Kleinwaljagden

Noch immer finden in Japan und auf den Färöer-Inseln grausame Treibjagden statt.

Treib- und Kleinwaljagden in Japan

Jährlich sterben bei den grausamen Treibjagden in Japan tausende Kleinwale und Delfine. Nicht nur in der Bucht von Taiji sondern auch im Rahmen der Handharpunen-Jagd und des Küstenwalfangs finden Kleinwaljagden statt. Dabei sind die Tiere großem Leid und Stress ausgesetzt.

Ein Großteil der japanischen Bevölkerung weiß wenig oder nichts über die grausamen Jagden an ihren Küsten. Große Vorhänge vor der Bucht von Taiji sollen die grausame Jagd vor den Augen der Öffentlichkeit abschirmen, es gibt wenig Berichterstattung dazu in japanischen Medien. Trotzdem gibt es auch in Japan engagierte Tierschützer*innen, die versuchen, die Bevölkerung über die Jagden aufzuklären.

Das Delfinfleisch landet auf dem japanischen Markt, die Nachfrage sinkt jedoch seit Jahren. Das Fleisch ist oft hochgradig mit Quecksilber und Schadstoffen wie PCB belastet. Auch darüber berichten die japanische Behörden und Medien kaum.

Im Rahmen der Treibjagden von Taiji werden zudem einzelne Wale und Delfine aus ihrem natürlichen Umfeld und ihrer Familie herausgerissen um an Delfinarien verkauft zu werden. Nach wie vor stellt der Profit durch die Lebendfänge für Delfinarien die entscheidende Antriebskraft für diese Jagd dar.

Taiji

Die Meeressäuger werden auf dem offenen Meer umzingelt und in eine Bucht getrieben. Dort werden sie getötet oder eingefangen, um sie an Delfinarien zu verkaufen. In der Bucht von Taiji sterben einige Tiere, die für Delfinshows ausgewählt sind, noch bevor sie abtransportiert werden können – Stress und Verletzungen sind zu groß.

Zahlen und Fakten

In der Fangsaison von September 2017 bis April 2018 wurden 926 Kleinwale aus neun unterschiedlichen Arten gefangen. 206 der Tiere wurden später freigelassen, doch ihr Schicksal bleibt ungewiss.

Was können Sie tun?

info@bo.mofa.go.jp

Botschaft von Japan
Hiroshimastraße 6
10785 Berlin

Wie engagiert sich WDC gegen die Jagden?

  • Zusammenarbeit mit freiwilligen Helfer*innen vor Ort, um die Jagden zu dokumentieren
  • Finanzielle, politische und diplomatische Unterstützung japanischer Organisationen, die sich direkt vor Ort engagieren
  • Unterstützung toxikologischer Studien von Wal- und Delfinfleisch, um die starke Belastung des Delfinfleisches und die Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen in Japan zu belegen
  • Unterstützung der japanischen Walbeobachtungsgemeinschaft

Der WDC Report „Driven by Demand“ (Angetrieben durch Nachfrage) zeigt die verheerenden Zusammenhänge zwischen der Delfinarienindustrie und den Treibjagden.

Treibjagden auf den Färöer-Inseln

Die Färöer-Inseln gehören zu Dänemark, sind jedoch autonom. Weil sie kein Mitglied der Europäischen Union sind, gelten für sie auch nicht die europäischen Gesetze, die die Waljagd verbieten. Damit sind derzeit keine rechtlichen Mittel vorhanden, um die Jagd zu verhindern.

Auf den Färöer-Inseln werden vor allem Grindwale gejagt, jedoch auch Große Tümmler und Rundkopfdelfine. Während der Treibjagd (auch Grind genannt) werden oft ganze Familiengruppen mit Motorbooten im offenen Meer umzingelt und Richtung Küste getrieben. Wenn die Tiere im flachen Wasser sind, wird ein Metallhaken in ihr Blasloch gerammt um sie an den Strand zu ziehen.  Dort werden sie mit einem Messer oder einer spitzen Lanze getötet. Vor den Augen der Familienmitglieder werden schwangere Weibchen und Jungtiere grausam getötet. Diese hochsozialen und intelligenten Tiere wissen dabei ganz genau, was um sie herum passiert.

 

Zahlen und Fakten

2017 wurden 1203 Grindwale und 488 Weißseitendelfine auf den Färöer-Inseln getötet. Das Fleisch der Grindwale ist hochgradig mit Quecksilber belastet – selbst einheimische Wissenschaftler*innen raten vom Verzehr ab. Vor allem Schwangere und Kinder sollten kein Walfleisch zu sich nehmen. Eine färöische Studie aus dem Jahr 2012 rät jedoch komplett vom Verzehr des Fleisches ab.

Was können Sie tun?

  • Unterstützen Sie die Arbeit von WDC mit einer Spende
  • Schicken Sie einen Brief an die Regierung der Färöer-Inseln und eine Kopie an das dänische Außenministerium, in dem Sie ihren Protest gegen die Jagd ausdrücken. Erfahrungsgemäß werden Briefe eher gelesen als Emails:

Office of the Faroese Government
Kaj Leo Holm Johannesen
Logmansskrivstovan
Prime Minister’s Office
Tinganes
P.O. Box 64
FR-110 Tórshavn

info@tinganes.fo

Ministry of Foreign Affairs of Denmark
Minister Villy Søvndal
Asiatisk Plads 2
DK-1448 Copenhagen K

udenrigsministeren@um.dk

Wie engagiert sich WDC gegen die Jagden?

  • Dialog mit engagierten Tierschützer*innen und Behörden auf den Färöer-Inseln, um ein Ende der Treibjagden zu erreichen
  • Zusammenarbeit mit einheimischen und internationalen Wissenschaftler*innen
  • Unterstützung lokaler Bildungsprojekte, die über die Grausamkeit der Jagd aufklären

(C) HP Roth

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