Was ist erneuerbare Energie auf See?

Sheringham Shoal Offshore wind farm
Sheringham Shoal Offshore wind farm
Erneuerbare Energie auf See, ist die Energie, die durch Wind, Wellen, Ebbe und Flut gewonnen wird und die üblicher Weise als unerschöpflich, in Fülle vorhanden und als „saubere Energie“ angesehen wird. Was die Entwicklung vieler neuer Energieparks auf See mit entsprechenden Baumaßnahmen und Bootsverkehr für die marine Tier- und Pflanzenwelt, insbesondere für Wale und Delfine bedeutet, ist dabei aber bei Weitem nicht klar. Regierungen investieren weltweit in erneuerbare Energietechnologien, wovon viele das Meer betreffen, angetrieben von der wachsenden weltweiten Energiekrise und dem Ziel Treibhausgase, verursacht durch fossile Brennstoffe, zu reduzieren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Energiegewinnung auf See, einschließlich weniger bekannter Technologien wie thermischer Ozeanenergie – wo die Energie aus Temperaturunterschieden in verschiedenen Tiefen gewonnen wird – und Salzgefälleenergie, bei der die Energie aus dem Unterschied in der Salzkonzentration zwischen Meer- und Flusswasser gewonnen wird. Es gibt aber im Prinzip drei Hauptformen und Entwicklungen der Energiegewinnung auf See. Diese sind: Windparks, Gezeitenkraft und Wellenkraft.

Von allen erneuerbaren Energien auf See wurde der Bau von Windparks am schnellsten vorangetrieben. Insbesondere in Europa sind sie im raschen Vormarsch.

Bis vor kurzem wurden Windparks in küstennahen Gewässern, bis zu fünf Kilometer von der Küste entfernt, errichtet. Jetzt werden sehr große Parks weiter draußen im tieferen Wasser gebaut, da dort das Windpotential deutlich höher ist.

Die Gezeitenkraft kann in zwei Unterkategorien aufgeteilt werden: die Gezeitenströmungskraft wird durch horizontale Strömungsbewegungen des Wassers produziert, bei der eine Unterwasserturbine die Energie nutzbar macht; die Gezeitenhubkraft wird durch vertikale Bewegungen des Wassers im An- und Absinken des Wassers bei Ebbe und Flut meist mit Dämmen erzeugt.

Wellenenergie wird durch winderzeugte Wellen auf der Wasseroberfläche erzeugt. Die Kraft der Wellen hängt von der Windstärke, der Dauer und der Distanz, die sie auf dem Wasser zurücklegt ab. Andere bestimmende Faktoren sind die Wassertiefe und die Wechselwirkung mit den Gezeiten. Die wesentlichen Nachteile der Wellenkraft sind die schlechte Vorhersehbarkeit und die Schwankungsbandbreite der Wellen.

Diese Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien auf See führen zu intensiven Ingenieursarbeiten entlang der Küsten. Bei allen Vorteilen dürfen die ökologischen Auswirkungen auf Meeressäuger und andere marine Lebewesen auf keinen Fall außer Acht gelassen werden. Es gibt einige Untersuchungen in Bezug auf die Auswirkungen auf den Schweinswal in Europa, nachdem aber Gezeiten- und Wellenkraftwerke relativ neu sind, weiß man wenig über mögliche Auswirkungen. In europäischen Gewässern sind Windkraftanlagen im Vormarsch und es gibt Pläne für die Verbauung tausender Quadratkilometer. Aber die Datenlange bei dieser expansiven Politik, zu den möglichen Auswirkungen auf die 28 dort lebenden Wal- und Delfinarten, ist schlecht oder gar nicht vorhanden. Der Baulärm, der beim Einrammen der Fundamente von Windkraftanlagen erzeugt wird, ist jedoch in jedem Fall, eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Wale- und Delfine – die in einer akustischen Welt leben.

WDC ist der Ansicht, dass die Auswirkungen der erneuerbaren Energie auf die marine Tier- und Pflanzenwelt unbedingt beachtet werden müssen und zwar bereits vor der Genehmigung von neuen Anlagen und großen Bauvorhaben.