Schweinswale

Schweinswale müssen besser geschützt werden

Worum geht es?

Auch in Nord- und Ostsee kann man verschiedenen Wal- und Delfinarten begegnen. Einer der kleinsten Wale unserer Erde, der Schweinswal (Phocoena phocoena), ist sogar bei uns zuhause. Leider ist er trotz Schutzgebieten gefährdet. Die größte Gefahr geht von Fischernetzen aus, insbesondere von Stellnetzen. Darin sterben europaweit jedes Jahr tausende Schweinswale. Weitere Gefahren sind Unterwasserlärm, chemische Verschmutzung, Schiffsverkehr, Klimawandel, Lebensraumverlust sowie fehlende Nahrung (z.B. durch Überfischung). Die Population der zentralen Ostsee ist akut vom Aussterben bedroht. Hier leben nur noch einige Hundert Tiere.

Viele Jahre hat es die Bundesregierung versäumt, den Schutzgebieten in der deutschen Nord- und Ostsee einen echten Schutzstatus zuzuordnen. 2017 wurden nach jahrelangen Verzögerungen die drei Gebiete Doggerbank, Sylter Außenriff und Borkum Riffgrund als Naturschutzgebiete ausgewiesen und die längst überfälligen Managementpläne präsentiert. Diese werden den vielfachen Tod der Schweinswale an unseren Küsten jedoch nicht stoppen. Denn die kleinen Wale, aber auch Seevögel sowie seltene Riffe und Sandbänke erhalten mit den vorgesehenen Maßnahmen keinen effektiven Schutz.

Was muss sich ändern?

WDC fordert ein Verbot der wirtschaftlichen Nutzung von Schutzgebieten. Solche Verbote fehlen in den Managementplänen der deutschen Meeresschutzgebiete fast komplett: Schifffahrt, militärische Übungen und Fischerei sind dort weiterhin möglich. Viele andere Aktivitäten sind per Genehmigung ebenfalls weiterhin denkbar. Nullnutzungszonen fehlen dahingegen fast komplett. Ein Vergleich mit Naturschutzgebieten an Land macht klar, dass Schutzgebiete im Meer häufig ihren Namen nicht verdienen.

Wir fordern auch, dass die Schutzmaßnahmen konkretisiert werden. Vieles im Gesetzestext bleibt noch zu unkonkret. Die Überwachung und Finanzierung der Maßnahmen ist unklar. In der Ostsee sind außerdem die Maßnahmenkataloge noch unvollständig. Stellnetzfischerei, welche die größte Bedrohung darstellt, wird dort bisher gar nicht behandelt, obwohl dies am Dringendsten nötig wäre. So können Schutzgebiete den Tieren keinen effektiven Schutz bieten!

Was wir machen:

  1. Beim Kleinwalschutzabkommen ASCOBANS erheben wir die Stimme für den Schweinswal: wir fordern einen wirksamen Schutz der kleinen Wale in der Ost- und Nordsee.
  2. Bildung für den Schweinswal: Wir sind an der deutschen Ost- und Nordseeküste unterwegs und halten Vorträge, organisieren Aktionen wie Beach Clean-ups, sprechen mit Schüler*innen und Journalist*innen über den Schweinswal und den dringend notwendigen Schutz.
  3. Wir bringen unsere wissenschaftliche und naturschutzfachliche Expertise bei Gesprächen mit Entscheidungsträger*innen in Politik und Wirtschaft sowie bei Fachtagungen ein.
Schweinswal-Strandung Sylt 2018
Stellnetze
Schweinswal
(C) ORES Ursula Tscherter

Was bisher geschah:

Stellnetze

Meeresschutz durch Urteil des EUGH geschwächt

Die Klage, die WDC mit weiteren Umweltverbänden eingebracht hatte, sollte klären, inwieweit sich die Fischerei dem europäischen Naturschutzrecht unterordnen muss und deshalb in Schutzgebieten durch die EU Umweltgesetzgebung eingeschränkt werden kann.

Ausstellung Nordsee-Akademie Die letzten 300

Ausstellung zum Schweinswal

Nach einem Kreativwettbewerb hat WDC gemeinsam mit Partnerorganisationen eine Wanderausstellung geschaffen, die bereits in Stralsund, Berlin und Sylt zu sehen war. Die gezeigten Kunstwerke thematisieren Gefahren für den Schweinswal.

Schweinswal-Strandung Sylt 2018

Bundesregierung muss für besseren Schutz sorgen

WDC appellierte in einer gemeinsamen Stellungnahme mit Umweltverbänden an den Landwirtschaftsminister und die Umweltministerin, den Schweinswal nicht im Stich zu lassen und sich für wirksamen Meeresschutz stark zu machen.

Umweltministerin Hendricks

Treffen mit Bundesumweltministerin

WDC setzt sich für das Überleben der letzten Ostsee-Schweinswale ein. Zumindest in ausgewiesenen Schutzgebieten müssen sie sicher vor Fischernetzen und Unterwasserlärm sein.

Das machten wir 2014 bei einem persönlichen Termin mit Bundesumweltministerin Hendricks deutlich.

Nur noch ca. 450 Schweinswale leben in der zentralen Ostsee.

Schutzgebiete dürfen nicht nur auf dem Papier bestehen!

Gemeinsam mit unseren Unterstützer*innen machen wir mit vielen kreativen Aktivitäten auf die Gefahren, die dem Schweinswal drohen, aufmerksam und fordern die Regierung auf, Verantwortung zu übernehmen.

 

Helfen Sie, die Meere zu schützen!

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Buckelwal-Patenschaft

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wdc-dolphin-rescue

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