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Delfinarium im Zoo von Madrid geschlossen

Großer Tümmler in Gefangenschaft © Rob Lott
Großer Tümmler in Gefangenschaft © Rob Lott

Die Betreiber:innen des Zoos in Madrid, Spanien, hatten sich kürzlich für eine Zukunft ohne Delfine in Gefangenschaft entschieden. Nun leben die acht betroffenen Delfine unter deutlich schlechteren Haltungsbedingungen in einer Einrichtung in China. Ein Schicksal, das sie mit vielen weiteren Artgenossen teilen.

Spanien hat wieder ein Delfinarium weniger, bleibt jedoch weiterhin Spitzenreiter als EU-Land mit den meisten Einrichtungen dieser Art. Die Situation aus dem Jahr 2022 scheint sich zu wiederholen: Damals wurden die verbleibenden neun Delfine aus dem Delfinarium Aquópolis Costa Dorada, im Nordosten Spaniens, nach Ocean Paradise in Hainan, China, transportiert. Diesmal sind es sieben weibliche und ein männlicher Großen Tümmler aus dem Zoo in Madrid. Sie befinden sich nun in derselben chinesischen Einrichtung wie die 2022 transportierten Delfine.

Der Transport der acht Großen Tümmler von Madrid nach Hainan beruht auf einer Empfehlung der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA; auf Deutsch: Europäischer Verband für Zoos und Aquarien). Diese koordiniert auch die Zucht zum "Erhalt der Delfinpopulation in europäischen Delfinarien". Abgesehen davon, dass Große Tümmler keine gefährdete Art sind, dient die Gefangenschaftshaltung im Falle von Walen und Delfinen nicht der Arterhaltung und bedeutet viel Leid für die betroffenen Individuen.

Geringere Tierschutzstandards in China

Der Transport ermöglicht es zwar, dass die Gruppe zusammenbleibt, doch die boomende Delfinarien-Industrie in China hat deutlich geringere Tierschutzstandards als Europa. EAZAs Empfehlung steht somit im Widerspruch zu ihrer eigenen Aussage, sich "für hohe Tierschutzstandards und die Förderung eines positiven Tierschutzes" einsetzen zu wollen.
Die Tümmler bleiben dabei Teil des europäischen Zuchtprogramms – und können somit zu Zuchtzwecken in Europa weiterhin zum Einsatz kommen.

Es bleibt zu befürchten, dass dies nicht die letzte EAZA-Empfehlung eines Abtransports von in Gefangenschaft gehaltenen Walen und Delfinen nach Asien ist: Denn während der positive Trend hin zu weniger Delfinarien in Europa und Nordamerika langsam Fahrt aufnimmt, wächst Chinas Delfinarienindustrie – zum Leid der Wale und Delfine. Deswegen haben wir über im Rahmen der NGO-Koalition "Dolphinaria Free Europe" den Verband EAZA in einem offiziellen Schreiben dazu aufgefordert, von zukünftigen Empfehlungen zu Transporten nach Asien, wo die Tierschutzstandards niedriger sind, abzusehen.

Ein besserer Weg?

WDC rät Zoos und anderen Einrichtungen, die die Gefangenschaftshaltung von Walen und Delfinen beenden möchten, die Individuen in ihren gewohnten Gruppen zu belassen, bis eine gleichwertige oder bessere Unterbringung – idealerweise in einem Meeresrefugium – gefunden ist. Zudem soll die Zucht mit ihnen eingestellt werden. Da in Europa gerade keine Einrichtung Platz für acht Delfine hat und es auch noch kein Meeresrefugium für Große Tümmler gibt, wäre der Zoo Madrid am besten dem Beispiel des einzigen Delfinariums in Schweden gefolgt:  Der Stockholmer Zoo Kolmården hatte sich 2022 dazu entschlossen, die Delfinhaltung auslaufen lassen, doch für die verbleibenden zwölf Großen Tümmler keinen Platz in anderen Delfinarien mit ähnlichen, beziehungsweise höheren Tierschutzstandards gefunden. Somit wurde die Zucht mit den Meeressäugern eingestellt und der Zoo entschied, sich so lange um die Individuen zu kümmern, bis eine Lösung im Sinne der Delfine gefunden wird. Das ist bis heute der Fall. Der Stockholmer Zoo wird auf diese Weise seiner Verantwortung für die Delfine gerecht und sorgt durch ein Zuchtverbot dafür, dass keine weiteren Generationen in Gefangenschaft leiden müssen.

Aktiv werden

Klären Sie Freund:innen und Bekannte über das Leid von Walen und Delfinen in Gefangenschaft auf – und bitten Sie sie darum, im Urlaub keine Delfinarien zu besuchen.

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