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Sichtung eines Buckelwals in der Ostsee

Ein Buckelwal hebt Kopf und weiße Brustflosse aus dem Wasser.
Buckelwal © WDC

Vor Rügen wurde ein junger Buckelwal in der Ostsee gesichtet – ein seltenes Ereignis, da Buckelwale normalerweise nicht in der Ostsee vorkommen und nicht an die dortigen Lebensbedingungen angepasst sind. WDC ruft daher zu besonderer Rücksichtnahme auf und mahnt zu einem respektvollen Umgang mit dem Meeressäuger. 

Die aktuelle Sichtung ist sowohl faszinierend als auch alarmierend. Buckelwale leben üblicherweise im offenen Meer, sind aber auch in Küstengewässern anzutreffen. Wenn sie – wie aktuell in der Ostsee, einem Binnen- beziehungsweise Randmeer – auftauchen, liegt das häufig daran, dass sie sich auf ihrer jährlichen Wanderung verirrt haben. Besonders junge Wale sind davon betroffen, etwa durch Orientierungslosigkeit, Störungen durch Unterwasserlärm oder weil sie auf der Suche nach Nahrung versehentlich "falsch abgebogen" sind.

Findet der Wal den Weg zurück?

Die Ostsee ist für Buckelwale kein geeigneter Lebensraum. Es fehlt an ausreichenden Nahrungsquellen wie Krill oder Schwarmfischen. Zudem birgt die Region zahlreiche Gefahren: dichter Schiffsverkehr, Fischernetze und Lärmverschmutzung. Erschwerend kommt hinzu, dass es aus dem geografisch engen Binnenmeer nur einen einzigen Weg zurück in die Nordsee – und damit in den Atlantik – gibt. Ob der Wal diesen Weg findet, ist ungewiss.

WDC appelliert an die Öffentlichkeit, den jungen Buckelwal nicht zu stören, ausreichend Abstand zu halten und Sichtungen dem Deutschen Meeresmuseum zu melden. Jede zusätzliche Störung kann die Orientierung des Wals beeinträchtigen und seine Überlebenschancen verringern.

Mehr Informationen zur Wal- und Delfinbeobachtung in deutschen Gewässern sowie unseren Verhaltenskodex zum Download finden Sie hier.

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