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Southern right whale

Südkaper (Südlicher Glattwal)

Eubalaena australis

Glattwale wurden durch den Walfang an den Rand des Aussterbens gebracht.

Die Jagd auf Südkaper wurde 1935 verboten, aber der illegale russische Walfang dauerte bis in die 1970er Jahre. Die Walfänger*innen betrachteten die Glattwale als die "richtigen" (right) Wale zum Jagen, weil sie langsam schwimmen und somit leicht zu fangen waren. Außerdem schwammen die Glattwale aufgrund ihrer dicken Fettschicht an der Wasseroberfläche, nachdem sie getötet wurden. So konnten sie einfacher wiedergefunden und abtransportiert werden. Ihre riesigen Körper enthalten große Mengen Öl, Fleisch und Barten, was sie sehr wertvoll machte.

Whale illustration
Männlich Weiblich Kalb
Höchstlänge 15 m 17 m 4 m
Höchstgewicht 80.000 kg 80.000 kg unbekannt

IUCN-Kategorie: LC (nicht gefährdet)

Population in Chile und Peru: CR (vom Aussterben bedroht)
Diese Population konnte sich trotz Schutzmaßnahmen nicht erholen.

Wie sehen Südkaper aus?

Südkaper sind sehr große, rundliche Bartenwale mit breitem Rücken. Ihre Färbung ist vorwiegend schwarz mit weißen Stellen an Bauch und Kinn. Sie haben keine Rückenflosse und einen bemerkenswert großen Kopf, der etwa ein Drittel der gesamten Körperlänge ausmacht. Auf Kopf und Rostrum (Oberkiefer) befinden sich so genannte „Schwielen“, die mit Walläusen (kleinen Krebstieren) bewachsen sind. Diese haben bei jedem Wal individuelle Formen und so können einzelne Wale identifiziert werden. Die Mundlinie der Südkaper ist stark gewölbt, um die langen Bartenplatten unterzubringen. Sie haben zwei Atemlöcher und erzeugen beim Ausatmen eine bis zu fünf Meter hohe, V-förmige Atemfontäne. Ihre Brustflossen sind groß, breit und paddelförmig. Die Schwanzflosse (Fluke), die beim Abtauchen meist zu sehen ist, hat eine breite Hinterkante und eine tiefe Kerbe in der Mitte.

Wie sieht ihr Alltag aus?

Obwohl sie langsame Schwimmer sind, sind Südkaper sehr akrobatisch: Sie machen „Kopfstand”, hängen sich also mit dem Kopf nach unten ins Wasser und winken mit der Fluke in der Luft. Sie können auch mit den Brustflossen „winken“ und aufs Wasser schlagen. Oft springen sie bis zu zehnmal hintereinander. „Segeln” ist eine weitere häufig zu beobachtende Verhaltensweise: die Wale strecken ihre Schwanzflossen aus dem Wasser und verwenden sie als Segel. Gerne schauen sie sich auch über Wasser um oder klatschen mit der Fluke auf die Oberfläche. Südkaper leben in Kleingruppen von zwei oder drei bis maximal zwölf Individuen. Nur in nahrungsreichen Gebieten findet man häufig große Ansammlungen dieser Wale.

Wovon ernähren sie sich?

Südkaper ernähren sich von tierischem Plankton, in kälteren Gewässern auch von Krill. Beim Fressen schwimmen die Wale mit geöffnetem Maul nahe der Oberfläche durch große Schwärme ihrer Beute und sieben diese dann mit Hilfe der Barten aus dem Wasser.

Wo leben sie?

Südliche Glattwale leben in der südlichen Hemisphäre und unternehmen regelmäßige Wanderungen zwischen ihren Nahrungsgründen in den kälteren antarktischen Gewässern und den wärmeren Brutgebieten weiter nördlich. Wichtige Paarungs- und Geburtsplätze liegen küstennah vor Australien, Südafrika, Südamerika und einigen ozeanischen Inseln.

Wie idenzifiziert man einen Südkaper?

Das Muster der Schwielen auf Kopf und Kiefer der Glattwale ist bei jedem Wal einzigartig. So können Forscher*innen einzelne Individuen wiedererkennen. Auf diesen Schwielen leben weiße Walläuse und blasse Seepocken, daher kommt die helle Färbung dieser Körperstellen.

Verbreitungskarte

southern-right-whale-distribution-map
Lebenserwartung
Jahre und mehr
Weltbestand geschätzt
Individuen
Mindestens
durch Walfang getötet

Das Leben eines Südkapers

Viele Informationen über Südliche Glattwale stammen aus Foto-Identifikations-Studien, bei denen Individuen fotografiert, identifiziert und über längere Zeit beobachtet wurden. Die Identifizierung der einzelnen Wale erfolgt durch ihre Schwielen an Kopf und Kiefer, die bei jedem Wal unterschiedlich sind.

Weibliche Südkaper bekommen mit neun bis zehn Jahren zum ersten Mal Nachwuchs, danach durchschnittlich alle drei Jahre. Die Babys bleiben ein Jahr bei der Mutter und verdoppeln in dieser Zeit ihre Körperlänge. An der Seite ihrer Mutter lernen sie die wichtigen Nahrungsgebiete kennen, in die sie dann für den Rest ihres Lebens zurückkehren werden.

In ihren Fortpflanzungsgebieten bilden Südkaper Paarungsgruppen. Diese können auch aus mehreren Männchen bestehen. Die männlichen Wale versuchen, sich mit einem Weibchen zu paaren. Es gibt augenscheinlich keine Kämpfe um die Gunst des Weibchens, sie paart sich eventuell auch mit mehreren Anwärtern. Männliche Glattwale haben die größten Hoden im Tierreich, die pro Paar etwa eine Tonne wiegen.

Durch ihre Präsenz in Küstengebieten und ihrem akrobatischen Verhalten an der Wasseroberfläche sind Südkaper sehr beliebt bei Walbeobachter*innen.

Es sind keine natürlichen Feinde der Südkaper bekannt. Vor der Halbinsel Valdez vor Argentinien werden sie jedoch von Dominikanermöwen attackiert, einer der größten Möwenarten. Diese Angriffe hinterlassen offene Wunden, sie sich entzünden können.

Südliche Glattwale wurden ab dem frühen 17. Jahrhundert, vor allem aber im 18. und 19. Jahrhundert von amerikanischen und europäischen Walfänger*innen ausgiebig gejagt. Mindestens 150.000 Wale wurden getötet, wahrscheinlich noch viel mehr. Zu Beginn des modernen Walfangs zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren diese Wale bereits selten. Sie waren fast ausgestorben und deshalb ist es noch ein langer Weg, bis sie sich davon erholt haben.

WDC researcher

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