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Walkultur: Lernten Pottwale, Walfangschiffen auszuweichen?

Abtauchende Pottwale (C) Andrew Sutton
Abtauchende Pottwale (C) Andrew Sutton

Eine neue Studie gibt faszinierende Einblicke, wie Pottwale im 19. Jahrhundert lernten, Walfangschiffen im Pazifik zu entkommen.

Pottwale haben nur einen natürlichen Feind – den Orca. Fühlt sich eine Gruppe von Pottwalen bedroht, bilden sie einen engen Kreis, mit nach außen gerichteten Schwänzen, um sich zu verteidigen: Das funktioniert gut, um sich gegen Schwertwale zu wehren. Doch diese Reaktion machte es den Walfänger*innen im 19. Jahrhundert leicht, auf die Wale zu zielen. Historische Daten zeigen allerdings, dass die Pottwale nur wenige Jahre nach den ersten Begegnungen mit Walfänger*innen immer schwerer zu fangen waren. Der Jagderfolg ging um 58 Prozent zurück.

Die Pottwal-Wissenschaftler Hal Whitehead und Luke Randall veröffentlichten eine neue Analyse von Logbüchern amerikanischer Walfang-Schiffe, die darauf hindeutet, dass die intelligenten Wale gelernt haben ihr Verhalten zu ändern, um nicht gejagt werden zu können. Anstatt ihre traditionelle Verteidigungsposition einzunehmen, lernten die Pottwale, dass Flucht, Tauchen oder sogar das Schwimmen in Windrichtung der Walfang-Schiffe ihre Überlebenschancen erhöhen.

Was diese Erkenntnis so erstaunlich macht, ist, dass es sich nicht um einen Prozess handelte, der viele Generationen brauchte, um sich zu entwickeln. Vielmehr handelte es sich um eine sogenannte "kulturelle Evolution" – die Wale lernten selbst und gaben ihr "Wissen" schnell an andere Gruppenmitglieder weiter. Während männliche Wale eher Einzelgänger sind, leben weibliche Pottwale in eng verbundenen sozialen Gruppen, die über große Entfernungen kommunizieren und somit auch "Wissen" weitergeben können.

Leider hatten im 20. Jahrhundert Motoren die Segel abgelöst und Pottwale konnten den explodierenden Harpunen nicht mehr ausweichen, was ihre Zahl rapide dezimierte. Heute haben die Klimakrise und der Unterwasserlärm die Harpunen als Gefahr weitgehend ersetzt – weshalb sich die Pottwalpopulationen langsam erholen können, aber dennoch langfristig bedroht sind.

"Was an dieser neuen Studie wichtig und sogar bewegend ist – ist, dass sie uns dazu anregt, über die kulturellen Entwicklungszeiträume von Meeressäugern nachzudenken", sagt Philippa Brakes, die für WDC zu Kultur und Rechten von Walen forscht. "In den 1800er Jahren passten Pottwale ihr Verhalten innerhalb kurzer Zeit an die damalige menschliche Walfang-Kultur an. Wenn man sich jedoch veranschaulicht, welche Evolution die Pottwale durchlaufen haben und wie groß ihre Gehirne sind, könnte ihre Kultur viele Millionen Jahre älter sein als unsere. Das ist eine wichtige Perspektive, wenn wir über die Auswirkungen unserer menschlichen Aktivitäten – damals und heute – nachdenken."

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Über Bianca König

Leiterin Kommunikation - Bianca König ist bei WDC zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, News & Blogs, Newsletter, das Magazin Wal & Meer, Social Media und plant Kampagnen mit. Als Ehrenamtliche unterstützt sie regelmäßig die Forschungsarbeiten der Orca-Forschungsstation OrcaLab an der kanadischen Westküste, wo die Paten-Orcas von WDC beheimatet sind.

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