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Cuvier-Schnabelwal

Ziphius cavirostris

Cuvier-Schnabelwale sind die Meistertaucher unter den Walen - sie halten den Rekord für den tiefsten und längsten Tauchgang aller Säugetiere.

Sie haben spezielle „Flossen-Taschen“, die es ihnen ermöglichen, ihre Brustflossen „einzustecken“, um ihren Körper besonders stromlinienförmig zu machen.

Beaked whale illustration
Männlich Weiblich Kalb
Maximale Länge 7,0 m 7,0 m 2,7 m
Maximalgewicht 3.000 kg 3.000 kg unbekannt

IUCN-Kategorie: LC (nicht gefährdet)

Population im Mittelmeer: VU (gefährdet)

Wie sehen Cuvier-Schnabelwale aus?

Der Cuvier-Schnabelwal ist eines der größeren Mitglieder der Familie der Schnabelwale. Der Körper ist torpedoförmig und kräftig. Rücken und Seiten sind dunkelgrau, Bauch und Kopf sind heller gefärbt. Bei älteren Männchen ist der Kopf und ein Großteil des Rückens weiß. An manchen Stellen erscheinen ihre Körper bräunlich, weil sie mit Algen bedeckt sind. Sie haben dunkle Ringe um jedes Auge.

Ihr Körper ist oft von Narben bedeckt. Diese stammen unter anderem von Bissen von Zigarrenhaien, bei älteren Männchen von Kämpfen mit Artgenossen.

Cuvier-Schnabelwale haben einen kegelförmigen Kopf mit einem stumpfen Schnabel und zwei Kehlfurchen. Die kurze Mundlinie krümmt sich nach oben und sieht aus wie ein Lächeln. Sie haben eine kleine Rückenflosse, die am Beginn des letzten Rückendrittels sitzt. Die Brustflossen sind relativ klein, die Schwanzflosse dagegen groß. Adulte Männchen tragen an der Spitze ihres Unterkiefers zwei kleine, sichtbare Zähne; bei Weibchen oder Jungtieren kommen diese Zähne nicht zum Vorschein.

Wie sieht ihr Alltag aus?

Cuvier-Schnabelwale werden vorwiegend allein gesichtet, aber auch in Gruppen von bis zu sieben Individuen. Obwohl ihre Gruppen eher klein sind, sind sie wie alle Zahnwale sehr sozial ausgerichtet. Sie leben weit draußen im Ozean. Dort führen sie lange, tiefe Tauchgänge durch und suchen sowohl tagsüber als auch nachts nach Tintenfischen. Da sie keine Zähne haben, um ihre Beute zu greifen, verwenden die Schnabelwale bei der Nahrungsaufnahme eine Saugmethode: sie schlürfen und saugen den Tintenfisch in ihren Schnabel!

Die Cuvier-Schnabelwale sind schwer zu finden, da sie in tiefem Wasser leben und nur kurz zum Atmen auftauchen. Sie springen gelegentlich, wie z. B. vor Hawaii beobachtet wurde. Oft ruhen sie sich bewegungslos an der Oberfläche aus.  Ihre kleinen Atemfontänen sind nicht leicht zu erkennen. Manchmal heben sie ihre Schwanzflosse senkrecht aus dem Wasser, um steil abtauchen zu können.

Bei Kämpfen um Weibchen tragen die Männchen oft Kratzer und Narben an Kopf und Rücken davon, da sie ihre Zähne als Waffen benutzen.

Wovon ernähren sie sich?

Mindestens 47 Arten Tintenfische stehen auf ihrem Speiseplan. Gelegentlich fressen sie auch Fisch und Krustentiere.

Wo leben sie?

Cuvier-Schnabelwale sind die am weitesten verbreitete Schnabelwal-Art. Sie leben in tiefen Hochseegewässern in allen Ozeanen der Welt mit Ausnahme der Arktis und den hohen Breiten der Antarktis.

Wie identifiziert man einen Cuvier-Schnabelwal?

Einzelne Cuvier-Schnabelwale lassen sich an Narbenmustern erkennen, da diese 20 Jahre oder länger sichtbar bleiben. Vor der Insel Hawaii wurde ein ausgewachsenes Weibchen in acht verschiedenen Jahren gesichtet.

Verbreitungskarte

Cuvier's beaked whale distribution map
Lebenserwartung
Jahre
Können bis zu
Meter tief tauchen
Mit
Jahren geschlechtsreif

Cuvier-Schnabelwale sind eine der bekanntesten Schnabelwal-Arten, da sie weltweit vorkommen. Am besten können sie in Gebieten erforscht werden, wo große Wassertiefen nicht weit von der Küste entfernt zu finden sind wie z. B. vor Hawaii, den Kanarischen Inseln, im Mittelmeer und vor den Bahamas.

