Brydewal

Balaenoptera edeni

Der Brydewal ist der einzige Bartenwal, der ganzjährig in tropischen oder subtropischen Gewässern lebt.

Es ist nur wenig bekannt, wie viele Arten oder Unterarten vom Brydewal existieren könnten. Im Moment sind nur zwei bekannt, aber das könnte sich in Zukunft ändern.

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Männlich Weiblich Kalb
Höchstlänge 15,0 m 16,5 m 4,0 m
Höchstgewicht Unbekannt 40.000 kg Unbekannt

IUCN-Kategorie: LC (nicht gefährdet)

Subpopulation im Golf von Mexiko: CR (vom Aussterben bedroht)

Wie sehen Brydewale aus?

Der Körper der Brydewale ist schlank und blaugrau gefärbt, die Rückenflosse ist sichelförmig. Oft sind Brydewale gesprenkelt mit Narben, die ihnen von Parasiten und/oder Zigarrenhaien zugefügt werden. Die Brustflossen sind schlank, zugespitzt und mit einem Zehntel der Körperlänge relativ kurz. Die breite, charakteristische Schwanzflosse ist nur selten außerhalb des Wassers zu sehen. Im Gegensatz zu anderen Bartenwalen haben Brydewale drei Leisten auf ihrem Kopf, der bis zu einem Viertel ihrer Körperlänge ausmacht. Zwischen 40 und 70 Kehlfurchen ermöglichen es den Walen, bei der Nahrungsaufnahme ihren Mund weit auszudehnen. Zwischen 250 und 410 Barten auf jeder Seite sieben dann das Futter aus dem Wasser.

Wie sieht ihr Alltag aus?

Brydewale werden meist allein oder zu zweit angetroffen. Gelegentlich werden größere Gruppen bei der gemeinsamen Nahrungsaufnahme beobachtet. Sie können bis zu 24 km/h schnell schwimmen und wechseln plötzlich die Richtung, sowohl an der Oberfläche als auch unter Wasser. Wissenschaftliche Untersuchungen lassen vermuten, dass Brydewale die meiste Zeit des Tages in Bereichen bis 15 Metern unter der Wasseroberfläche verbringen.

Wovon ernähren sie sich?

Wie die anderen größeren Bartenwale auch ernähren sich die Brydewale von kleinen Beutetieren wie Krill und Ruderfußkrebse. Diese sieben sie mit ihren Barten aus dem Wasser. Sie fressen auch kleine Krebstiere, Krabben und Garnelen und eine Vielzahl kleiner Schwarmfische.

Wo leben sie?

Brydewale sind in allen Weltmeeren zu finden, aber da sie Wasser von 16°C oder mehr bevorzugen, beschränkt sich ihr Verbreitungsgebiet auf tropische, subtropische und warme gemäßigte Gewässer. Sie sind die einzige Bartenwal-Art, die das ganze Jahr über in tropischen und subtropischen Gebieten lebt. Einige Populationen bleiben immer in einem bestimmten Gebiet und werden somit als resident bezeichnet. Andere wiederum wandern mit den Jahreszeiten: in den Sommermonaten ziehen sie vom Äquator weg und im Winter zurück Richtung Äquator.

Woher kommt der Name?

Diese Walart wurde nach dem Norweger Johan Bryde benannt, der Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Walfangstationen in Durban, Südafrika, baute.

Verbreitungskarte

Brydes's whale distribution map
Brydewal vor La Gomera
(C) U.C. Ludewig

Wie viele Arten gibt es?

Wissenschaftler*innen sehen den Brydewal als Artenkomplex (also eine Gruppe von Arten, die ähnlich aussehen aber genetisch verschieden sind). Es ist nicht genau bekannt, wie viele verschiedene Unterarten es tatsächlich gibt.

Neben dem "gewöhnlichen" Brydewal mit weltweiter Verbreitung im Pazifischen, Indischen und Atlantischen Ozean wurden auch eine oder mehrere Arten beschrieben, die kleiner sind und in der Regel eher küstennah verbreitet sind. Derzeit ist deren Status unklar und es kann mehrere weitere Arten und/oder Unterarten geben. Im Moment werden zwei Unterarten offiziell anerkannt: Brydewal und Edenwal.

Bryde's whale

Brydewale brauchen Ihre Hilfe

Brydewale sind vielen Gefahren durch menschliche Aktivitäten ausgesetzt. Der Schutz dieser Art ist besonders wichtig, weil man nicht genau weiß, wie viele Unterarten es gibt und wie klein die einzelnen Populationen sind.

Hauptbedrohungen…

  • Walfang: Brydewale werden in Japan sowie gelegentlich auch in anderen Ländern gejagt.
  • Meeresverschmutzung: Giftige Chemikalien aus Plastik, Müll und Öl reichern sich in den Brydwalen an und bedrohen ihre Gesundheit und die Fortpflanzungsfähigkeit.
  • Unterwasserlärm: Lärm von militärischem Sonar, Öl- und Gasbohrungen und Schiffsverkehr stört die Orientierung und Kommunikation der Brydewale und kann sogar zu Strandungen führen.

Ihr Beitrag zum Schutz der Brydewale

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