Das Far East Russia Orca Project (FEROP)

FEROP ist ein seit über 15 Jahren bestehendes Projekt, bei dem Orca-Populationen im Osten Russlands erforscht werden.

Das von WDC-Wissenschaftler Erich Hoyt gemeinsam mit russischen Wissenschaftler*innen gegründete Projekt publiziert regelmäßig seine Forschungsergebnisse und präsentiert diese auf Konferenzen und Fachtagungen. Die Forschung trägt auch dazu bei, die Problematik der Gefangenschaftshaltung von Walen zu verdeutlichen und den weltweiten Handel mit Orcas zu bekämpfen.

Was ist FEROP?
FEROP ist die Abkürzung für „Far East Russia Orca Project“. In den Gewässern vor Kamtschatka im Osten Russlands werden Orcas erforscht. Bis 1999 hatte hierzu in russischen Gewässern noch keine Forschung stattgefunden, daher gründete der WDC-Wissenschaftler Erich Hoyt zusammen mit dem russischen Wissenschaftler Alexander Burdin und Hal Sato aus Japan FEROP. Bei diesem Pilot-Forschungsprojekt arbeiten sie mit einem stetig wachsenden Team aus russischen Student*innen zusammen.

FEROP und WDC – Einsatz gegen Gefangenschaftshaltung

Im Jahr 2003 wurden im FEROP-Forschungsgebiet zwei junge weibliche Orcas gefangen und starben dabei. Ein Orca erstickte im Fangnetz, der andere wurde an Bord des Schiffes eingesperrt und um die halbe Welt bis zum Schwarzen Meer verschifft, wo er 13 Tage später starb. Seitdem übt unser Team bei Konferenzen Druck auf die russische Regierung und die Walfänger*innen aus. Die Fangquoten werden zwar immer noch gewährt, nicht aber in unserem Hauptforschungsgebiet, was die Fangbemühungen erschwert.

Was macht FEROP?

Auf Konferenzen und Infoveranstaltungen leisten die Teammitglieder in Russland dringend notwendige Aufklärungsarbeit. Noch immer finden in Russland Wildfänge statt und Investitionen in die Delfinarienindustrie werden getätigt. FEROP spricht über Beobachtungen des Sozialverhaltens oder Wanderungen der Orcas und kann dadurch anschaulich gegen die Gefangenhaltung argumentieren. Diese Informationen tragen dazu bei, die Vision von WDC in Russland zu verbreiten: Eine Welt, in der alle Wale und Delfine in Freiheit und Sicherheit leben.

Durch Forschungen zur Sozialstruktur der Orcas konnte belegt werden, dass die Tiere sich zu „Clubtreffen“ versammeln, wie WDC-Wissenschaftler Erich Hoyt Versammlungen von etwa 100 Orcas nennt. Das FEROP-Team beobachtete in der Awatscha-Bucht nun ein solches Treffen und gewann neue Erkenntnisse darüber. Bisher wurde angenommen, dass sich mehrere Populationen treffen, um gemeinsam zu jagen. Das Projektteam konnte das aber nun widerlegen – eine so große Orcagruppe würde potenzielle Beute eher abschrecken, so Hoyt. Vielmehr kommen die Orcas zusammen, um soziale Kontakte zu knüpfen – nicht untypisch für Säugetiere, die in Gruppen leben. Es sind diese Kontakte, die Orcas in Gefangenschaft oft fehlen und für die Tiere großes Leid bedeuten.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Wanderung der Orcas, denn sie legen weite Strecken zurück. Es liegen Übereinstimmungen zwischen Kamtschatka und einem anderen Forschungsgebiet vor den etwa 800 km entfernten Kommandeurinseln vor. Bei einigen Orcas konnte das Team durch die Beobachtung identischer Hai-Narben feststellen, dass sie durch tropische Gewässer wandern.

Forschungserfolge seit 1999

  • Eine junge Generation von Studierenden konnte zu Forschungmitarbeiter*innen im Meeresschutz ausgebildet werden.
  • Ein Fangverbot für Orcas der Awatscha-Bucht wurde umgesetzt.
  • 2.000 ortstreue und 130 wandernde Orcas konnten identifiziert werden.
  • Weltweite Berichterstattung zum Forschungsprojekt und den vor Russlands Ostküste lebenden Orcas.
  • Die Ausweitung der Forschung auf andere Gebiete und andere Arten, wie den Nordpazifischen Glattwal.
Orca spyhop

Orcas im Artenführer

Lesen Sie im WDC-Artenführer mehr über diese faszinierenden Meeressäuger.

Weißer Orca gesichtet

Eine spektakuläre Beobachtung, die in internationalen Medien viel Aufmerksamkeit fand, gelang dem FEROP-Forschungsteam 2012: Die weltweit erste Sichtung eines erwachsenen weißen Orcas. Man weiß nun, dass es sich um einen Albino handelt. Dieser Orca – auch „Iceberg“ genannt - ist einer von über 700 Schwertwalen, die seit Beginn des Projekts beobachtet und dokumentiert werden.

Weißer Orca Iceberg in Russland
(C) FEROP

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