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Dämme im Klamath River behindern weiterhin das Überleben der südlichen ortstreuen Schwertwale

Dämme brechen für Orcas: Gesetzesentwurf erneut von Kongress abgelehnt

Bereits zum zweiten Mal hat der US-Kongress den Gesetzentwurf zur Renaturierung des Klamath River nicht abgesegnet. Der Abriss von vier Dämmen und die folgende Renaturierung des Flusses als Laichgebiet für Lachse sind überlebenswichtig für die bedrohten südlichen ortstreuen Schwertwale, die sich hauptsächlich von Königslachs ernähren. Dessen Bestände gehen allerdings seit Jahren zurück, da ihnen Dämme den Zugang zu wichtigen Laichgebieten versperren.

Eine neue Chance für den wichtigen Gesetzesentwurf stellt der neue Kongress dar, der seit dem 3. Januar besteht. Einige Mitglieder, die Projekten zur Renaturierung von Flüssen seit Jahren kritisch gegenüber standen, sind nun nicht mehr im Kongress vertreten. WDC hat bereits über 6.000 Unterschriften gesammelt und hofft, diese Zahl noch erhöhen zu können, um die Dringlichkeit des Projektes hervorzuheben.

Bitte unterstützen Sie deshalb unsere Kampagne „Dämme brechen für Orcas“. Die Unterschriften werden nicht nur an die Firma PacifiCorp übergeben, die sich zum Abriss von vier ihrer Dämme bereit erklärt hat, sondern auch dem Kongress vorgelegt. 

Verwirrung um Nachwuchs: wer ist die Mutter von J50?

Nach den schlechten Nachrichten im letzten Jahr war die Freude bei Wissenschaftlern und Orca-Freunden besonders groß, als kurz vor dem Jahreswechsel ein Baby im J-Pod der südlichen ortstreuen Schwertwale gesichtet wurde. 

Wissenschaftler des Center for Whale Research beobachteten das neue Familienmitglied, das die ID-Nummer J50 erhielt, an der Seite von Weibchen Slick (J16). Was zuerst nach einer klaren Sache aussah – Neugeborenes schwimmt neben seiner Mutter – warf jedoch bald Fragen auf: Slick wäre mit ca. 42 Jahren die älteste Orca-Mutter seit Beginn der Erforschung der Population vor 40 Jahren. Des Weiteren wurden auf den Fotos der Sichtung Bissspuren an der Rückenflosse von Baby J50 entdeckt. Dies lässt vermuten, dass es Komplikationen bei der Geburt gegeben hatte und einer oder mehrere Schwertwale mit den Zähnen geholfen hatten, das Baby heraus zu ziehen.

Slicks Tochter Alki (J36), mit 16 Jahren im fortpflanzungsfähigen Alter, wurde an diesem Tag nicht bei der Familiengruppe gesichtet und es kam der Verdacht auf, sie könnte die Mutter und bei der Geburt verstorben sein. Glücklicherweise erwies sich diese Theorie bald als falsch, da Alki am selben Tag mit anderen Mitgliedern der Gruppe beobachtet werden konnte.

Wissenschaftler des Center for Whale Research hoffen, Baby J50 und die Gruppe bald länger beobachten zu können um das Geheimnis zu lüften, wer die Mutter des Kleinen ist. Ohne Muttermilch hat es leider keine Chance zu Überleben.

Rhapsody: Baby starb zuerst

Anfang Dezember war das schwangere Orca-Weibchen Rhapsody tot aufgefunden worden. Nach diesem großen Verlust für die vom Aussterben bedrohte Orca-Gemeinde beträgt ihre Zahl nur noch 78 Individuen. Rhapsody war etwa 18 Jahre alt und somit eines der weniger als 20 fortpflanzungsfähigen Weibchen der Population. Erste Ergebnisse der am 6. Dezember durchgeführten Nekropsie wurden auf der Webseite des Center for Whale Research veröffentlicht und ergaben, dass das Baby bereits vor der Geburt im Mutterleib gestorben war. Dies löste eine Infektion aus, die zum Tod von Rhapsody führte. Außerdem war die Speckschicht des Orca-Weibchens relativ dünn, was auf eine ungenügende Ernährung über einen längeren Zeitraum schließen lässt. Die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen der Organe liegen noch nicht vor. Die Orcas im Pazifischen Nordwesten sind hohen Belastungen mit Schadstoffen ausgesetzt.

Die schwierigen Lebensbedingungen der kleinen bedrohten Population könnten durch ein Projekt verbessert werden, für das wir uns in unserer Kampagne „Dämme brechen für Orcas“ einsetzen: Die Firma PacifiCorp hat sich bereit erklärt, vier ihrer Dämme einzureißen, um den Lachsbeständen, welche die Hauptnahrung der Orcas darstellen, zu einem Anstieg zu verhelfen. Bitte unterzeichnen Sie unseren Brief an PacifiCorp. Die Unterschriften werden auch an den zuständigen Kongress übergeben, der den Gesetzesentwurf absegnen muss, damit finanzielle Mittel zur Renaturierung des Klamath River bereitgestellt werden. 

Vielen Dank an Captain Jim Maya von Maya’s Westside Charters, der uns dieses Photo von Rhapsody zur Verfügung gestellt hat. Das Orca-Weibchen war bei Forschern und Walbeobachtern sehr beliebt, denn sie war immer für einen Überraschungs-Sprung zu haben. 

Über Ulla Ludewig

Projektreferentin - Ulla Christina Ludewig setzt sich im deutschen und internationalen WDC-Team für die Schließung von Delfinarien und verantwortungsbewusste Wal- und Delfinbeobachtung ein.