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Neun Delfine von Spanien nach China transportiert

© Rob Lott

Das Delfinarium Aquópolis Costa Dorada im Nordosten Spaniens hat seine Delfinhaltung aufgegeben. Die verbliebenen Delfine wurden nach China transportiert.

Neun Große Tümmler, die bisher im Delfinarium Aquópolis Costa Dorada gehalten wurden, sind nun im Hainan Ocean Paradise in China. Wie das Unternehmen in einer Pressemeldung bekannt gab, hat es sich an die anderen Aquópolis-Parks angepasst, die sich auf die Familien-Unterhaltung spezialisieren und keine Delfine halten. Bei den neun Delfinen handelt es sich um ein älteres, wildgefangenes Weibchen und acht zwischen 2003 und 2017 in Gefangenschaft geborene Delfine. Somit sinkt die Zahl an spanischen Delfinarien auf zehn, doch Spanien verbleibt der EU-Staat mit den meisten Einrichtungen.

Während der Transport von acht Delfinen aus den Niederlanden nach China Ende letzten Jahres vorerst gestoppt werden konnte, gab es für den Transfer der neun Delfine aus Spanien vorher keine Anzeichen, die ein Eingreifen von Tierschützer:innen möglich gemacht hätten. Obwohl es sich beim Ocean Paradise in Hainan um eine „neue und moderne Einrichtung“ handelt, wie Parques Reunidos (Besitzer des Delfinariums Aquópolis Costa Dorada) in seiner Pressemeldung betont, gibt es doch starke Bedenken angesichts der Tierschutz-Standards, die in China gelten.

WDC setzt sich unter anderem in der NGO-Koalition Dolphinaria Free Europe für eine EU ohne Delfinarien ein und ist auch Mitglied in der China Cetacean Alliance, in der mehrere Organisationen sowie Partner vor Ort Aufklärungsarbeit leisten, um auf lange Sicht den Delfinarien-Boom in China zu stoppen. Auch wenn es im Prinzip eine gute Nachricht ist, wenn ein Delfinarium in der EU schließt, so muss doch das Wohl der Individuen im Vordergrund stehen. Ein so langer Transport nach China bedeutet Stress für die Tiere. Außerdem erwartet die Delfine in China eine stark wachsende Unterhaltungsindustrie mit mangelnden Tierschutz-Richtlinien und somit meist schlechteren Haltungsbedingungen. Anstatt die Delfinarien-Industrie in China durch Transporte wie diesen zu unterstützen, sollten europäische Delfinarien besser in den Aufbau von Meeresrefugien im europäischen Raum investieren. Dort könnten ehemals gefangen gehaltene Delfine ein Leben in einem natürlicheren Lebensraum führen. WDC arbeitet mit verschiedenen Partnern daran, diesem Ziel näher zu kommen.

[shariff]

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Über Bianca König

Bianca König leitet bei WDC Deutschland das Team Kommunikation. Sie ist zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, das Magazin WAL & MEER sowie den Jahresbericht und plant Kampagnen mit. Sie ist verantwortlich für die Kommunikationsplanung rund um Konferenzen und Konventionen für WDC international. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

2 Kommentare

  1. Veröffentlicht von K.Völker am 30. Juni 2022 um 2:08 pm

    Wäre es nicht zweckdienlich, solche Parks wie den in Spanien mit einem Boykottaufruf zu „strafen“,um Nachahmer abzuschreiben?

  2. Veröffentlicht von K.Völker am 30. Juni 2022 um 2:09 pm

    Es soll natürlich abzuhalten

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