Warum unsere Meere mehr Schutz brauchen

Short-beaked common dolphin
Short-beaked common dolphin
Die Ozeane sind weltweit in keinem guten Zustand. Überfischung, Klimawandel, Verschmutzung durch Umweltgifte und Müll, Walfang, Lärm durch Schiffsverkehr und militärische Manöver sowie viele andere Bedrohungen setzen ihnen zu.

Die Ozeane sind weltweit in keinem guten Zustand. Überfischung, Klimawandel, Verschmutzung durch Umweltgifte und Müll, Walfang, Lärm durch Schiffsverkehr und militärische Manöver sowie viele andere Bedrohungen setzen ihnen zu. Deswegen müssen wir unseren Meeren und ihrer Artenvielfalt ermöglichen, sich zu erholen, indem wir Bereiche schaffen, in denen sie vor Eingriffen des Menschen geschützt sind. Zonen, in denen z.B. Fischerei verboten wird und sich Fischbestände erholen können. Gebiete, wo sich z.B. Delfine und Wale ausreichend fortpflanzen und sich um ihre Jungen kümmern können. Es ist wichtig, dass die Arten in einer ausreichenden Zahl und in einer naturnahen Vielfalt in den Meeren vorkommen, damit das Ökosystem Meer als Ganzes stabil bleibt.

Klimamotor und Sauerstofflieferant

Die Meere haben wichtige Funktionen, z.B. als „Klimamotor“ des Planeten oder als Lieferant eines Großteils des Sauerstoffs in der Atmosphäre. Nur gesunde Fischbestände und andere Ressourcen können - wenn sie nachhaltig bewirtschaftet werden - als eine dauerhafte Lebensgrundlage für Milliarden von Menschen dienen. Nicht zuletzt hängt ein großer Teil unserer Lebensqualität von gesunden Meeren ab. Wir alle nutzen die Meere als Nahrungsquelle, Verkehrsweg, Erholungsraum und Quelle der Inspiration.

‚Paper Parks‘

Damit sich marine Ökosysteme von der intensiven Nutzung durch den Menschen erholen können, sind Schutzgebiete, in denen nur eine eingeschränkte bzw. keine Nutzung erlaubt ist, immens wichtig.

Der eigentliche Schutz in einem Meeresschutzgebiet wird allerdings erst durch die Umsetzung erreicht, also den Bestimmungen und der Überwachung von deren Einhaltung. Da dies oft nicht ausreichend passiert, spricht man nicht selten von „Paper Parks“, womit diejenigen Schutzgebiete gemeint sind, die eigentlich nur auf dem Papier bestehen, ohne dass der anvisierte Schutz im Gebiet tatsächlich umgesetzt wird. Weil die Kontrolle von Bestimmungen auf dem Meer besonders schwierig ist, leiden Meeresschutzgebiete nicht selten unter mangelnder Umsetzung. So unglaublich das klingt: Weltweit gelten nur etwa 1 % aller Meeresschutzgebiete als effektiv betrieben. In Deutschland gibt es das Beispiel des Schweinswal-Schutzgebietes vor der Nordseeinsel Sylt – das erste und bisher einzige in Deutschland – und doch besteht auch hier kaum effektiver Schutz für die Tiere.