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Fischfang: Welche Auswirkungen hat das MSC-Siegel auf Wale und Delfine?

Fischfang in Netzen
(C) Greenpeace

Ob Sie Fisch essen oder nicht, sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits einmal das Marine Stewardship Council (MSC) Logo auf einigen Fischprodukten ihres Supermarkts gesehen haben. Wir neigen dazu, diesem Logo als Nachweis für nachhaltigen Fischfang zu vertrauen. Doch berücksichtigt MSC auch, ob Delfine oder Wale verletzt oder getötet werden, um den Fisch auf unsere Teller zu bringen?

Das Verfangen in Fischereigerät (oder „Beifang“) ist global bei weitem die häufigste Todesursache von Meeressäugern und ein besonders grausamer Tod. In Zusammenarbeit mit unseren Kolleg*innen von Birdlife haben wir überprüft, inwiefern MSC den Beifang bei der Zertifizierung berücksichtigt.

Unsere Untersuchung betrachtete geschützte Arten (Delfine, Schweinswale, Robben, Seevögel, Meeresschildkröten, Haie und Rochen) in 23 Fischereibetrieben, die MSC-zertifiziert wurden.  Diese Firmen wurden drauf überprüft, ob Maßnahmen zur Verhinderung oder Minimierung von Beifang ergriffen wurden.

Leider war dies bei den meisten MSC-zertifizierten Fischereibetriebe nicht der Fall. Nur drei der untersuchten Firmen erzielten ein gutes Ergebnis. Speziell für Delfine, Schweinswale und Wale fehlen oft wissenschaftliche Daten. Wo solche Informationen vorliegen, sind sie besorgniserregend.

Die Untersuchungen von WDC und Birdlife ergaben folgende Ergebnisse:

  • Die nordwestatlantische Schneekrabben- und Hummerfischfischerei trägt zum Rückgang der nordatlantischen Glattwale bei.
  • Die Stellnetzfischerei im Nordatlantik, inklusive der deutschen Nord- und Ostsee, hat mit großer Wahrscheinlichkeit negative Auswirkungen auf Schweinswalpopulationen.
  • Bei einigen Fischereien mit verschiedenen Zielarten in der Nordsee können die Auswirkungen auf Große Tümmler und Weißschnauzendelfine nicht mit Sicherheit bestimmt werden
  • Die Langleinenfischerei im Nordatlantik wirkt sich auf die Population von Grindwalen und möglicherweise auch auf die Population Nördlicher Entenwale aus.
  • Die Schleppnetzfischerei der südlichen Hemisphäre trägt zu einem Populationsrückgang der Māui-Delfine in Neuseeland bei.
  • In der Ringwadenfischerei im Ost-Pazifik wurde der Beifang von Delfinen zwar reduziert, jedoch haben sich die Populationen noch immer nicht von vergangenen Zeiten erholt, als der Beifang von Delfinen sehr hoch war.

MSC beginnt nun eine Überprüfung der Fischereistandards, welche zwei Jahre dauern und die Berücksichtigung von geschützten Arten beinhalten wird. Unsere Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass MSC dringend seine Zertifizierungsmethoden verbessern muss. WDC vertritt die Meinung, dass Fischereibetriebe mit inakzeptabel hohen Auswirkungen auf geschützte Arten wie Delfine und Wale nicht zertifiziert werden dürfen. MSC muss sicherstellen, dass das Vorkommen von Beifang bei der Zertifizierung standardmäßig überprüft und er ggf. durch effektive Maßnahmen verhindert wird.

Bis dahin können wir leider bei kaum einem Fisch sicher sein, ob beim Fang nicht auch Delfine, Schweinswale, Wale oder andere geschützte Arten gestorben sind. Auch dann nicht, wenn der Fisch ein MSC-Siegel trägt. Nur bei Fisch, der mit einer Angel gefangen wurde, kann Beifang ausgeschlossen werden.

Hier finden Sie eine ARD-Reportage zu Fischfang und MSC

nicola.hodgins

Über nicola.hodgins

Policy manager - Science

2 Kommentare

  1. Avatar Veröffentlich von Jutta Schmidt am 22. März 2019 um 7:22 am

    Welches Siegel ist denn dann eines was keinen Beifang hat?

    • Michaela Harfst Veröffentlich von Michaela Harfst am 25. März 2019 um 8:57 am

      Liebe Frau Schmidt, es ist schwer, ein Siegel allgemein zu empfehlen. Wie im Artikel erwähnt, kann eigentlich nur bei Fisch, der mit einer Angel gefangen wurde, Beifang ausgeschlossen werden. Außerdem natürlich bei Zuchtfisch aus Aquakultur, also Fische aus geschlossenen Becken.
      Herzliche Grüße,
      Michaela Harfst von WDC

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