Stoppt die Wilderei!

Stoppt die Wilderei!

100.000 Kleinwale und Delfine werden jedes Jahr getötet

Die vom Blut der Delfine rot gefärbte Bucht von Taiji in Japan – daran denken wohl die meisten von uns als erstes, wenn sie das Stichwort „Delfinjagden“ lesen. Was bislang nur wenige wissen: fernab der Weltöffentlichkeit spielen sich Tag für Tag weitere Tragödien für Delfine und Kleinwale ab.

Allein in Peru werden jedes Jahr 15.000 Delfine grausam abgeschlachtet, in Nigeria sind es jährlich 10.000 Meeressäuger, die für den menschlichen Konsum und als Fischköder getötet werden. Ein weiteres schockierendes Beispiel ist Indonesien. Dort wurden über einen Zeitraum von 11 Monaten 577 Pilotwale und 312 Delfine getötet. Die gefangenen Meeressäuger wurden zu Tierfutter verarbeitet und exportiert.

Ein Bericht, den WDC im Jahr 2018 zusammen mit Pro Wildlife und dem Animal Welfare Institute erstellt hat, zeigt das weltweite Ausmaß der Kleinwaljagden: 100.000 Meeressäuger müssen jedes Jahr sterben.

Ihr Fleisch wird als Köder für Haie, Thunfisch oder andere Fischarten verwendet. Aber auch als Nahrung für Menschen werden Kleinwale und Delfine getötet. Zahlreiche weitere Gründe kommen hinzu, beispielsweise die Verwendung in traditioneller Medizin.

Was muss sich ändern?

Das zugrunde liegende Problem ist oft die industrielle Fischerei, die die Menschen vor Ort ihrer Lebensgrundlage beraubt. Wenn wir alle unseren Fischkonsum überdenken, nur noch selten Meeresfisch essen und wenn, dann aus nachhaltigem Fang, dann können sich die Fischbestände weltweit wieder erholen. Es liegt also auch an uns! Wir können so die Ernährungssituation der lokalen Bevölkerung verbessern – sodass diese nicht mehr auf die Delfinjagd als Nahrungs- und Einkommensquelle angewiesen ist.

Wenn wir nicht schnell handeln, drohen weitere Delfin- und Kleinwalarten für immer auszusterben.

Was wir machen

  • Wir machen auf das globale Ausmaß der illegalen Kleinwal- und Delfinjagden aufmerksam.
  • Wir decken mit Undercover-Recherchen brutale Jagden und den illegalen Handel mit Wal- und Delfinfleisch auf.
  • Unser Bericht ist eine wichtige Grundlage, um Regierungen und die internationale Gemeinschaft zum Handeln zu bewegen. Unter Mitarbeit von WDC hat die Bonner Konvention (CMS) - das internationale Abkommen für den Schutz wandernder Tierarten - erstmals eine Vereinbarung zur Bekämpfung der Wilderei von Meeressäugern beschlossen.
Delfinwilderei
Solomon Delfinwilderei

Länderbeispiele

In diesen drei Ländern nehmen Delfinjagden zu, obwohl es Schutzbemühungen vor Ort gibt.

Sri Lanka

In Sri Lanka werden Delfine immer häufiger als Nahrung für Menschen gejagt, aber ihr Fleisch wird auch als Haiköder eingesetzt. Der Handel mit Delfinfleisch hat in den letzten Jahren rasant zugenommen, auf dem Schwarzmarkt wird es immer häufiger angeboten. Zwar sind die Jagden illegal, weil Meeressäuger in Sri Lanka geschützt sind - doch trotz hoher Geld- und Gefängnisstrafen geht das Schlachten weiter.

Ghana

In West- und Zentralafrika hat sich das Leben für Delfine sehr verändert: traditionell wurden sie verehrt, heute werden sie gejagt. Die Bevölkerung wächst und Nahrungsmittel sind knapp - die Überfischung der Meere macht sich hier deutlich bemerkbar. Der ständige Hunger verdrängt die traditionelle Wertschätzung der Meeressäuger: sie sind in vielen afrikanischen Gemeinschaften heutzutage vor allem eine Nahrungsressource. In Ghana landeten Delfine früher als ungewollter Beifang in den Netzen, doch mittlerweile werden sie gezielt gejagt. Im Jahr 2014 wurden mehr als 743 Delfine in einem einzigen Hafen angelandet (hauptsächlich Große Tümmler und Clymene-Delfine).

Peru

Obwohl die Delfinjagd in Peru illegal ist, werden dort jedes Jahr 15.000 Delfine getötet. Sie werden harpuniert und anschließend häufig totgeschlagen. Ein Teil des Delfinfleisches landet in Restaurants, der Großteil wird jedoch als Haiköder eingesetzt. Die Haifischflossen werden anschließend nach China verkauft, wo die Nachfrage in den letzten Jahren noch weiter angestiegen ist.

 

Toter Delfin in Indien