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Irrawaddy dolphin

Irawadi-Delfin

Orcaella brevirostris

Irawadi-Delfine haben ungewöhnlich ausdruckstarke Gesichtszüge und erinnern an Baby-Belugas, allerdings mit Rückenflosse.

Besonders außergewöhnlich: die Delfine spucken Wasserfontänen aus ihrem Mund! Das könnte bei der Jagd hilfreich sein oder zu ihrem Sozialverhalten gehören.

Orcaella illustration
Männlich Weiblich Kalb
Höchstlänge 2,7 m 2,3 m 1,0 m
Höchstgewicht 130 kg Unbekannt 10 kg

IUCN-Kategorie: EN (stark gefährdet)

Alle Süßwasser-Populationen und die im Malampaya Sound (Philippinen) werden als vom Aussterben bedroht (CR) eingestuft.

Wie sehen Irawadi-Delfine aus?

Irawadi-Delfine haben eine runde Melone, einen keinen Schnabel und eine aufwärts gezogene Mundlinie, die ihnen ein lächelndes Aussehen verleiht. Ihr Hals ist lang und flexibel, so dass sie in der Lage sind, ihren Kopf zur Seite zu drehen. Irawadi-Delfine sind kräftig gebaut und haben eine charakteristische Nackenfalte. Ihre Rückenflosse ist klein, dreieckig und stumpf, ihre Brustflossen sind groß, spatelförmig mit gebogener Vorderkante und an der Spitze abgerundet. Ihre Hautfarbe ist einheitlich dunkel- bis mittelgrau oder blassblau mit hellerer Unterseite. Manche Tiere sind insgesamt deutlich heller, so dass sie an einen kleinen Beluga erinnern, allerdings mit Rückenflosse.

Wie sieht ihr Alltag aus?

Irawadi-Delfine werden meist in kleinen Gruppen von bis zu sechs Individuen beobachtet, es wurden aber auch schon bis zu 25 Delfine beim Jagen zusammen gesichtet. Sie schwimmen eher langsam, meiden Boote, reiten nicht auf Bugwellen und tauchen ab, wenn sie sich gestört fühlen. Manchmal springen sie und stecken den Kopf aus dem Wasser, um sich umzusehen, oder drehen sich auf eine Seite, während sie mit der freien Brustflosse winken. Irawadi-Delfine spucken auch in freier Wildbahn Wasserfontänen aus ihrem Mund. Dies dient möglicherweise dazu, Fische bei der Jagd zu verwirren, es könnte aber auch einen sozialen Hintergrund haben.

Der Weltbestand dieser Art ist nicht bekannt, sie sind jedoch in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet gefährdet.

Wovon ernähren sie sich?

Irawadi-Delfine ernähren sich von verschiedenen Fischarten in ihrem Verbreitungsgebiet. Sie suchen bei der Jagd auch am Grund, denn teilweise tauchen sie mit Schlamm auf ihrem Kopf oder Rücken wieder auf. Im Meer lebende Irawadi-Delfine jagen auch Tintenfische und Kraken und scheinen den Gezeiten zu folgen, indem sie sich bei Flut an Land und in Flussmündungen bewegen und bei Ebbe weiter vor der Küste, wahrscheinlich den Bewegungen ihrer Beute folgend.

Wo leben sie?

Irawadi-Delfine kommen in unterschiedlichen Lebensräumen vor, darunter küstennahe Meeres- als auch tropische Süßwassergebiete in Südostasien, Indonesien und im Golf von Bengalen. Es gibt fünf isolierte Süßwasser-Populationen: In Myanmar leben sie im Ayeyarwady-Fluss (auch als Irrawaddy-Fluss bekannt); in Borneo im Mahakam-Fluss; in Kambodscha und Laos im Mekong, in Indien im Chilka-See und in Thailand kommen sie im Songkhla-See vor. Die Populationen sind verstreut, da sie geschützte Küstengewässer bevorzugen, in die Süßwasser fließt wie z. B. Flussdeltas, Mangrovenkanäle und Flussmündungen. Irawadi-Delfine halten sich in flachem Wasser auf und sind nie weiter als einige Kilometer vom Ufer entfernt anzutreffen.

