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Orca Morgan ist erneut Mutter geworden

Orca Morgan im Loro Parque. © WDC
Orca Morgan im Loro Parque. © WDC

Orca Morgan hat in Gefangenschaft ein weiteres Baby zur Welt gebracht – doch aus Sicht von Tierschützer:innen ist dies kein Anlass zur Freude: WDC kritisiert die verantwortungslose Zuchtpraxis im spanischen Loro Parque und fordert ein Ende der Haltung von Walen und Delfinen.

Am 31. März 2025 brachte das in Gefangenschaft gehaltene Orca-Weibchen Morgan ein Baby zur Welt – ein Ereignis, das der Loro Parque auf Teneriffa öffentlichkeitswirksam als freudige Nachricht präsentiert.

Morgan wurde 2010 stark geschwächt an der niederländischen Küste gefunden. Ihr Schicksal hätte sich zum Positiven wenden können – doch statt sie, wie ursprünglich geplant, aufzupäppeln und ins Meer zurückzubringen, wurde sie an den Loro Parque übergeben, wo sie seither in einem Betonbecken lebt und zur Unterhaltung von Publikum sowie Zuchtzwecken eingesetzt wird. WDC sowie zahlreiche weitere Organisationen und Fachleute kritisieren seit Jahren die Haltung und Zuchtpraktiken des Parks, insbesondere im Hinblick auf Morgan, die nachweislich gehörlos ist und auch während ihrer Schwangerschaften in den Shows des Parks mitwirken musste.

Zucht ohne Zukunft

Die erneute Geburt eines Orca-Babys im Loro Parque ist aus Sicht von WDC demnach kein Erfolg, sondern ein Skandal: Statt aus Fehlern zu lernen, wiederholt der Park sein fragwürdiges Vorgehen. Schon Morgans erstes Baby, Ula, kam mit gesundheitlichen Problemen zur Welt und starb im Jahr 2021 im Alter von nicht einmal drei Jahren. Ihre Erkrankungen – darunter eine deformierte Brustflosse – sowie die langzeitige Isolation in einem kleinen Pflege-Becken werfen kritische Fragen über Haltung und medizinische Versorgung auf. Die genetische Herkunft des neuen Babys ist ein weiterer Kritikpunkt: Vater ist vermutlich der inzwischen verstorbene Orca Keto – der Orca, der im Jahr 2009 den Trainer Alexis Martinez tödlich verletzte und aus einer ganz anderen Population als Morgan stammt. Somit ist dieses Baby ein Hybrid, den es in freier Wildbahn nie geben würde – ein weiteres Argument gegen die Behauptung, Zuchtprogramme in Gefangenschaft würden dem Artenschutz dienen.

Kommunikation zwischen Mutter und Baby überhaupt möglich?

Die Free Morgan Foundation, die seit Jahren an vorderster Front für Morgan kämpft, hat dem Baby symbolisch den Namen CODDA gegeben – Child of Deaf and Deceased Adults – in Anlehnung an den Film CODA, in dem es um eine junge Frau geht, die als einzige ihrer Familie hören kann. Der Name soll ein eindringliches Zeichen für das tragische Schicksal sein, das Morgan und ihre Nachkommen in Gefangenschaft erwartet. Loro Parque nimmt in Kauf, dass Morgan aufgrund ihrer Gehörlosigkeit wahrscheinlich nicht in der Lage ist, mit ihrem Baby in der für Orcas typischen Art zu kommunizieren – ein enormes Risiko für das Wohlergehen beider Individuen. Diese sogenannte Zucht ist aus Sicht von WDC und der Free Morgan Foundation kein Fortschritt, sondern ein verantwortungsloses Experiment.

Orcas sind hochintelligente, soziale Meeressäuger mit komplexer Kommunikation, die in der Enge von Betonbecken nicht nur physisch, sondern auch psychisch leiden.

Wir fordern daher …
  • von Reiseveranstaltern wie TUI, endlich Verantwortung zu übernehmen und keine Tickets oder Touren zu Einrichtungen wie dem Loro Parque mehr zu verkaufen.
  • von Zooverbänden, wie der "European Association of Zoos and Aquaria EAZA" und der "World Association of Zoos and Aquaria WAZA", sich klar gegen Zuchtprogramme in Gefangenschaft zu positionieren.
  • von Regierungen und der Europäischen Union, die Zucht von Walen und Delfinen in Gefangenschaft gesetzlich zu verbieten.

Für Morgan und ihr Baby kommt dieser Appell zu spät. Doch wir können verhindern, dass sich dieses Schicksal wiederholt.

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