Geheime Absprachen über die Waljagd in Island
Die Debatte um Genehmigungen des Walfangs durch die derzeitige Übergangsregierung in Island geht weiter: Geheime Aufnahmen deuten nun darauf hin, dass der kürzlich ernannte Fischereiminister plante, das Walfangverbot in einem Deal mit dem aktuellen Premierminister aufzuheben.
Bis zu den Wahlen im Laufe dieses Jahres wird Island derzeit von einer Übergangsregierung unter der Leitung von Premierminister Bjarni Benediktsson regiert. Der Premierminister hat Jón Gunnarsson in das Amt des Ministers für Ernährung und Landwirtschaft berufen, das auch für die Erteilung von Jagd-Genehmigungen zuständig ist. Im Ministerium liegen vier Anträge für den Walfang zur Bearbeitung vor, aber Übergangsregierungen in Island befassen sich normalerweise nicht mit heiklen Entscheidungen wie dieser. Die Beantragung neuer Walfang-Lizenzen bei der Übergangsregierung veranlasste isländische Naturschutzorganisationen dazu, im Rahmen einer Petition an Islands Präsidentin Halla Tómasdóttir zu appellieren, sich gegen die Vergabe von Walfang-Lizenzen einzusetzen.
Jetzt wurden Videoaufnahmen eines geheimen Treffens durch isländische Medien veröffentlicht. Darin zu sehen ist Gunnar Bergmann Jónssons, Sohn des kürzlich ernannten Fischereiministers Jón Gunnarsson; und ehemaliger Vorsitzender der isländischen Walfänger-Vereinigung. Seiner Aussage nach soll sein Vater, Jón Gunnarsson, sich den Posten des Fischereiministers gesichert haben, indem er sich auf einen Deal zur Genehmigung der Walfang-Lizenzen eingelassen hat.
Laut Berichten in isländischen Medien hat Premierminister Bjarni Benediktsson Jón Gunnarsson kurz nach Veröffentlichung der Videoaufnahmen von seinen Aufgaben im Zusammenhang mit Walfang-Genehmigungen entbunden. International wird das Verhalten von Minister und Premierminister scharf kritisiert.
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