Delfinarien in der EU

Delfinarien in der EU schließen

Worum geht es?

In den letzten Jahrzehnten wurden viele Delfinarien in Europa geschlossen und die Haltung von Walen und Delfinen verboten, manche EU-Länder haben gar keine Delfinarien. Doch noch immer gibt es über 30 Delfinarien mit ca. 300 Walen und Delfinen in 14 der 28 EU-Mitgliedstaaten. Die meisten von ihnen halten Große Tümmler, aber auch Orcas, Belugas, Schweinswale und ein Amazonas Flussdelfin fristet sein trauriges Dasein im Zoo Duisburg.

Vor einigen Jahren brachte WDC einen umfassenden Bericht über die Haltung von Walen und Delfinen in der Europäischen Union heraus, mit dem wir eindrücklich darlegen, warum die Delfinarien in der EU geschlossen werden müssen. Die Mindestanforderungen für die Haltung werden in der EU Zoo-Richtlinie formuliert. Die Haltung von Walen und Delfinen in Gefangenschaft verstößt jedoch gegen diese EU-Richtlinie, welche die Tiere eigentlich schützen sollte:

  • Sie war dazu gedacht, den Artenschutz zu fördern, aber in Gefangenschaft ist die Lebenserwartung der Delfine geringer als in Freiheit.
  • Sie sollte die Kenntnisse der Öffentlichkeit über diese Tiere verbessern, aber die Delfinshows in der EU bieten kaum Informationen über das Leben der Delfine in Freiheit.
  • Grausame Behandlung der Tiere sollte verhindert und ihr Wohlergehen verbessert werden, doch bei Delfinen in Delfinarien sind Stress und Verhaltensstörungen an der Tagesordnung.

Was muss sich ändern?

Wale und Delfine können ihr natürliches Verhalten in den Delfinarien und Zoos nicht ausleben. Mit den Delfinshows und Interaktionsprogrammen kommen die Zoos ihrem Bildungsauftrag nicht nach. Die Ausbeutung der Delfine und Wale muss daher beendet werden. Auch dem Ziel des Artenschutzes werden die Delfinarien in der EU nicht gerecht. Tatsächlich hat noch kein europäisches Delfinarium einen Wal oder Delfin je ausgewildert und damit einen Beitrag zur Arterhaltung geleistet. Auch die Zuchtprogramme müssen daher beendet werden.

Langfristig müssen Pläne für die Schließung der Delfinarien erarbeitet werden. Außerdem dürfen keine neuen Delfinarien bewilligt werden.

Was WDC macht:

  • Bis heute gibt es Missstände in europäischen Delfinarien. Wir setzen uns gemeinsam mit der Dolphinaria-Free Europe Koalition dafür ein, die Verantwortlichen auf Europäischer Ebene zum Handeln zu bewegen.
  • In Deutschland setzen wir uns für die Schließung der letzten beiden Delfinarien ein (Zoo Duisburg und Tiergarten Nürnberg).
  • In Arbeitsgruppen und Workshops setzen wir uns kritisch mit Zoobetreiber*innen auseinander und legen die Ergebnisse unserer Forschung und wissenschaftlichen Analysen auf den Tisch.
  • In Polen konnten wir den Bau eines Delfinariums verhindern: dank fundierter Information der Entscheidungsträger*innen.
Zoomarina in Rom
Zoomarina in Rom
Orcas im Loro Parque, Teneriffa
Orcas im Loro Parque, Teneriffa

Was kann ich tun?

Besuchen Sie keine Delfinarien, egal ob im Urlaub oder zu Hause. Beobachten Sie Wale und Delfine lieber im Meer (zum Beispiel beim Whale Watching)!

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Delfine im Zoomarina, Rom

Was bisher geschah:

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Refugium: Die Alternative zum Zoo

Wo können Wale und Delfine leben, wenn ein Delfinarium schließt? Eine Lösung sind Refugien: dort leben gefangene Wale und Delfine in einer natürlicheren Umgebung und werden – wenn möglich – auf eine Auswilderung vorbereitet.

WDC ist beratend für das weltweit einzigartige Projekt tätig.

(C) WDC / U. C. Ludewig

Zoos als Artenschutzzentren?

WDC hinterfragt das Zuchtprogramm im Tiergarten Nürnberg. Dieser ist an 34 Zuchtprogrammen beteiligt. Auch die Großen Tümmler sind Teil des Europäischen Zuchtprogramms. Tatsächlich hat noch kein europäisches Delfinarium einen Großen Tümmler ausgewildert und damit einen Beitrag zur Arterhaltung geleistet.

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Der Fall Morgan

2010 wird ein junges Schwertwal-Weibchen an der niederländischen Küste gefunden. Stark unterernährt und allein wird sie gefangen und sollte nach eine Rehabilitation wieder in die Freiheit entlassen werden. Fast acht Jahre später ist Morgan noch immer in Gefangenschaft: trotz eines Auswilderungsplans und Gerichtsverfahrens.

WDC und DFE kritisieren den Fall seit Jahren.

Orca Valentin, Marineland Antibes

Neues Gesetz in Frankreich

2017 erlässt Frankreich ein Gesetz, mit dem die Zucht von Walen und Delfinen zukünftig verboten wird. Die Tiere sollen außerdem 150 % mehr Platz in den Betonbecken erhalten.

WDC analysiert diese Entscheidung.

WDC ist Teil der internationalen Koalition „Dolphinaria-Free Europe“ (DFE)

Die „Dolphinaria-Free Europe“–Koalition ist ein Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen aus unterschiedlichen EU-Ländern , darunter WDC. Ziel der Koalition ist es Delfinshows und Interaktionsprogramme mit Walen und Delfinen zu beenden und damit der Ausbeutung der Wale und Delfine einen Riegel vorzuschieben.

Die Aufforderung richtet sich an die EU-Institutionen und Regierungen und bittet EU-Bürger*innen, keine Delfinarien zu besuchen. Denn wo keine Nachfrage mehr ist, geht auch das Angebot zurück!

Helfen Sie, Delfinarien zu schließen!

Mit Ihrer Patenschaft und Ihrer Spende helfen Sie, die Haltung von Walen und Delfinen in Gefangenschaft für immer zu beenden.

Große Tümmler

 

Patenschaft übernehmen

Übernehmen Sie eine Patenschaft für einen Großen Tümmler in Freiheit – als Zeichen gegen Delfinarien in Deutschland!

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Jetzt spenden

Die Zeit drängt. Viele Wal- und Delfinarten sind vom Aussterben bedroht. Spenden Sie jetzt!