Absichtserklärung (MoU) zum Schutz von Walen, Delfinen und deren Lebensräumen rund um die Pazifischen Inseln

Wale und Delfine in dieser Region, im Besonderen die Arten, deren Bestandszahlen während des letzten Jahrhunderts massiv zurückgegangen sind, sind durch Fischerei, Jagd, Umweltverschmutzung, Kollisionen mit Booten, Unterwasserlärm, Lebensraumverlust, Klimawandel, Störungen in der Nahrungskette und nicht nachhaltigen Tourismus besonders bedroht.

Obwohl der kommerzielle Walfang im Pazifik seit 1986 stark zurückgegangen ist, gelten viele Wal- und Delfinarten in diesem Ozean unter Wissenschaftlern noch immer als stark bedroht oder gefährdet. Wale und Delfine dieser Region, im Besonderen die Arten, deren Bestandszahlen während des letzten Jahrhunderts massiv zurückgegangen sind, sind durch Fischerei, Jagd, Umweltverschmutzung, Kollisionen mit Booten, Unterwasserlärm, Lebensraumverlust, Klimawandel, Störungen in der Nahrungskette und nicht nachhaltigen Tourismus besonders bedroht.

In vielen pazifischen Gemeinden bestehen kulturell bedingt eine ganz besondere Beziehung zwischen Menschen, Walen und Delfinen. Zudem entwickelt sich in weiten Teilen der Region die Wal- und Delfinbeobachtung zur wichtigen Touristenattraktion.

Um Bemühungen zum besseren Schutz der Wale und Delfine in der Region international besser zu koordinieren, wurde unter der Schirmherrschaft von CMS (Abkommen zum Schutz wandernder Tierarten) eine Absichtserklärung zum Schutz von Walen, Delfinen und ihren Lebensräumen rund um die Pazifischen Inseln entwickelt (auch MoU – Memorandum of Understanding – genannt). 2006 offiziell verabschiedet enthält diese Erklärung Pläne zu Schutz und Erhaltung von Walen und Delfinen in der Pazifikregion sowie deren Lebensräumen inklusive jener Teile des Ozeans, die sie bei ihren Wanderungen durchqueren (besser bekannt als „Wanderkorridore“). Dieses Memorandum of Understanding wurde auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und Staaten können dem MoU laufend beitreten. Zuletzt waren dies die USA im Jahr 2012.

Die Region rund um die Pazifischen Inseln umfasst folgende Staaten und Territorien: Australien, die Cook Inseln, Mikronesien, Fiji, Französisch Polynesien, Kiribati, die Marshall-Inseln, Nauru, Neukaledonien, Neuseeland, Niue, Palau, Papua Neuguinea, Pitcairn-Insel, Samoa, die Salomon Inseln, Tokelau, Tuvalu, USA (Amerikanisch Samoa, Guam und die Nördlichen Mariana Inseln), Vanuatu und Wallis und Futuna.

Der Aktionsplan

Einige Aktionsprogramme laufen bereits, seit die Erklärung in Kraft getreten ist:

  • Länder, die die Erklärung unterzeichnet haben, bemühen sich, ein standardisiertes System für die Meldung und Sammlung von Daten zu gestrandeten Walen und Delfinen zu entwickeln.
  • Es wurden Studien zur Interaktion zwischen kommerzieller Fischerei und Walen und Delfinen durchgeführt.
  • Bildungsinitiativen haben dabei geholfen, lokale Gemeinden am Umweltschutz zu beteiligen.
  • Eine Bildungsinitiative konnte das Bewusstsein für die Gefahr durch Meeresverschmutzung für Meereslebewesen und Vögel in der Region fördern. Einige Regierungen haben schon auf die Bedrohung von Walen und Delfinen durch Plastikmüll reagiert und die Einfuhr von Plastiktüten verboten sowie das Recycling von Plastik verbessert.
 
WDC unterstützt die Absichtserklärung auf unterschiedliche Art und Weise:

(i) Feldforschung vor Ort

(ii) Hilfe zur Selbsthilfe

(iii) Strategieentwicklung und Unterstützung (vor allem in Bezug auf die Entwicklung nationaler Schutz- und Erhaltungspläne für Waltiere)

(iv) fortwährende Sammlung aller relevanter Informationen in der pazifischen Inselregion zur Vielfalt von Wal- und Delfinarten, ihrem Status und ihren Lebensräumen

(v) Vortragsveranstaltungen und Betreuung von Doktoranden der Universität des Südpazifik auf Fiji

(vi) Fortschritt in Bezug auf Lebensraumkartierung und die Einrichtung von Meeresschutzgebieten für Wale und Delfine