Über die Lebensgeschichte von Cuvier-Schnabelwalen weiß man jedoch bisher wenig. Ihre maximale Lebenserwartung ist nicht bekannt, da bisher keine Individuen gefunden wurden, die eines natürlichen Todes gestorben sind. Die ältesten gestrandeten Individuen waren etwa dreißig bis vierzig Jahre alt, aber wahrscheinlich können sie  ca. 60 Jahre alt werden.

Cuvier-Schnabelwale werden mit etwa elf Jahren geschlechtsreif. Details über ihre Fortpflanzung sind nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass die Weibchen eine niedrige Geburtenrate haben und im Abstand von einigen Jahren Nachwuchs bekommen.

Schiffe und Tanker werden von den Schnabelwalen in der Regel gemieden. Die Wale reagieren bereits, wenn die Schiffe sich noch in weiter Ferne befinden. Es wurde aber beobachtet, dass sich Cuvier-Schnabelwale kleinen Booten näherten, die bewegungslos im Wasser lagen.

Cuvier-Schnabelwale sind die Meister des Tieftauchens. Der längste und tiefste bisher aufgezeichnete Tauchgang von einem Meeressäuger ist von einem Cuvier-Schnabelwal. Eine phänomenale Tauchzeit von 222 Minuten (3 Stunden und 42 Minuten) und eine Tiefe von 2.992 m (knapp drei km) unter der Meeresoberfläche wurden gemessen. Tauchgänge zwischen 1000m und 2000m Tiefe und mit einer Dauer von über einer Stunde sind für Schnabelwale keine Seltenheit.

 

Unterwasserlärm

Lärm im Ozean ist eine Bedrohung für diese Tieftaucher. Cuvier-Schnabelwale sind besonders anfällig für militärische Sonargeräusche. Nach Militär-Übungen sind sie in großer Zahl auf den Kanarischen Inseln und vor den Bahamas im Nordatlantik sowie im Mittelmeer gestrandet. Untersuchungen der verstorbenen Individuen haben gezeigt, dass sie Verletzungen im Zusammenhang mit der Dekompressionskrankheit bzw. Ohr- und Gehörschäden aufwiesen. Diese werden durch zu schnelles Auftauchen verursacht, wahrscheinlich als Reaktion auf die Angst und Panik durch den starken Lärm.

Im Mai 1996 strandeten in den Gewässern vor Griechenland zwölf Cuvier-Schnabelwale, einige waren noch am Leben. Mindestens vier der Wale bluteten aus den Augen. Die Strandungen erfolgten unmittelbar nach NATO-Übungen, bei denen laute Mittelfrequenzsonare eingesetzt wurden.

Im März 2000 benutzten mehrere Kriegsschiffe der US-Marine ein lautes Sonar in den Gewässern vor den Bahamas. 14 Schnabelwale, darunter neun Cuvier-Schnabelwale, strandeten entlang der Küste.

Im Jahr 2004 kam es nach einer weiteren NATO-Übung vor den Kanarischen Inseln erneut zu einer Massenstrandung von Cuvier-Schnabelwalen. Um die Kanarischen Inseln herum wurde daraufhin eine freiwillige 50 Seemeilen (92,6 km) lange Sperrzone für Militärübungen geschaffen. Seither gab es in dieser Region keine weiteren Strandungen.

 

Cuvier-Schnabelwale brauchen Ihre Hilfe

Cuvier-Schnabelwale sind sehr empfindlich gegenüber menschlichen Aktivitäten im Ozean, vor allem Militärübungen. Durch den starken Lärm kam es bereits zu Massenstrandungen.

Hauptbedrohungen...

  • Unterwasserlärm - Lärm ist die Hauptbedrohung für diese Tieftaucher. Militärübungen mit starkem Sonar stellen eine besonders große Gefahr für sie dar.
  • Beifang - Cuvier-Schnabelwale verfangen sich versehentlich in Treib- und anderen Fischernetzen, was zu Verletzungen oder sogar zum Tod führt.
  • Meeresverschmutzung - Plastik wurde bereits mehrfach in den Mägen gestrandeter Cuvier-Schnabelwale gefunden. Wahrscheinlich verwechseln sie Plastiktüten und –säcke mit Beute und saugen diese ein. Wenn sie zu viel Plastik im Magen haben, können sie keine weitere Nahrung aufnehmen. Dadurch verhungern und sterben sie.
  • Bejagung - In einigen Ländern wie Japan und Indonesien wurden Cuvier-Schnabelwale gejagt und getötet.

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