Kleiner Wal – große Wirkung: WDC bei der boot-Messe 2024
Sie ist die weltgrößte Yacht- und Wassersportmesse und zählt jedes Jahr rund 237.000 Besucher:innen: Die boot Düsseldorf. Um mehr Bewusstsein für die Probleme des einzigen heimischen Wals – den Schweinswal – zu schaffen, waren vier WDC-Kolleginnen von 20.-24. Januar 2024 vor Ort.
Am Gemeinschaftsstand "love your ocean" der Deutschen Meeresstiftung informierte WDC mit zwei lebensgroßen Schweinswal-Modellen zu den Themen Beifang und Unterwasserlärm. Der einzige, in deutschen Gewässern heimische Wal ist in der zentralen Ostsee vom Aussterben bedroht. Es leben dort nur noch etwa 450 Individuen. Dennoch bleibt die deutsche Bundesregierung tatenlos und toleriert den Tod hunderter Schweinswale als Beifang in Fischereigeräten – selbst in ausgewiesenen Schutzgebieten, die speziell für die kleinen Meeressäuger errichtet wurden. Sogar dort ist der Einsatz tödlicher Stellnetze bis auf wenige Ausnahmen gestattet!
Neben dem Beifang ist der zunehmende Unterwasserlärm eine weitere Bedrohung. Schiffsverkehr, die Öl- und Gas-Förderung, militärische Aktivitäten und der Bau von Offshore-Windrädern beeinträchtigen und schädigen das empfindliche Gehör von Meeressäugern massiv. Der Lärm stört die Orientierung und Kommunikation der Schweinswale und kann zu Taubheit, Vertreibung aus dem Lebensraum oder sogar zum Tod führen.
WDC stellt Schweinswale als Klimaschützer vor
Dabei sind Schweinswale nicht nur aufgrund ihres einzigartigen Wesens schützenswert, sondern sind obendrein unsere Verbündeten gegen die Klimakrise. Darum drehten sich auch die beiden Vorträge von WDC-Mitarbeiterin Bianca König. Sie veranschaulichte dem interessierten boot-Publikum , dass Wale zur Vermischung von Nährstoffen im Meer beitragen und wie sie das Wachstum von Phytoplankton begünstigen, das über die Hälfte des weltweiten Sauerstoffs produziert.
Ausblick: Schweinswal-Schutz
Als Wal- und Delfinschutz-Organisation setzen wir uns dafür ein, dass der gewöhnliche Schweinswal in deutschen Gewässern besser geschützt wird. WDC fordert ein saisonales Verbot von Stellnetzen, das an die Lebensräume, Verhaltensweisen und den Lebenszyklus der Schweinswale angepasst ist und über das derzeitige, temporäre Stellnetzverbot hinausgeht. In Meeresschutzgebieten müssen die tödlichen Netze gänzlich verboten werden. Dank der großzügigen Unterstützung der Greenpeace Umweltstiftung werden wir auch dieses Jahr einen großen Einsatz für den kleinen Wal zeigen können.
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