Orca-Transport aus Frankreich steht unmittelbar bevor
Drei Orcas aus dem Vergnügungspark Marineland in Antibes, Frankreich, sollen im Januar nach Japan transportiert werden. Dort sollen sie nicht nur weiter als Showtiere dienen, sondern auch neue Zuchterfolge bringen.
Den Orcas „Inouk“, „Wikie“ und „Keijo“ aus dem Marineland Antibes in Frankreich steht eine lange Reise nach Japan bevor. Berichten der Organisation One Voice zufolge kann der Transport jederzeit stattfinden. Wahrscheinlich werden die drei Meeressäuger in das neugebaute Kobe Suma SeaWorld gebracht, wo sie weiterhin in Gefangenschaft Kunststücke vorführen müssen. Zudem sollen sie für Nachwuchs im Betonbecken sorgen.
Da die Gefangenschaftshaltung in Frankreich nicht mehr von der Bevölkerung unterstützt wird, möchten die Betreiber:innen von Marineland die Orcas nach Japan umsiedeln. Der Transport stößt sowohl in der EU als auch in Japan auf starke Kritik: Eine Gruppe von japanischen Tierschützer:innen hat bereits eine Petition ins Leben gerufen.
Alle Versuche von OneVoice und Partnern, ein Meeresrefugium für die noch verbleibenden Orcas in Frankreich auf den Weg zu bringen, waren bisher erfolglos. Marineland lehnt eine Kooperation und Beteiligung bis heute ab.
"Marineland sollte sich angemessen um das Wohlergehen der Meeressäuger kümmern, statt sie für Geld und Zuchterfolge nach Japan zu transportieren”, sagt Tamara Narganes Homfeldt, Meeresbiologin bei WDC.
Noch vor wenigen Monaten war die Orca-Familie zu viert, doch Moana, der Sohn von Wikie, verstarb in der Einrichtung letzten Oktober. Im Dezember wurde zudem der Tod eines Delfinkalbs im Marineland vermeldet, das nur zwei Tage überlebt hatte.
Nach dem Transport der drei Orcas wird der Loro Parque die einzige europäische Einrichtung mit Orcas in Gefangenschaft sein. Das Ziel ist jedoch nicht, dass alle europäischen Delfinarien schließen und die Wale und Delfine nach Asien bringen, wo sie oft unter noch schlechteren Haltungsbedingungen leben müssen.
“Die Delfinarien sollen die Zucht einstellen und sich angemessen um die letzte Generation der in Gefangenschaft lebenden Wale und Delfine kümmern”, fordert Narganes-Homfeldt.
+++ UPDATE vom 29.01.2024 +++
Gericht verbietet Transport
Nachdem OneVoice gegen den Transport der drei Orcas geklagt hatte, entschied das Gericht im französischen Grasse zugunsten der Kläger: Die Orcas müssen im Marineland verbleiben, bis ihr Gesundheitszustand sowie die Haltungsbedingungen durch unabhängige Experten geprüft wurden.
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