Erneuerbare Energien und ihre Auswirkungen auf Wale und Delfine

Marine renewable and cetaceans report
Marine renewable and cetaceans report
WDC stellt im Bericht zu erneuerbaren Energien und ihrer Bedeutung für Wale und Delfine alle aktuellen Informationen der Entwicklung erneuerbarer Energieprojekte und welche Ansätze unterschiedliche Länder dabei verfolgen, vor. Der Bericht möchte Regierungen, Baufirmen und anderen beteiligten Parteien bei einer gut informierten Entscheidungsfindung helfen, wenn es darum geht, wo und wie neue Anlagen gebaut werden sollen.

Aktuell weiß man wenig über die Auswirkungen erneuerbarer Energieanlagen auf Wale und Delfine. Der Lärm, der beim Einrammen der Pfähle entsteht (diese Methode wird für die meisten Fundamente eingesetzt) kann Walen und Delfinen schwere Schäen zufügen und bis hin zu physischen Verletzungen führen. Der Lärm kann dabei auch noch zehn tausende Kilometer weit unter Wasser zu hören sein. In einer Entfernung von 30 bis 40 km kann diese Lärmquelle die Kommunikationslaute von Schweinswalen übertönen und beeinflusst das Verhalten von Großen Tümmlern.

Die wenige Forschung, die bisher zu den Auswirkungen erneuerbarer Energien durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass während des Baus von Windparks auf See Schweinswale aus diesen Gegenden vertrieben werden. In einigen Fällen sind die Schweinswale nie wieder zurückkehrt.

Zu anderen, potentiell negativen Auswirkungen zählen Lärm sowohl oberhalb als auch unterhalb des Wassers, das Verfangen oder Kollision, Verschmutzung (z.B. durch Lecke oder entronnene hydraulische Flüssigkeiten verschiedener Geräte oder Öl bzw. Treibstoff von Reparaturschiffen), Veränderungen des Vorkommens und der Verteilung von Beutetieren.

Lärm und Eingriffe in den Lebensraum von Walen und Delfinen haben die verheerendste Auswirkung, wenn sie dort stattfinden wo Wale und Delfine ihre Jungen aufziehen, säugen, füttern oder wo Wanderungsbewegungen stattfinden. Es geht also nicht darum, ob und wie Anlagen zur Energiegewinnung auf See gebaut werden, sondern auch darum wo sie gebaut werden. Der WDC Bericht „Marine Renewable Energy: A Global Review of the Extent of Marine Renewable Energy Developments, the Developing Technologies and Possible Conservation Implications for Cetaceans” richtet sich an Regierungen, Baufirmen und andere beteiligte Parteien der erneuerbarer Energieindustrie und soll bei einer informierten Entscheidungsfindung helfen, wo und wie neue Anlagen gebaut werden. Er zeigt auf, dass, solange die Auswirkungen dieser Anlagen auf Wale und Delfine nicht ausreichend untersucht und entsprechend abgemildert worden sind, jene Gebiete, die für Wale und Delfine wichtig sind, überhaupt gemieden werden sollten. Dies ist die einzige verantwortungsvolle Herangehensweise. Der Bericht empfiehlt, das Vorkommen und die Bedürfnisse der Wale und Delfine im potentiellen Baugebiet zu erforschen, und erst danach eine Baugenehmigung zu erteilen. Gleichzeitig sollten weiter wissenschaftliche Daten gesammelt werden, um die genauen Auswirkungen dieser Anlagen auf alle Wal- und Delfinarten, die davon betroffen sein könnten, zu erforschen. Nur so können wir die einzigartigen Meeressäuger in Zukunft besser schützen.

Die Zusammenfassung dieses Berichts ist auch auf Deutsch und Spanisch erhältlich.