Zu Besuch bei Uma und Current: Für Unterstützerin Sandra Hildebrandt geht ein Traum in Erfüllung
Gast-Autorin Sandra Hildebrandt
Sandra Hildebrandt ist Lehrerin, treue Unterstützerin von WDC und setzt sich seit über 20 Jahren mit viel Herz für den Schutz von Walen und Delfinen ein. Die Paten-Orcas "Uma" und "Fife" sind auch in ihrem Klassenzimmer allgegenwärtig.
Im Sommer 2025 erfüllte Sandra sich ihren Lebenstraum: Eine Reise nach Vancouver Island, Kanada, mit der Hoffnung im Gepäck, Uma und ihre Familie live erleben zu dürfen. In ihrem Gastblog berichtet sie von ihrer einzigartigen Erfahrung.
Seit über 20 Jahren unterstütze ich WDC, sensibilisiere Schulkinder und ihre Eltern für den Schutz der Meeressäuger, initiiere Projekte und unterstütze Initiativen zum Schutz der Wale. Uma und Fife gehören inzwischen zum Wortschatz meiner Schülerinnen und Schüler, hängen als Poster im Klassenraum, begleiten uns im Schulalltag und sind immer wieder Gesprächsthema. Inzwischen fragen auch andere Schulklassen nach unseren Orcas! Der Livestream des OrcaLabs läuft immer mal wieder im Hintergrund in unserem Klassenzimmer, auf meinem Computer oder der digitalen Tafel, wenn wir in Ruhe arbeiten, wenn ich zu Hause Unterricht vorbereite oder ich im Klassenraum aufräume. Ich lebe schon so lange mit den Rufen der Orcas, ich freue mich, wenn sie ihre Körper über die Steine am "Strider rubbing beach" bewegen, sich gegenseitig mit Kelp "behandeln" oder sich einfach nur "unterhalten" (ich würde zu gerne verstehen, was sie sich zu erzählen haben!).
Nach über 20 Jahren Patenschaft hatte ich beschlossen, endlich nach Vancouver Island zu reisen, um mir vor Ort ein Bild zu machen. Ich wollte mir einen Traum erfüllen... Ich wollte Uma und Fife live erleben... Ich ahnte, wie blauäugig ich auf diese Reise ging, und glaubte trotzdem immer daran, dass es möglich sein könnte!
Atemberaubende Natur empfängt mich in Kanada
Gut informiert, wie ich dachte, flog ich von Frankfurt nach Vancouver, nahm die Fähre nach Vancouver Island und fuhr die vielen einsamen Kilometer nach Telegraph Cove, um "meinen" Orcas ganz nahe zu kommen. Alle Versuche, Kontakt mit dem OrcaLab auf Hanson Island aufzunehmen, schlugen leider fehl. Dem kleinen engagierten Forschungsteam fehlt vermutlich schlicht die Zeit, auf die unzähligen Anfragen von Tourist:innen einzugehen. Richtig so! Für die Unterhaltung der Tourist:innen gibt es vor Ort genügend Anbieter. Mit ihnen wollte ich "so nah wie möglich" an die Orcas herankommen. Der Ort selbst mitten im Nirgendwo und die Landschaft im Norden Vancouver Islands waren atemberaubend, ich fühlte mich fast erschlagen von so viel Frieden, Ruhe und Natur. Ich habe mit Zodiac und Kajak Seeotter, Seehunde, Seelöwen, Weißkopfseeadler, Buckelwale, Biggs-Orcas, springende Lachse, Quallen, Seesterne und auch Schwarzbären gesehen, habe Kelp ertastet und geschmeckt, aber mein sehnlichster Wunsch, Uma oder Fife zu treffen, blieb zunächst unerfüllt. Erst dachte ich, dass meine Suche der Nadel im Heuhaufen glich und war bereit, mich mit dem zufrieden zu geben, was mir die Natur geboten hatte...
Aber da ich seit vielen Jahren dem OrcaLab und diversen Whale Watching-Anbietern auf den sozialen Medien folge, konnte ich auf dem Weg zurück in den Süden Vancouver Islands lesen, dass Umas Familie, die A42s, weiter südlich gesichtet wurde. Wir folgten diesem Hinweis und fanden in Campbell River einen Anbieter, der uns am Mittag des 09. Juli mitnahm und meinen Traum Wirklichkeit werden ließ.
Ich war wie versteinert…
Als Uma kurz nach 15 Uhr direkt auf mich zu schwamm, hatte ich das Gefühl, dass die Zeit einfach stehen blieb... Ich hatte das Handy in der Hand, war bereit alles festzuhalten, für mich und für meine Schulkinder, die mich mit dem klaren Auftrag Fotos der Paten-Orcas Uma und Fife zu schicken in die Sommerferien entlassen hatten.
Doch im Moment des Zusammentreffens war ich wie versteinert, unfähig zu handeln, um den Moment einzufangen, auf den ich so lange gewartet hatte! Ich konnte nur beobachten und zuschauen, wie Umas Familie, die A42s, auf uns zukam und dann direkt unter unserem Zodiac hindurchtauchte...
Es war so ergreifend, so berührend... Wie hätte ich auch nur eine Sekunde damit verschwenden können, es zu filmen oder zu fotografieren...! Dieser einzigartige Moment wird mir für immer in Erinnerung bleiben und wurde glücklicherweise von meinem Mann festgehalten, der bereit war, mich auf meiner so lang ersehnten Reise zu begleiten. "Ganz klar, Uma wollte der Mama endlich mal Hallo sagen", interpretierte meine Tochter die Videos und Bilder, die wir umgehend nach Deutschland schickten.
Noch immer höre ich das Rauschen der sanften Wellen, die Rufe der Orcas und den Blas – den Moment, wenn der Atem dieser sanften Riesen das Meerwasser in die Luft stößt... Im Moment des Zusammentreffens, als ich Umas einzigartigen Sattelfleck erkannte und über die riesige Finne ihres Begleiters staunte, den ich fälschlicherweise für Surf (Umas inzwischen verstorbenen Sohn) hielt, war ich unfähig, irgendetwas zu tun. Ich hatte Gänsehaut und begann tatsächlich zu weinen, weil sich mein größter Wunsch erfüllt hatte! Genauso hatte ich mir das Zusammentreffen immer vorgestellt! Es war für mich einfach unfassbar, solches Glück zu haben!
Es ist wirklich Uma!
Ein großes Dankeschön an unseren Tour-Guide, der mir nach der Bootsausfahrt nochmals mit Hilfe des Foto-ID-Katalogs bestätigen konnte, dass wir Uma und ihre Familie tatsächlich getroffen hatten! Der männliche Orca, der Uma begleitete, war wahrscheinlich das Orca-Männchen "Mystery" (A94), der Uma und ihre Familie seit Surfs Tod immer wieder begleitet.
Fife, den meine Schulkinder wegen seiner beeindruckenden Rückenflosse adoptiert hatten, habe ich leider nicht gesehen. Doch ich bin sicher: Meine nächste Reise wird mich zu ihm führen, denn nur wenige Wochen später war Fife auf den Kameras des OrcaLabs zu sehen! Ich komme wieder, nach "Blackfish Sound", ganz bestimmt!
Auch Sie können Orcas helfen!
Werden Sie Pat:in für Uma, Current oder Fife und unterstützen so unser Schutzprojekt für Orcas in Kanada.
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This heartfelt story deeply moved me! Sandras dream journey to witness Uma was beautifully told, filled with wonder and emotion. It truly highlights the connection between people and these incredible animals.