Allein lebende Delfine

Solitärdelfine

Überall auf der Welt trifft man auf allein lebende Wale oder Delfine. Neben Großen Tümmlern konnten auch allein lebende Belugas und Orcas beobachtet werden. Dies ist ungewöhnlich für eine sonst so sozial organisierte Spezies, die normalerweise in Gruppen lebt.

Allein lebende Delfine, sogenannte Solitärdelfine, halten sich üblicherweise relativ lange (Wochen oder Monate) in einer bestimmten Region auf oder besuchen ungewöhnliche Orte, wie Häfen oder viel befahrene Schiffskanäle. Dort werden sie meist von Schaulustigen beobachtet oder es wird versucht, mit ihnen zu schwimmen. Mit der Zeit gewöhnen sich allein lebende Delfine an die Besucher*innen. Einige verlieren ihre natürliche Zurückhaltung gegenüber dem Menschen und beginnen aktiv nach Interaktion oder Kontakt zu suchen.

Großer Tümmler in der Ostsee

Ostsee-Delfin (C) Mette Rohde

Warum leben manche Delfine alleine?

Warum manche Delfine zu Einzelgängern werden, ist schwer zu sagen. Vielleicht hat der Delfin den Anschluss an seine Gruppe verloren. Wahrscheinlicher ist es, dass sie sich einfach dazu entscheiden. Dann suchen sie Kontakt zu anderen sozialen Wesen - und das sind dann oft wir Menschen.

Forschungen haben gezeigt, dass allein lebende Delfine dabei typischerweise vier Phasen durchleben, die man wie folgt zusammenfassen kann:

Phasen der Gewöhnung an Menschen

  • Phase 1: Der Delfin verweilt in einem relativ eng begrenzten Bereich, oftmals nicht größer als ein Quadratkilometer. Eventuell folgt er Booten oder untersucht Fischereigerät, nähert sich dem Menschen jedoch noch nicht.
  • Phase 2: Der Delfin gewöhnt sich an sein neues Aufenthaltsgebiet und beginnt, Booten und Schiffen zu folgen. Er reitet die Bugwellen von Schiffen und untersucht Seile, Ketten oder Bojen. Menschen bemerken die Anwesenheit des Delfins und versuchen zum Beispiel, mit ihm zu schwimmen. Dabei bleibt der Delfin aber auf Distanz.
  • Phase 3: Der Delfin will, oft sogar von ihm initiiert, hin und wieder mit Menschen im Wasser in Kontakt treten, z. B. indem er nahe heran und/oder parallel schwimmt. Er lässt zu, dass man ihn berührt oder seine Rückflosse festhält, um von ihm gezogen zu werden.
  • Phase 4: Die Anwesenheit des Tieres spricht sich herum. Vielleicht wird er zu einer lokalen Touristenattraktion oder schlicht berühmt. In dieser Phase kann unangemessenes menschliches Verhalten ungewolltes und möglicherweise gefährliches Verhalten des Delfins hervorrufen. Delfine sind große, starke Jäger und können unbeabsichtigt (oder auch absichtlich, wenn sie verängstigt oder frustriert sind) Menschen im Wasser durch Beißen oder Stoßen verletzen. Zudem besteht das Risiko einer Krankheitsübertragung.

Achtung:

  • Grundsätzlich empfiehlt WDC, Delfinen, die den Kontakt mit Menschen suchen, nicht zu nahe zu kommen und sie möglichst nur von Land aus zu beobachten.
  • Wenn ein Tier verletzt zu sein scheint oder sich in einen Hafen verirrt hat, rufen Sie Hilfe.
Tümmler in der Ostsee
Ostsee-Delfine (C) Kathrin Konopka
Ostseedelfine
(C) Kathrin Konopka

Eintauchen

Buckelwal unter Wasser (C) Vanessa Mignon

Fakten zum Staunen

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Rundkopfdelfin

Artenschutz und Forschung

Eine Übersicht der Forschungs- und Schutzprojekte, die WDC leitet und unterstützt.

Sperm whale

Intelligenz

Wale und Delfine sind intelligente und soziale Lebewesen.