Die Internationale Walfangkommission 2018

Japanese whaling vessel
Japanese whaling vessel
Die 67. Tagung der Internationale Walfangkommission findet vom 4. – 14. September 2018 in Florianopolis, Brasilien, statt. Die Mitgliedsstaaten der Kommission fällen dabei Entscheidungen über den Walfang und den Schutz von Walen.

WDC ist in Brasilien vor Ort, um die Wale zu vertreten. Wir setzen uns für ihren Schutz ein und wollen eine Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs unbedingt verhindern.

Wale brauchen unsere Hilfe

In diesen Wochen setzen die Walfänger Islands ihre Jagd fort. 109 Finnwale wurden bereits getötet, darunter zwei Blau-/Finnwal Hybriden. Die Tötung schwangerer Weibchen machte international Schlagzeilen und die Bilder eines toten Fötus, der über den Betonboden der Walfangstation gezogen wurde, sorgten für einen Aufschrei in der internationalen Öffentlichkeit. In der Zwischenzeit kehrten Japans Walfänger mit 177 getöteten Walen – die angeblich allein der Forschung dienen sollen – in den Hafen zurück.

Was sind die Kernfragen der IWC 2018?

Viele verschiedene Themen werden bei der diesjährigen IWC-Tagung besprochen. Zwei Punkte sind für die Arbeit von WDC von besonderer Bedeutung:

1.    Japan will den kommerziellen Walfang wieder aufnehmen

Geht es nach dem Willen Japans, so soll der Walfang für kommerzielle Zwecke wieder erlaubt werden. 1982 haben die IWC-Mitgliedsstaaten ein weltweit gültiges Moratorium für kommerziellen Walfang vereinbart – einer der größten Erfolge in der Geschichte des Artenschutzes. Inzwischen haben sich einige Walpopulationen von der intensiven Bejagung erholt, viele andere leiden bis heute darunter und manche Walpopulationen werden sich von den Verlusten wohl niemals vollständig erholen.

Japan möchte beim aktuellen IWC-Treffen eine „nachhaltige Walfangkommission“ schaffen, die Quoten für die Tötung von Walen zu kommerziellen Zwecken festsetzt.

Zudem hat Japan vor, den Entscheidungsprozess bei der IWC zu ändern, um die Verabschiedung dieses umstrittenen Vorschlags zu erleichtern. Gegenwärtig ist eine Dreiviertelmehrheit erforderlich, um die vorgeschlagenen Änderungen vorzunehmen. Nun will Japan eine Änderung der Regeln verlangen, so dass eine einfache Mehrheit ausreichen würde.

2.    Indigener Subsistenzwalfang (ASW)

Einigen indigenen Völkern ist es trotz des internationalen Walfangverbots erlaubt, geschützte Wale zu jagen, da dies zur Sicherung ihrer Lebensgrundlage beiträgt. 

Was fordern die ASW-Länder bei der aktuellen IWC-Konferenz?

Dänemark, im Auftrag von Grönland, daneben Russland, St. Vincent und die Grenadinen und die USA haben einen gemeinsamen Antrag eingereicht, der vorsieht, dass die Regulierungen für den Subsistenzwalfang gelockert werden und den Walfangländern zukünftig mehr unabhängige Entscheidungsgewalt zugesprochen wird.

Der Antrag umfasst insgesamt sieben Ansuchen, WDC sieht Gefahren und Probleme in jedem einzelnen von ihnen. Einige sind dabei besonders problematisch, da sie die Tötung von noch mehr Walen mit sich bringen würden. Beispielsweise wird das Ziel verfolgt, dass nicht genutzte Quoten in höherer Zahl auf das folgende Jahr übertragen werden.

Was tut WDC?

- Angesichts der vielen menschengemachten Gefahren denen Wale in den Weltmeeren ausgesetzt sind, gibt es keine Walpopulation oder Walart die als “gesund” genug betrachtet werden kann, um kommerziellen Walfang zu genehmigen.

- Die Geschichte hat gezeigt – und das gilt besonders für Japan – dass Walfang niemals nachhaltig geregelt wurde oder geregelt sein wird. Die Walfangstaaten haben stets die Beurteilung und Kontrolle durch unabhängige Beobachter verweigert.

- Walfang ist grausam. Es gibt keinen internationalen Markt und keine internationale Nachfrage nach Walfleisch. Japan versucht eine Industrie zu erschaffen für die es keinen Grund gibt.

Diese Tatsachen vor Augen, wird WDC die Mitgliedsstaaten der IWC zu den Gefahren der beiden Anträge von Japan und den Subsistenzwalfangländern beraten. Wir werden dafür kämpfen, dass das Moratorium weiterhin in Kraft bleibt und weiter daran arbeiten, die verbleibenden Schlupflöcher zu schließen. Wir werden unsere Sorge über den Antrag der Subsistenzwalfanglänger zum Ausdruck bringen und gegen die Lockerung bestehender Reglementierungen eintreten.