Tierschutzorganisationen verklagen SeaWorld und US-Behörde

Am 27.11.2018 wurde von mehreren Organisationen, darunter WDC, eine Klage gegen die US-Behörde NMFS (National Marine Fisheries Service) eingereicht. Die drei Orcas Tilikum, Kasatka und Kyara verstarben 2017 in drei verschiedenen SeaWorld Parks an Lungenentzündungen. NMFS behauptete, keine rechtliche Befugnis zur Anforderung und Veröffentlichung von Nekropsieberichten zu besitzen, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Genehmigungen, die für die Einfuhr von Tilikum und Kasatka in den Jahren 1992 und 1978 erteilt wurden, verlangen jedoch ausdrücklich, dass SeaWorld die Aufzeichnungen nach dem Tod der Orcas an NMFS weitergeben muss. Diese Vereinbarung gilt auch für Nachkommen der Orcas (Kyara war die Enkelin von Tillikum und Kasatka).

Tilikum im SeaWorld
Tilikum im SeaWorld

NMFS hat diese Berichte bis heute nicht erhalten und behauptet, dass Änderungen im Marine Mammal Protection Act (US-Gesetz zum Schutz von Meeressäugetieren) die Vereinbarung außer Kraft gesetzt hätten. WDC und die anderen Organisationen, die nun Klage eingereicht haben, sind jedoch der Ansicht, dass diese Vereinbarung weiterhin wirksam ist. Die Weitergabe der Berichte ist wichtig, um zu verstehen, welchen Einfluss die Gefangenschaftshaltung auf das Wohlergehen der Orcas hat. Auch für die Rettung und Behandlung kranker oder verletzter Meeressäuger in freier Wildbahn könnten die Ergebnisse wichtig sein.

Nachdem SeaWorld Tilikums Krankheit publik machte, versuchten die Organisationen PETA und AWI, das Unternehmen zu überzeugen, die Untersuchungsergebnisse freiwillig herauszugeben. Da sich SeaWorld jedoch weigerte, wurde nun als letztes Mittel eine Klage eingereicht. WDC ist der Überzeugung, dass NMFS dafür sorgen muss, dass die Berichte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 „Vertreter der Delfinarienindustrie behaupten immer wieder, die dort gehaltenen Individuen seien wertvoll für wissenschaftliche Forschung und den Artenschutz. Doch die Zurückhaltung der Nekropsieberichte sowie tierärztlicher Unterlagen gegenüber der Öffentlichkeit und unabhängiger Wissenschaftler widerspricht dieser Aussage.“, so Dr. Naomi Rose, Expertin vom Animal Welfare Institute.

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