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Delfin in Gefangenschaft. (C) Kya López
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Spanien – Die Delfinarien-Nation Europas

Das "Lächeln" täuscht: Die Lebensbedingungen für Delfine in Gefangenschaft sind nicht artgerecht, trostlos und grausam. Der freundliche Gesichtsausdruck der Delfine hat mit der Anatomie ihrer Kieferknochen zu tun, gibt jedoch keinen Einblick in die Gefühlswelt der Meeressäuger.
Das "Lächeln" täuscht: Die Lebensbedingungen für Delfine in Gefangenschaft sind nicht artgerecht, trostlos und grausam. Der freundliche Gesichtsausdruck der Delfine hat mit der Anatomie ihrer Kieferknochen zu tun, gibt jedoch keinen Einblick in die Gefühlswelt der Meeressäuger.

Spanien, ein Land, dass viele mit Urlaub, Stränden, mediterraner Küche, aber auch mit dem stark kritisierten "traditionellen" Stierkampf assoziieren. Doch Spanien hat auch ein weiteres großes tierschutzrechtliches Problem, dessen Ausmaß vielen Menschen nicht bewusst ist und mir als Halbspanierin sehr am Herzen liegt. Spanien ist als Land mit den meisten Delfinarien Spitzenreiter innerhalb der EU!

14 der 27 EU-Mitgliedstaaten halten immer noch an dem veralteten Konzept der Delfinarien fest, während Delfinarien in den anderen EU-Ländern teilweise verboten sind und/oder nicht mehr existieren.

Mit elf Delfinarien belegt Spanien, als EU-Staat mit den meisten Einrichtungen, den ersten Platz. Vor zwei Jahren waren es sogar zwölf Einrichtungen, bis der Zoo von Barcelona seine Delfinhaltung aufgab. Zum Vergleich: Den zweiten Platz belegt Italien mit "nur" drei Delfinarien.

In der EU leben über 280 Große Tümmler in Gefangenschaft, 102 Individuen allein in Spanien.

In Spanien (Loro Parque, Teneriffa) und Frankreich (Marineland Antibes) werden die einzigen Orcas in der EU gefangen gehalten. Fünf Orcas leben derzeit in den Betonbecken des Loro Parque und obwohl sogar der Riesenkonzern SeaWorld die Orca Zucht eingestellt hat, weigert sich Loro Parque weiterhin, diesem Leiden ein Ende zu setzen. Nicht einmal der tödliche Unfall eines Orca-Trainers im Jahr 2009 oder der Tod von zwei jungen Orcas im Loro Parque innerhalb eines Jahres ändert die Meinung des Parkbetreibers.

Das Delfinarium L’Oceanogràfic in Valencia, ist außerdem die einzige Einrichtung in der EU die (derzeit drei) Belugas ausstellt. Spanien hat somit nicht nur die meisten Delfinarien in der EU sondern ist mit 110 Individuen auch das europäische Land mit den meisten in Gefangenschaft lebenden Walen und Delfinen.

Einer der drei Belugas, die im Freizeitpark L’Oceanogràfic, in Valencia, gehalten werden. (C) Tamara Narganes Homfeldt

Für ein einziges Land innerhalb Europas sind dies erschreckende Zahlen. Doch da die EU-Tierschutzrichtlinien in Bezug auf Wale und Delfine viel Spielraum bieten und die Verantwortung zu einem großen Teil den individuellen Mitgliedstaaten überlassen, ist dies leider möglich. Während Länder wie Kroatien, Slowenien und Zypern gesetzlich die Haltung von Walen und Delfinen verbieten, sieht das spanische Tierschutzgesetz hingegen sehr schwach aus.

Immer wieder werden Beschwerden zum mangelnden Tierschutz der in Spanien gefangen gehaltenen Wale und Delfine eingereicht. Zuletzt von einer jungen engagierten Spanierin, der 13-jährigen Olivia Mandle, die Ende letzten Jahres eine Petition zum Beenden der Delfinhaltung in Spanien startete.

Als Delfinarien-Nation Europas, stellt Spanien eine der größten Hürden dar, um die Gefangenschaftshaltung für Wale und Delfine europaweit zu beenden. Doch immerhin gab die spanische Regierung vor zwei Wochen einen Gesetzesentwurf zu einem verbesserten Tierschutz bekannt, dass sich unter anderem auch an Delfinarien richtet. Auch wenn der derzeitige Entwurf kein Ende der Delfinhaltung beinhaltet, so ist diese Tierschutz-Initiative innerhalb des Landes doch ein wichtiger erster Schritt, um ein Delfinarium-freies Spanien und Europa zu erreichen. WDC setzt sich als aktives Mitglied der NGO-Kooperation "Dolphinaria-Free Europe" dafür ein, die Gefangenschaftshaltung von Walen und Delfinen in Europa zu beenden.

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Wir setzen uns weltweit in verschiedenen Projekten für Wale und Delfine ein.

Über Tamara Narganes Homfeldt

Tamara Narganes Homfeldt setzt sich bei WDC für das Beenden der Gefangenschaft von Walen und Delfinen ein.

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