Wir arbeiten mit schottischen Reusenfischer:innen zusammen, um Verstrickungen von Zwergwalen, Buckelwalen, Riesenhaien und anderen Meerestieren in Fanggeräten zu reduzieren.
Über das Projekt
Rund 28 Wal- und Delfin-Arten leben in den Gewässern um Schottland oder ziehen dort vorbei. Diese Gewässer sind auch wichtige Fischereigründe für die Reusenfischerei, bei der Krabben, Hummer und Langusten (lokal als Garnelen bekannt) in aneinandergereihten Körben auf dem Meeresboden gefangen werden. Die schottische Küstenfischerei bildet das Rückgrat vieler kleiner Küstengemeinden.
Mit Tausenden von Kilometern Fischerei-Leinen im Wasser stellt die Reusenfischerei in Schottland jedoch ein hohes Risiko für Meeresbewohner dar. Der Beifang, das Verfangen von Nicht-Ziel-Arten in Fischereigeräten, ist die häufigste Todesursache für Zwergwale, Buckelwale und Riesenhaie in den schottischen Meeren.
Wir arbeiten mit schottischen Fischer:innen zusammen, um herauszufinden, welche Änderungen an den Fanggeräten vorgenommen werden können, um den Beifang zu reduzieren und sicherzustellen, dass die Fischerei dennoch praktikabel bleibt.
Was bisher geschah…
2018 gründeten Mitglieder aus Fischerei und Forschung zusammen mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) die Scottish Entanglement Alliance (SEA). Die Leitung erfolgte durch das schottische Regierungsprogramm NatureScot. Unterstützt wurde das Projekt vom Fischereiverband sowie mehreren Organisationen (Scottish Marine Animal Stranding Scheme, British Divers Marine Life Rescue, Hebridean Whale and Dolphin Trust sowie WDC).
Die Finanzierung kam vom Europäischen Meeres- und Fischereifonds. Ziel war es, ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, wie und in welchem Umfang sich Meeresbewohner wie Wale und Haie in Fischereigeräten verfangen. Im Rahmen des SEA-Projekts wurden kommerzielle Reusenfischer:innen aus dem gesamten schottischen Küstengebiet befragt, und ihr Beitrag und ihr Fachwissen waren der Schlüssel zum Erfolg.
Im Rahmen dieses Projekts wurde geschätzt, dass sich in schottischen Gewässern jährlich etwa sechs Buckelwale, 30 Zwergwale und 30 Riesenhaie in den Seilen der Reusen verfangen. Ein großer Teil der Wale und Haie verfing sich in der Grundleine (dem Seil, mit dem die Reusen der Fangflotten auf dem Meeresboden miteinander verbunden sind). Da die Grundleine in der Regel ein schwimmendes Seil ist, kann sie im Wasser zwischen den Reusen schwimmende Schlaufen bilden, in denen sich Wale und Haie mit dem Mund oder den Flossen verfangen können. Von den Individuen, die sich in Grundleinen zwischen Reusen verfangen hatten, waren 83 Prozent Zwergwale, 76 Prozent Riesenhaie und 50 Prozent Buckelwale (wenn die Art gemeldet wurde).
Was ist die Lösung?
Wenn statt einer schwimmenden Grundleine ein Seil verwendet wird, das absinkt und auf dem Meeresboden liegt, kann das Beifang-Risiko stark verringert werden.
Doch die Verwendung von Sinkleinen anstelle von Schwimmleinen birgt einige Probleme: So können sie zum Beispiel am Meeresboden hängen bleiben, nutzen sich schneller ab und sind kostenintensiver. Die WDC-Projektleiterin Susannah Calderan arbeitete mit einer Gruppe von Fischer:innen auf der Isle of Skye an der Westküste Schottlands zusammen, um dieses Verfahren zu testen. Die Fischer:innen dort haben sich bereiterklärt, die Sinkleinen zu testen, Probleme zu dokumentieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Bei der Versuchsreihe ging es vor allem darum, die praktischen Aspekte der Umstellung zu verstehen. Es wurden Unterwasser-Videoaufnahmen gemacht und der Verschleiß der Seile im Labor getestet.
Nach Abschluss dieser Testphase veröffentlichte das Team im Mai 2024 einen Bericht über die Ergebnisse und sprach Empfehlungen für die künftige Fischereipolitik aus.
DANKE AN UNSERE UNTERSTÜTZER
Dieses Projekt wurde durch NatureScot über den Nature Restoration Fund der schottischen Regierung sowie durch die Jingle Jam 2021-Spendenaktion von Yogscast finanziert. Ein herzliches Dankeschön auch an alle unsere Unterstützer:innen, die WDCs Arbeit mit Spenden fördern und unsere Beiträge teilen.