Kooperation mit Fischer*innen

Im Ayeyarwady-Fluss in Myanmar jagen Irawadi-Delfine gemeinsam mit den lokalen Fischer*innen. Diese lassen die Delfine wissen, dass sie bereit sind zu fischen, indem sie an die Seite ihrer Boote klopfen. Ein oder zwei Delfine schwimmen dann in immer kleineren Halbkreisen und treiben die Fische zu den Booten. Oft tauchen die Delfine gleich nach dem Auswerfen des Netzes tief ab und erzeugen unter der Oberfläche Turbulenzen um die Außenseite des Netzes. Die Delfine fressen Fische, die durch das sinkende Netz verwirrt werden, kurz nach dem Hochziehen des Netzes an den Rändern der Bleileine gefangen sind oder am Boden im Schlamm stecken bleiben. So profitieren beide Seiten von der Zusammenarbeit beim Fischfang.

Verbreitungskarte

Irrawaddy dolphin distribution map

Woher kommt der Name?

Als Myanmar noch Burma hieß, trug der heute als Ayeyarwady-Fluss bekannte Strom noch den Namen Irrawaddy.

Irawadi-Delfine sind keine Flussdelfine, obwohl einige Populationen ausschließlich in Flüssen leben, manchmal hunderte Kilometer von der Küste entfernt. Manche leben sogar in Flüssen im Regenwald, wie im Mahakam-Fluss in Borneo.

Irawadi-Delfine leben auch zusammen mit Ganges-Delfinen in den Sundarbans-Mangrovenwäldern von Bangladesch und Indien.

Die Süßwasser Irawadi-Delfine

Vermutlich sind ursprünglich einige Irawadi-Delfine auf der Suche nach Nahrung in die Flüsse geschwommen und haben sie als neuen Lebensraum entdeckt.

Wir glauben, dass vor vielen Generationen einige Irrawaddy-Delphine die Flüsse auf der Suche nach Fischen erforschten. Als sie gute Fangmöglichkeiten abseits der Konkurrenz durch andere Meeresdelfine fanden, beschlossen sie, an Ort und Stelle zu bleiben. Diese Irrawaddy-Delfine haben sich dann dauerhaft in Süßwasser-Lebensräumen niedergelassen.

Eine bedrohte Art

In den letzten Jahren wurden Irawadi-Delfine verstärkt in Gefangenschaft genommen. Die Delfine sind relativ klein, haben einen beweglichen, „ausdrucksstarken“ Kopf und man kann ihnen beibringen, auf Kommando Wasserfontänen zu spucken. Dies macht sie bei zahlendem Publikum beliebt.

Die meisten Irawadi-Delfinpopulationen sind bedroht, da ihr Lebensraum nahe an dem der Menschen liegt. Alle Flusspopulationen und auch einige, die im Meer leben, zählen nur noch weniger als 100 Individuen. Ihnen droht das Aussterben aufgrund menschlicher Aktivitäten.

Die einzigen gesunden Populationen dieser Delfinart findet man in Bangladesch, wo sie in Flüssen, Mündungsgebieten, Mangrovenwäldern, an der Küste und auch etwas weiter draußen leben. Hier gibt es ungefähr 5.800 Irawadi-Delfine.

 

Irawadi-Delfine brauchen Ihre Hilfe

Hauptbedrohungen...

  • Delfinarien – In Thailand, Myanmar, Kambodscha, Vietnam und Indonesien wurden viele Irawadi-Delfine gefangen und zum Beispiel nach Japan exportiert, um dort in Delfinarien einem zahlenden Publikum präsentiert zu werden. Seit 2004 besteht ein Handelsverbot.
  • Meeresverschmutzung – Der Lebensraum der Irawadi-Delfine wird durch Industriemüll, Öl, Pestizide und Kohlenstaub verschmutzt. Einige Gebiete sind so belastet, dass die dort lebenden Delfine starke Hautveränderungen zeigen, die auf schlechte Wasserqualität zurückzuführen sind.
  • Fischerei – Das Verfangen in Fischereigerät gehört zu den größten Gefahren für die Irawadi-Delfine. Jedes Jahr sterben mehr von ihnen in Netzen, als Nachwuchs geboren wird.
  • Lebensraumverlust - Durch Dämme werden Irawardi-Delfine in ihren Verbreitungsgebieten stark eingeschränkt. Populationen in Flüssen wurden durch den Bau von Dämmen dort isoliert oder aufgeteilt. Ihr Lebensraum wurde stark verkleinert. Im Ayeyarwady-Fluss zum Beispiel haben sie nur noch 40 % ihres usprünglichen Lebensraums zur Verfügung.

Ihr Beitrag zum Schutz der Irawadi-Delfine...

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