Neuer Bericht enthüllt: Yahoo! Japan verkauft weiter stark belastetes Wal-Fleisch an unwissende Kund:innen
Zusammen mit internationalen NGOs fordert WDC den Online-Shop "Yahoo! Japan" und dessen Muttergesellschaft, die LY Corporation, dazu auf, den Verkauf von Produkten mit Wal- und Delfin-Fleisch einzustellen. Anlass gab eine neue Untersuchung von Stichproben, in denen hohe Schadstoffwerte nachgewiesen werden konnten.
Bei jüngsten Recherchen von Environmental Investigation Agency (EIA) Anfang dieses Jahres wurden auf der Shopping-Website von Yahoo! Japan 963 Lebensmittelprodukte aus Walen, Delfinen und Schweinswalen, darunter 58 Tierfutterprodukte, die Wal-Fleisch enthalten, gefunden. Diese Produkte stammen von verschiedenen kleinen und großen Wal-Arten, die hauptsächlich in Japan gejagt, aber auch aus Island und Norwegen importiert werden, wodurch eine für Wale und Menschen gleichermaßen schädliche Industrie unterstützt wird.
"Wale und Delfine weltweit sind so bedroht wie nie und brauchen dringend mehr Schutz. Sie leisten wichtige Beiträge für die marinen Ökosysteme, in denen sie leben. Für einen gesunden Planeten braucht es gesunde Ozeane. Der Konsum von Wal- und Delfin-Produkten stellt also nicht nur wegen seiner hohen Schadstoffbelastung eine Gefahr für uns Menschen dar, sondern auch durch seine fatalen Auswirkungen auf das empfindliche Gleichgewicht der Natur."
Katrin Matthes, Verantwortlich für WDC’s Arbeit zu Japan.
Von 66 Produkten, die zwischen 2007 und 2025 bei Yahoo! Japan gekauft und von zertifizierten, unabhängigen Laboren in Japan getestet wurden, lag die durchschnittliche Quecksilberkonzentration mit 2,67 ppm fast siebenmal höher als der von der japanischen Regierung festgelegte Grenzwert von 0,4 ppm. Insgesamt überschritten 41 Produkte (62 Prozent) den Quecksilbergrenzwert. Sechzehn Produkte (24 Prozent) enthielten Quecksilberkonzentrationen, die mindestens zehnmal höher waren als der empfohlene Grenzwert.
Das am stärksten belastete Produkt war getrockneter Grindwal aus Taiji, Wakayama, verkauft von der Firma Ajisaku. Die im Juli 2019 gekaufte Probe enthielt erschreckende 19 ppm Quecksilber, mehr als das 47-fache des empfohlenen Grenzwerts. Eine zweite Probe, die im April 2025 gekauft und getestet wurde, wies einen Quecksilbergehalt von 8,2 ppm auf, mehr als das 20-fache des Grenzwerts.
Mit dem aktuellen Bericht „Ethics Over Profits — Why Yahoo! Japan must stop selling whale and dolphin products”, an dem WDC und andere NGOs mitgewirkt haben, werden Yahoo! Japan und die LY Corporation aufgefordert, unverzüglich ein vollständiges und dauerhaftes Verbot des Verkaufs aller Wal- und Delfin-Produkte zu erlassen.
Naver ist Koreas zweitgrößte Online-Shopping-Website sowie die Nummer eins unter den Suchmaschinen und Webportalen. Naver ist nicht nur für den Vertrieb von Wal- und Delfin-Produkten in Japan, sondern auch in Südkorea verantwortlich. Eine Suche nach „Wal-Fleisch“ in Naver ergibt mehr als 900 Online-Verkäufer, bei denen Nutzer Produkte aus Fleisch von Walen und Delfinen online kaufen können.
Die NGO-Allianz hat deshalb auch Naver aufgefordert, die Werbung für Wal- und Delfin-Produkte unverzüglich einzustellen, insbesondere da in Südkorea der Verkauf von Walfleisch eigentlich verboten ist und nur innerhalb der Gastronomie unter strengen Ausnahmeregelungen noch möglich ist. Das Land hat sich in den vergangenen Jahren klar gegen kommerziellen Walfang positioniert und Regelungen verschärft, durch die der Konsum von Walfleisch im Land schrittweise beendet werden soll.
Bereits in der Vergangenheit hat WDC, zusammen mit der australischen NGO “Action for Dolphins”, Yahoo! Japan zum Verkaufsstopp von Wal- und Delfin-Produkten aufgefordert, nachdem Untersuchungen von Proben hohe Schadstoffbelastungen aufgedeckt hatten.
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