WDC fordert US-Gericht auf, Schutzmaßnahmen für Glattwale aufrecht zu erhalten
WDC und weitere Naturschutzverbände haben in einem gemeinsamen Schreiben die Notwendigkeit und Rechtmäßigkeit der Geschwindigkeitsbegrenzung für den Schiffsverkehr, zum Schutz von bedrohten Glattwalen bekräftigt. Das Überleben der Wale ist vor allem durch Kollisionen mit Schiffen und Booten gefährdet.
Die bestehende Geschwindigkeitsregelung für Schiffe und Boote wird aktuell vor dem US-Gericht für den mittleren Bezirk von Florida von einem Unternehmen, deren 33 Meter lange Superyacht 2022 gegen die Regelung verstoßen hatte sowie dem Bootskapitän angefochten. Beim Transport der Yacht wurden die zulässigen Geschwindigkeiten überschritten. Die Kläger argumentieren nun, dass die US-Behörde NOAA (National Oceanic and Athmospheric Administration) nicht befugt sei, die Geschwindigkeitsregelung gemäß des Endangered Species Act und des Marine Mammal Protection Act zu erlassen, und dass die Regelung gegen verfassungsrechtliche Grundsätze verstoße.
Die Naturschutzverbände argumentieren dagegen, dass die Behörde durchaus die rechtliche Befugnis habe, Nordkaper durch die Erlassung von Geschwindigkeitsbegrenzungen zu schützen. In einem Amicus-Curiae-Schriftsatz an das Gericht kritisieren sie, dass das absichtliche Überschreiten von Geschwindigkeitsbegrenzungen in Gebieten, die als besonders riskant für wandernde Glattwale gelten – insbesondere für gefährdete Mütter und neugeborene Jungtiere – nicht zu rechtfertigen sei.
Nur noch 70 fortpflanzungsfähige Wale
Seit 2017 wurden durch Schiffskollisionen mindestens 27 vom Aussterben bedrohte Glattwale getötet oder verletzt. Die Population verfügt nur noch über etwa 70 fortpflanzungsfähige Weibchen. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Schiff, das mit einer Geschwindigkeit von zehn Knoten (circa 1,8 Kilometer pro Stunde) oder weniger fährt, einen Wal bei einer Kollision viel weniger wahrscheinlich verletzt.
"Wir haben Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Nähe von Schulen, Fußgängerüberwegen auf stark befahrenen Straßen und Ampeln, um das Fahren sicherer zu machen. Es hat also Folgen, wenn Autofahrer:innen zu schnell fahren, Fußgänger:innen ignorieren oder rote Ampeln überfahren, weil diese Verhaltensweisen das Risiko erhöhen, dass jemand verletzt wird. Genau wie diese Verkehrsregeln basiert auch diese Geschwindigkeitsbegrenzung für Schiffe auf Fakten und Forschungsergebnissen, die ihre Wirksamkeit zum Schutz von Bootsfahrer:innen und Walen belegen."
Regina Asmutis-Silvia, Geschäftsführerin von WDC Nordamerika
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Eine Erholung der Population ist möglich – bei entsprechendem Schutz
Die Population der Nordatlantischen Glattwale begann um 2010 stark zu schrumpfen, als die Wale aufgrund des sich rasch verändernden Klimas neue Lebensräume in Gebieten fanden, in denen es keinen Schutz vor Schiffskollisionen und versehentlichem Verfangen in Fischernetzen gab. Dank neuer Maßnahmen in den USA und Kanada zur Verringerung dieser Bedrohungen hat die Population in den letzten vier Jahren langsam wieder zugenommen, was zeigt, dass die Wale bei angemessenem Schutz überleben können. Dennoch zählt die Population heute nur etwa 380 Individuen, was einem Rückgang um 20 Prozent in den letzten 25 Jahren entspricht.
Die 2008 eingeführte Geschwindigkeitsbegrenzung sieht eine saisonale Begrenzung auf zehn Knoten für die meisten Schiffe mit einer Länge von knapp 20 Metern und mehr in "saisonalen Managementgebieten" entlang der Ostküste vor, wo sich die Wanderwege der Glattwale mit dem starken Schiffsverkehr überschneiden. "Dynamische Managementgebiete" sind potenzielle Kollisions-Hotspots, in denen NOAA Kapitän:innen auffordert, freiwillig auf zehn Knoten zu verlangsamen. Allerdings halten sich viele nicht daran – insbesondere im einzigen bekannten Aufzuchtgebiet der Art im Südosten.
Behörde verzögert Maßnahmen und zieht sie dann ganz zurück
Naturschutzverbände haben lautstark kritisiert, dass die bestehenden Maßnahmen die Glattwale nicht ausreichend schützen, und sich für eine Verschärfung der Geschwindigkeitsbegrenzung eingesetzt. Sie fordern, die saisonalen Managementgebiete auszuweiten, Geschwindigkeitsbegrenzungen auch für kleinere Schiffe einzuführen und die Einhaltung der Vorschriften in dynamischen Managementgebieten verbindlich vorzuschreiben. Im Januar 2025 gab die zuständige Behörde bekannt, dass sie einen Vorschlag für eine Regelung, die diese Schutzmaßnahmen umgesetzt hätte, zurückziehen werde, nachdem sie den Vorschlag seit 2022 hinausgezögert hatte.
Sicher ist: Der Glattwal braucht mehr, nicht weniger Schutz vor Schiffskollisionen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung ist die einzige, wirksame Maßnahme, um Todesfälle und Verletzungen durch Schiffskollisionen zu reduzieren.
Unser Nordkaper-Schutzprojekt
WDC ist in mehreren Fachgruppen aktiv, die sich auf verschiedenen Ebenen für den Schutz der Nordkaper einsetzen. Außerdem arbeitet unser Team an der Entwicklung alternativer Fischereimethoden, um das Verheddern von Walen zu verhindern.
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