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Weniger Plastik ist Meer

Plastik im Meer ist eine lebensbedrohliche Gefahr für Wale und Delfine.

Es ist nicht biologisch abbaubar, sondern zersetzt sich im Laufe der Jahre in immer kleinere Teile (Mikroplastik), die so noch leichter ins Nahrungsnetz gelangen.

Weniger Plastik ist Meer

(C) Jasmin Becela

 

Ca. 80 Prozent des Mülls, der im Meer landet, stammt von Land – und ca. 80 Prozent davon ist aus Plastik. Eine erschreckende Zahl, die uns zeigt, welche unmittelbaren Auswirkungen unser Plastikkonsum auf die Ökosysteme hat. Im Jahr 2050 wird es mehr Plastik im Meer geben als Fische, wenn wir unser Verhalten nicht schleunigst ändern!

Durch Strömungen wird der schwimmende Plastikmüll in großen Arealen zusammengetrieben, wodurch sich riesige Müllstrudel in den Ozeanen bilden. Der Great Pacific Garbage Patch bedeckt eine Fläche so groß wie Mitteleuropa mit Müll - also eine Art Müllinsel im Meer! Naturgemäß befinden sich die Müllstrudel in Gebieten, die reich an Nahrung sind – und deshalb auch häufig von Meeresbewohnern aufgesucht werden.

Plastik als Gefahr für Wale und Delfine

Aktuell ist das Überleben von etwa 700 Arten von Meeresbewohnern durch Plastik bedroht, darunter auch Wale und Delfine. Sie verfangen sich in Netzen, nehmen Plastikteile und Mikroplastik statt Nahrung zu sich und leiden unter den giftigen Inhaltsstoffen.

Beispiel 1: Im Frühling 2018 wurde ein Grindwal vor der Küste Thailands beobachtet, der mehrere Plastiktüten erbrach und kaum noch lebensfähig schien. Die Obduktion des Wals ergab später ein erschreckendes Bild: Der nur ca. sechs Meter lange Wal hatte 80 Plastiktüten in seinem Magen.

Beispiel 2: Anfang 2017 strandete ein Cuvier-Schnabelwal an der norwegischen Küste. Seine Obduktion ergab: 30 Plastiktüten, mehrere Plastikteile und unter anderem Bonbon-Plastikhüllen füllten den Magen des ausgehungerten Tieres. Ein weiteres trauriges Opfer unseres rücksichtslosen Plastikkonsums.

Beispiel 3: In den Mägen der im Januar und Februar 2016 in Deutschland gestrandeten Pottwale wurden große Mengen Plastikmüll gefunden, darunter zum Beispiel Netze aus der Krabbenfischerei, Teile eines Plastikeimers sowie die Plastikabdeckung eines Autos.

Beispiel 4: Im Magen eines Pottwals, der in Südspanien angeschwemmt wurde, entdeckten Wissenschaftler*innen 17 Kilogramm Plastikmüll – insgesamt 59 verschiedene Teile. Darunter waren neben Plastiktüten beispielsweise auch ein Gartenschlauch, Kleiderbügel oder Teile einer Matratze.

Weniger Plastik ist Meer

Plastik geht uns alle an! Mit der Kampagne „Weniger Plastik ist Meer“ macht WDC auf die Gefahren aufmerksam, die von Plastikmüll für Wale und Delfine ausgehen. Wir zeigen die Zusammenhänge zwischen unserem Plastikkonsum und den fatalen Folgen für das Ökosystem Meer auf. Die Wasserverschmutzung ist nur ein Teil des Problems. Die Meeresbewohner leiden direkt darunter, aber auch Menschen nehmen durch Fischkonsum Mikroplastik auf.

Die WDC-Kampagne „Weniger Plastik ist Meer“ wird von BRITA unterstützt.

Plastikflaschen am Strand
Plastikmüll am Strand
(C) Maren Detering
Infografik - wie kommt das Plastik ins Meer

Wie kann ich unnötigen Plastikmüll im Alltag vermeiden?

Unnötige Verpackungen im Alltag zu vermeiden ist möglich und die folgenden Tipps erleichtern die Umstellung!

1. Beim Einkaufen

Einfach eine Stofftasche mit zum Einkaufen nehmen anstatt Plastiktüten im Supermarkt zu kaufen. Pro Jahr und Kopf wurden in Deutschland im Jahr 2017 immer noch 29 Plastiktüten verbraucht.

Nehmen Sie Netze oder Beutel aus Stoff mit zum Einkaufen, um darin zum Beispiel lose Zwiebeln, Kartoffeln oder Obst zu transportieren. Auf dem Wochenmarkt gibt es Obst und Gemüse häufig ohne zusätzliche Verpackung. Saft, Milch und Joghurt in Plastik kann man in Pfandflaschen aus Glas kaufen. Ein Plastik-Joghurtbecher benötigt fast 500 Jahre bis er zersetzt ist!

Hier finden Sie eine Liste mit plastikfreien Supermärkten!

2. Unterwegs

Bringen Sie einen eigenen Becher mit, wenn Sie unterwegs Kaffee kaufen. Auch Trinkflaschen aus Glas oder Edelstahl sind sinnvoll. Unser Leitungswasser hat eine sehr gute Qualität. Dosen aus Glas oder Edelstahl eignen sich gut, um das Mittagessen zu transportieren. Salat und Suppen kann man auch in Gläser füllen.

3. Im Bad und beim Wäschewaschen

Eine Stadt von der Größe Berlins spült jeden Tag eine riesige Menge Mikroplastik ins Abwasser, die etwa 540.000 Plastiktüten entspricht. Bei jedem Waschgang einer 500 Gramm Fleecejacke gelangen zwischen 114.000 und 2.200.000 Plastikfasern ins Abwasser, die in Kläranlagen nicht herausgefiltert werden können. Von dort gelangt es in Flüsse und letztendlich ins Meer.

Seife oder Shampoo kann man inzwischen in vielen Geschäften in fester Form kaufen. Auf Peelings sollte man beispielsweise verzichten, denn mit nur einer Dosis Gesichtspeeling landen 100.000 Mikroplastikteilchen im Abwasser! Natürliche Alternativen wie Zucker-Olivenöl-Peelings sind hier die bessere Wahl.

Zahnbürsten gibt es auch aus nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus. Außerdem kann man Waschpulver aus dem Karton statt Flüssigwaschmittel im Plastikbehälter verwenden.

Starten Sie mit einer kleinen Veränderung und versuchen Sie, einen Tipp nach dem anderen umzusetzen. Schritt für Schritt können Sie auf unnötiges Plastik verzichten!

Infografik_Plastiktüten Verbrauch Deutschland
Glasbehälter für Lebensmittel-Vorräte

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