieb von der Weltöffentlichkeit weitestgehend unbemerkt. Jedoch nur zwei Monate später tötete der Orca Tilikum im SeaWorld-Park in Orlando, Florida, seine Trainerin Dawn Brancheau. Dies löste eine weltweite Diskussion über die Haltung und Zucht von Orcas in Gefangenschaft aus. Noch im selben Jahr verklagte die US-Arbeitsaufsichtsbehörde OSHA (Occupational Safety and Health Administration) SeaWorld und verhängte eine Geldstrafe von 75.000 Dollar (circa 71.000 Euro). Der Vorwurf: Das Unternehmen bringe seine Angestellten durch das Orca-Programm vorsätzlich in Gefahr. Seit 2011 sind bei den Shows keine Trainer:innen mehr mit den Orcas im Wasser.
Im Januar 2013 wurde der Film "Blackfish" beim Sundance Film-Festival in den USA vorgestellt. Er beleuchtet vor allem das Schicksal von Orca Tilikum und den Todesfall Dawn Brancheau, doch auch den tragischen Tod von Alexis Martinez sowie Hintergründe der Orca-Fangaktionen für die Delfinarien-Industrie. Der Film hatte weitreichende Folgen für SeaWorld, was später als "Blackfish-Effekt" bezeichnet wird: Zuschauer:innen blieben aus, Musikstars untersagten die Nutzung ihrer Musik für die Orca-Shows, SeaWorld-Aktien verloren an Wert. 2016 beendete SeaWorld nach weltweiten Protesten sein Orca-Zuchtprogramm. Die vier Orcas Keto, Tekoa, Skyla und Kohana, die 2006 als Leihgabe an den Loro Parque abgegeben wurden, gingen offiziell in den Besitz des spanischen Parks über. Dies geht aus dem SeaWorld-Finanzbericht für das 3. Quartal 2017 hervor.
"Das tragische Schicksal von Orcas wie Keto und Tilikum zeigt, dass eine artgerechte Haltung dieser intelligenten Meeressäuger in kleinen Betonbecken nicht möglich ist."
Tamara Narganes Homfeldt, Koordinatorin für den Ausstieg aus Delfinarien bei WDC
Was seit dem Tod der Orca-Trainer:innen geschah...
... erfahren Sie in unserer Orca-Chronologie.
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