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Wie würde die perfekte Welt für Neuseeland-Delfine aussehen?

Neuseeland-Delfine
Neuseeland-Delfine (C) Rob Pine

Māui und Hector-Delfine, die man unter dem Namen Neuseeland-Delfine zusammenfassen kann, sind vom Aussterben bedroht. Jedes Jahr sterben mehr Individuen in Netzen, als geboren werden. Deshalb frage ich mich – wenn unsere Bemühungen zum Schutz dieser Delfinart erfolgreich wären, wie viele Delfine würde es geben? Wie hoch sollten wir unsere Ziele stecken?

Ich habe Gemma McGrath dazu befragt, unsere Campaignerin in Neuseeland. In ihrem Gastbeitrag fordert sie uns heraus, die Messlatte höher zu setzen.

Ein Problem bei den Schutzmaßnahmen für Neuseeland-Delfine ist, dass die Menschen vergessen haben, wie viele von ihnen es früher gab. Zwar sind sie eine endemische Art, also nirgendwo sonst auf der Welt zu finden, aber in Neuseeland waren sie allgegenwärtig – es gab einfach so viele von ihnen! Genauso war es mit Fischen. Einige ältere Menschen erinnern sich noch an diese Zeit. Doch die meisten haben diese Zeiten nicht erlebt, deshalb halten sie das heutige geringe Vorkommen der Tiere für normal. Die massive Verschlechterung der Situation der Delfine befindet sich außerhalb der Wahrnehmung der heutigen Generation – und das ist nicht nur in Neuseeland ein großes Problem, sondern global.

Im letzten Winter gab es in Neuseeland zum Beispiel viele Sichtungen von Buckelwalen und Südkapern. Ein junger Südkaper verbrachte mehrere Wochen im Hafen von Wellington! Es war großartig – die Stadt hat sogar ihr Feuerwerk verschoben, um den Wal zu schützen. Die meisten Menschen waren überrascht und begeistert, dass dieses Individuum so lang hier war. Fähren verspäteten sich, weil der Wal in ihrem Anlegegebiet war. Doch noch vor einigen Generationen konnten unserer Urgroßmütter nachts nicht einschlafen, weil hunderte Wale in den Buchten und Häfen an der Küste so laut gesungen haben!

Es sollte jeden Winter so viele Wale in unseren Buchten geben. Sie gehören hier her und waren lange vor uns da, sogar vor den Māori. Natürlich hat der Walfang das verändert. Die Populationen erholen sich langsam und ich hoffe, es wird für uns bald wieder normal sein, Wale zu sehen.

Ähnlich ist es für die Neuseeland-Delfine. Unsere Urgroßeltern haben sie ständig von der Küste aus gesehen. Heute realisieren die Menschen nicht, dass sie vor nicht allzu langer Zeit noch so häufig waren. Die Menschen haben es vergessen oder bezweifeln sogar, dass es jemals so war.

Teil meiner Forschungsarbeit ist es, diese frühen Erzählungen über Neuseeland-Delfine zu sammeln und zu analysieren. Damals wurden sie oft „Schweinswale“ genannt, weil sie mehr Ähnlichkeit mit dem Gewöhnlichen Schweinswal hatten als mit typischen Delfinarten wie dem Großen Tümmler.

Forscher wie Frederick Wollaston Hutton, Sir James Hector und James Mackay Drummond kannten bereits die Unterschiede zwischen den Arten. Einige ihrer Aufzeichnungen über Neuseeland-Delfine belegen, wie häufig sie damals gesichtet wurden. In den 1970er Jahren änderte sich das langsam. Die Fischerei mit Netzen forderte ihren Tribut und es sterben seither mehr Delfine in Netzen, als geboren werden.

Heute gibt es nur noch 20 Prozent der Hector-Delfine im Süden und weniger als fünf Prozent der Māui-Delfine im Norden von Neuseeland. Langsam vergisst eine gesamte Nation, dass es Tausende mehr sein sollten.

Ich sehe mir auch das traditionelle Māori-Wissen an, das sich auf diese Spezies bezieht. Von allen Meeressäugern gibt es für Neuseeland-Delfine die meisten beschreibenden Māori-Begriffe. Warum? Ich habe meine indigenen Freund*innen dazu befragt. Viele vermuten, dass ihre Vorfahren mit dieser Art am meisten Zeit verbracht und interagiert haben.

Maori Neuseeland-Delfin Schnitzerei

Maori Neuseeland-Delfin Schnitzerei

Der Verband Kāti Huirapa Rūnaka ki Puketeraki hat eine besondere Beziehung zu Pahu (Neuseeland-Delfinen) und sogar eine Schnitzerei auf dem Dachgiebel ihres traditionellen Versammlungshauses. Die Mitglieder kannten die Verhaltensweisen der Delfine und konnten einzelne Individuen erkennen. Manche Wörter beschreiben jüngere oder ältere Individuen der Delfinschule, männliche oder weibliche. Die Māori waren auf ihre eigene Weise ebenfalls Forscher*innen.

Neuseeland-Delfine haben eine spezielle Verbindung zu ihrer Heimat. Das Gebiet, in dem sie sich aufhalten, ist sehr klein. Die meisten bewegen sich in einem Gebiet von etwa 50 km entlang der Küste. Natürlich gibt es auch abenteuerlustige Individuen. Sieben Hector-Delfine sind von der Südspitze der Insel bis in den Norden geschwommen und leben dort bei den Māui-Delfinen.

Die Art setzt sich aus mehreren Sub-Populationen zusammen, die sich an den Rändern ihrer Lebensräume vermischen, jedoch generell ihrem Lebensraum sehr treu bleiben.

Es ist für die meisten Menschen schwer vorstellbar, dass es sich bei dieser Art um eine Reihe von genetisch und geographisch voneinander abgegrenzten Populationen handelt. Die Wissenschaft, die das belegt, ist faszinierend und unterstützt unsere Beobachtungen an der Küste – sowohl damals als auch heute.

Da so viele Gruppen zahlreiche Individuen verloren haben, muss man bei Schutzprojekten verschiedenste Aspekte in Betracht ziehen. Kleinere Populationen sind anfälliger: sie treffen ihre Nachbarn seltener und somit sinkt auch ihre genetische Diversität.

Mein persönliches Ziel ist es, die Menschen daran zu erinnern, wie häufig diese wunderschönen Delfine früher waren und was für eine besondere Verbindung unsere Vorfahren zu ihnen hatten. Das möchte ich sowohl durch meine Forschung als auch durch meine Arbeit für WDC erreichen. Wir sollten davon ausgehen, dass diese Art wieder so häufig gesichtet werden könnte wie früher. Die Delfine gehören zu Neuseeland. Unsere Erwartungen sollten wir nicht zu niedrig setzen, auch wenn ihre Zahl derzeit drastisch sinkt.

Unser Ziel ist nicht die gleiche Zahl an Delfinen wie vor 20 Jahren, sondern wie damals, als sie noch so häufig waren wie Möwen. Das ist unsere echte Grundlage und sollte für die Regierung von Neuseeland und uns das Ziel der Schutzbemühungen sein.

Unterschreiben Sie unsere Petiton!

WDC setzt sich seit vielen Jahren für den Schutz der bedrohten Delfine ein. Helfen Sie mit Ihrer Unterschrift, sie zu schützen!

Julia Pix

Über Julia Pix

Communications manager - Public Engagement

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