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Die Schwertwale des Ostpazifiks

Diese Übersicht der verschiedenen Orca-Ökotypen im Ostpazifik ist ein Gast-Blogbeitrag von unseren Freunden und Partnern Paul Spong und Helena Symonds vom OrcaLab in Kanada

“Du bist, was du isst” sagt ein Sprichwort. Dies passt besonders gut zu Schwertwalen, denn vor allem aufgrund ihrer Nahrungsgewohnheiten und der Verfügbarkeit bestimmter Beute werden sie in verschiedene Ökotypen eingeteilt. Drei dieser Ökotypen kommen in den Gewässern des Ostpazifiks vor: 

Obwohl diese drei Gruppen teilweise in den gleichen Regionen vorkommen, interagieren sie nicht miteinander.

“Residents” (=ortstreue oder ortsgebundene Orcas)

Ortstreue Schwertwale ernähren sich fast ausschließlich von Fisch, vorzugsweise Lachs bzw. sogar noch spezifischer: Königslachs. Diese Art ist die größte der sechs Lachsarten und sehr energiereich. Königslachse kommen zwar seltener vor als andere Lachsarten, dafür sind sie das ganze Jahr über anzutreffen. Weil die Lachse vor allem in den Sommermonaten ihre typischen Wanderungen zu ihren Laichgebieten unternehmen und die Orcas ihnen folgen, sind sie vor allem zu dieser Zeit in der Nähe der Küsten und Flussmündungen anzutreffen. Zwischen Juni und November versammeln sich üblicherweise viele Familiengruppen der ortstreuen Schwertwale in bestimmten Regionen, um von den Lachswanderungen zu profitieren und sich so richtig satt zu essen. Die Johnstone-Straße (eine ca. 110 km lange Meerenge an der Nordostküste von Vancouver Island) und der Blackfish Sound wurden als bedeutsamer Lebensraum für die Northern Residents (die nördlichen ortstreuen Schwertwale, zu denen unsere Paten-Orcas Uma und Current gehören) ausgewiesen, da die Orcas diese Gebiete im Sommer und Herbst besonders oft aufsuchen. Ketalachse, die zweitgrößte Lachsart, sind auch eine wichtige Nahrungsquelle für die ortsgebundenen Orcas. Deren Wanderungen zu ihren Laichgebieten finden im Spätsommer und Herbst statt. Heilbutt, Kabeljau, Seezunge und Tintenfisch stehen auch auf der Speisekarte dieses Orca-Ökotyps.

Ortstreue Schwertwale haben ein sehr ausgeprägtes Sozialleben und bleiben ein Leben lang in ihren Familiengruppen, selbst die ausgewachsenen Männchen. Die Gruppen sind matrilinear aufgebaut und bestehen üblicherweise aus einer Mutter und ihrem Nachwuchs. Ortstreue Schwertwale kommunizieren intensiv durch akustische Signale miteinander. Jede Familie hat ihr eigenes Repertoire von ca. 12-15 verschiedenen Rufen. Die Nachkommen erlernen diese Rufe von ihren Müttern – es handelt sich somit um Traditionen, die auf den sehr engen Familienbanden der Orcas basieren. Familiengruppen, die mehrere Rufe gemeinsam benutzen, werden als „Pod“ zusammengefasst, teilen sich mehrere Pods mindestens einen Ruf werden sie als „Clan“ bezeichnet. 

“Bigg’s Orcas” (Früher “Transients” = Wandernde Orcas)

Wandernde Orcas, nach einem Pionier der Schwertwal-Forschung nun “Bigg’s Orcas” genannt, sind wohl bereits seit ca. 700.000 Jahren als eigener Ökotyp etabliert. Rein physiologisch unterscheiden sie sich kaum von anderen Schwertwalen. Jedoch sind sie im Durschnitt etwas größer als ortstreue Orcas und haben eine spitzere Rückenflosse. Diese Unterschiede sowie ihr Verhalten und Nahrungsgewohnheiten machen sie zu einem eigenen Ökotypen. Bigg’s Orcas sind in der Regel in kleineren Gruppen unterwegs, verbringen weniger Zeit mit sozialen Aktivitäten und entfernen sich auch von ihren Familiengruppen. Daher sind die Gruppenzusammensetzungen bei diesen Schwertwalen sehr variabel. Sie teilen sich alle das gleiche Ruf-Repertoire mit nur kleinen regionalen Unterschieden.

Bigg’s Orcas sind schwieriger zu sichten und zu beobachten als zum Beispiel die ortstreuen Schwertwale, da sie in kleineren Gruppen unterwegs sind, länger tauchen (manchmal bis zu 10 Minuten) und nicht sehr stimmaktiv sind (wodurch man sie z. B. nicht durch Unterwassermikrofone lokalisieren kann). Dennoch geht man davon aus, dass sie das ganze Jahr über in der Nähe der Küste vorkommen. Sie arbeiten bei der Jagd zusammen und ernähren sich hauptsächlich von Seehunden, aber auch Schweinswalen, Delfinen, Seelöwen und gelegentlich auch Zwergwalen. Da ihre Beutetiere alle ein gutes Hörvermögen haben, vermutet man, dass dieser Orca-Typ bei der Jagd weitestgehend auf Lautäußerungen verzichtet, um unentdeckt zu bleiben. Während bzw. nach einer erfolgreichen Jagd sind sie dann jedoch wesentlich stimmgewaltiger. Je nach Größe der Beute dauert die Jagd oft mehrere Stunden und beinhaltet gut koordinierte Manöver wie gemeinsame Angriffe, unter Wasser drücken sowie gezielte Sprünge und Schläge.

“Offshores” (küstenfern lebende Orcas)

Die “Offshores” sind der dritte Schwertwal-Ökotyp im Nordostpazifik. Sie sind weniger erforscht als die anderen Ökotypen und erst seit den späten 80-er Jahren bekannt. Zuerst dachte man, sie kämen nur in den Gewässern zwischen Kalifornien und den Aleuten-Inseln (Alaska) vor, aber seit 1993 wurden sie auch bereits ca. 30 Mal in der Johnstone-Straße und im Blackfish Sound gesichtet. Wie alle Orcas zeigen auch die Offshores ein ausgeprägtes Sozialverhalten.  Sie sind in großen Gruppen von manchmal bis zu 50 Individuen unterwegs und wie die ortstreuen Schwertwale benutzen sie häufig akustische Signale zur Kommunikation. Momentan wird untersucht, ob die Vermutung zutrifft, dass die einzelnen Gruppen unterschiedliche Rufe benutzen. Offshore–Orcas ernähren sich wie ihre ortstreuen Artgenossen von Fisch. Ihre bevorzugte Beute ist der Pazifische Schlafhai, sie jagen aber auch andere Hai-Arten sowie Heilbutt, Königslachs und weitere Fischarten. Die Zähne dieser Schwertwale sind oft sehr abgenutzt, auch bei jüngeren Individuen. Dies resultiert vermutlich aus der Ernährung von Haien, deren Haut sehr rau ist. Offhore-Orcas sind etwas kleiner Residents und Bigg’s Orcas. 

Ulla Ludewig

Über Ulla Ludewig

Projektreferentin - Ulla Christina Ludewig setzt sich im deutschen und internationalen WDC-Team für die Schließung von Delfinarien und verantwortungsbewusste Wal- und Delfinbeobachtung ein.