Kleiner Schwertwal

Pseudorca crassidens

Kleine Schwertwale sind sehr sozial: es wurde beobachtet, wie sie sogar Taucher*innen Nahrung angeboten haben.

Sie sind verspielt und gesellig und werden oft mit anderen Arten zusammen gesichtet, unter anderem Großen Tümmlern. Es gibt immer wieder Massenstrandungen von Kleinen Schwertwalen, wahrscheinlich weil Unterwasserlärm ihre Navigation durcheinanderbringt.

False killer whale illustration
Männlich Weiblich Kalb
Höchstlänge 6,0 m 4,5 m 2,0 m
Höchstgewicht 2.200 kg 1.200 kg Unbekannt

IUCN-Kategorie: NT (potenziell gefährdet)

Wie sehen Kleine Schwertwale aus?

Der Kleine Schwertwal hat einen langgestreckten, schlanken, einheitlich schwarzen oder dunkelgrauen Körper. Bei manchen Individuen sind Kopf und Seiten heller, manchmal gibt es auch eine blassere W-förmige Zeichnung auf der Brust. Der Kopf ist schmal, zugespitzt und mit einer markanten, knolligen Melone versehen. Kleine Schwertwale haben keinen Schnabel und bei erwachsenen Männchen überragt der Oberkiefer manchmal ein wenig den Unterkiefer. Sie haben schmale, zugespitzte Brustflossen mit einem artspezifischen Ellbogen (S-förmig) und in der Mitte des Körpers eine große, sichelförmige Rückenflosse mit oder ohne gerundeter bzw. abgeflachter Spitze. Die besten Unterscheidungsmerkmale gegenüber den ähnlich aussehenden, aber viel kleineren Zwergschwertwalen und Breitschnabeldelfinen sind neben der Größe der schmale, zugespitzte Kopf und die S-förmigen Brustflossen.

Wie sieht ihr Alltag aus?

Kleine Schwertwale sind sehr sozial und haben einen starken Gruppenzusammenhalt. Wenn sie in Gruppen von zehn bis 40 Tieren kraftvoll unterwegs sind, sieht man sie springen oder springschwimmen und mit der Fluke aufs Wasser klatschen. Mitunter schließen sich die einzelnen Gruppen zu Verbänden von mehreren hundert Tieren zusammen. Der Nachwuchs der Kleinen Schwertwale wird bis zu zwei Jahre lang gesäugt und lernt von der Mutter alle wichtigen Fähigkeiten.

Wovon ernähren sie sich?

Kleine Schwertwale ernähren sich hauptsächlich von Fischen und Tintenfischen, gelegentlich attackieren sie aber auch andere Meeressäuger wie kleinere Delfine oder sogar Buckel- oder Pottwale. Hier sind sich Wissenschaftler*innen aber nicht sicher, ob es sich nicht auch um das Beseitigen von Konkurrenten um die Fischvorkommen handeln könnte. Sie fressen größere Fische als viele andere Delfinarten, zum Beispiel Thunfisch und Mahi-Mahi. Sie können täglich bis zu fünf Prozent ihres eigenen Körpergewichts verzehren. Sie jagen gemeinsam und teilen die Beute zwischen den Gruppenmitgliedern auf.

Wo leben sie?

Der Lebensraum der Kleinen Schwertwale sind die tropischen bis warmen, gemäßigten Gewässer aller drei Ozeane. Die meisten Erkenntnisse über sie erlangte man bisher durch Strandungen. Es ist nicht bekannt, ob es sich um eine wandernde Art handelt. Da sie sich meist weit draußen in den Ozeanen aufhalten, ist ihre Erforschung schwierig. Es gibt allerdings eine Population, die in flacheren Gewässern vor Hawaii lebt und gut erforscht ist. Aus diesen Untersuchungen stammt ein Großteil der Informationen, die über diese Art zur Verfügung stehen.

Freunde fürs Leben

Die engen familiären Bindungen und Freundschaften könnten der Grund für die Massenstrandungen bei Kleinen Schwertwalen sein. Wenn sie zum Beispiel durch Unterwasserlärm die Orientierung verlieren und ein Delfin in Schwierigkeiten gerät, folgen ihm die anderen. Von der größten Massenstrandung dieser Art bisher waren 800 Individuen betroffen.

Verbreitungskarte

Fin whale
Kleine Schwertwale / False Killer Whales
Kleine Schwertwale im Oman (C) Birgit Kraft
Unechte Schwertwale / False Killer Whales
Kleine Schwertwale (C) Birgit Kraft
Lebenserwartung
Jahre
Weltbestand geschätzt
Leben in Gruppen von bis zu
Individuen

Kleine Schwertwale brauchen Ihre Hilfe

Die Zahl der Gefahren, denen Kleine Schwertwale ausgesetzt sind, ist schockierend. Sie sind wahrscheinlich nicht die erste Delfinart, die uns in den Sinn kommt, aber sie brauchen dringend unsere Hilfe.

Hauptbedrohungen...

  • Bejagung – Kleine Schwertwale werden in Taiji, Japan bei den brutalen Treibjagden getötet.
  • Delfinarien – Kleine Schwertwale werden in Gefangenschaft gehalten. Immer wieder werden Individuen ihren Familiengruppen entrissen und an Delfinarien verkauft.
  • Strandungen – Sie sind anfällig für Massenstrandungen, die vermutlich durch Faktoren wie Lärmverschmutzung ausgelöst werden. Durch ihre starken sozialen Bindungen folgen sie sich auch in Gefahrensituationen.
  • Fischerei – Wie andere Wal- und Delfinarten sterben auch Kleine Schwertwale durch das Verfangen in Fischernetzen und –leinen.

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